Samerberg. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn war die Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ bis auf den letzten Platz gefüllt: Das Adventssingen um 15 Uhr zog auch heuer viele Besucherinnen und Besucher an – bei freiem Eintritt, dafür mit umso größerer Dichte an Musik, Symbolik und stiller Konzentration.

Dreigesang der Geschwister Bauer: Monika, Susanne und Barbara.
Die musikalische Gesamtgestaltung lag in den Händen von Monika Bauer, die auch den abschließenden, besonders eindrucksvollen Auftritt der Samerberger Hirtenkinder betreute. In das staade, besinnliche Programm fügten sich die Geschwister Bauer – Monika Bauer gemeinsam mit ihren Schwestern Susanne und Barbara – mit adventlichen Liedern ein, getragen von einer zurückhaltenden, warmen Klangfarbe, die den Kirchenraum sichtbar zur Ruhe brachte.

Symbol des Advents: Das Altarbild in der Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ zeigt die Verkündigung an Maria – ein Motiv, das mit dem Lichtstrahl und der Taube des Heiligen Geistes den Kern der Adventszeit berührt: Erwartung, Vertrauen und die Ankunft des Guten.
Einen starken Kontrast und zugleich eine feine Ergänzung setzten die instrumentalen Beiträge: Harfenistin Susanne Dräxl-Sinhart spannte mit klaren, schimmernden Läufen Bögen zwischen den Gesängen, Ziach-Solist Quirin Kaisergab den Weisen erdige Tiefe. Dazu kamen die Samerberger Weisenbläser und die Samerberger Bläsergruppe, die mit ihren Bläsersätzen den Raum füllten, ohne ihn zu überladen. Der Kirchenchor Samerberg unter der Leitung von Jürgen Gieck verlieh dem Adventssingen schließlich jene chorische Geschlossenheit, die viele als „klassischen“ Kern dieser Stunde empfinden. Ein besonderer Moment war dabei die Uraufführung eines „Ave Maria“, das Chorleiter Jürgen Gieck eigens für den Kirchenchor komponiert hat – erstmals im Rahmen des Adventssingens zu hören.

Kurat Tobias Pastötter, priesterlicher Leiter des Pfarrverbandes Rohrdorf-Samerberg
Zwischen den Musikstücken führten Kurat Tobias Pastötter, priesterlicher Leiter des Pfarrverbandes Rohrdorf-Samerberg, und Diakon Günter Schmitzberger als Sprecher durch das Programm. Ihre Impulse waren weniger „Ansage“ als Einladung zum Nachdenken: Advent, so der Tenor, sei eine Zeit, in der Jahreslauf und innere Entwicklung zusammenfinden – „ein kleines Stück weiterkommen“, gelassener werden, den Blick schärfen für das Nahe statt für das Ferne. Auch die Weihnachtsgeschichte wurde als Bildwelt verstanden, die einen „heiligen Raum“ im Alltag öffnen kann – gerade dort, wo Worte nicht ausreichen.

Diakon Günter Schmitzberger führte einfühlsam durch das Programm.
Schmitzberger brachte diese Grenze des Sagbaren pointiert auf den Punkt: „Von Gott kann man eigentlich nur schweigen.“ Pastötter wiederum stellte den radikalen Anspruch der Botschaft in den Raum – ein Glaube, der nicht bequem bleibt: „Sogar unsere Feinde soll man lieben.“ Zwischen diesen beiden Polen – Stille und Konsequenz – entfaltete sich das Adventssingen als gemeinsame Erfahrung: getragen von Musik, aber auch von dem, was zwischen den Tönen mitschwingt.
Besonders berührend war das Mitwirken der herbergssuchenden Samerberger Kinder und der Hirtenkinder: Mit ihren Rollen und Bildern holten sie die Weihnachtsbotschaft aus der Entfernung ins Konkrete – in Gesichter, Gesten und eine spürbare, stille Aufmerksamkeit im Kirchenschiff. Am Ende stand nicht nur ein musikalischer Schlussakkord, sondern auch der Gedanke der konkreten Nächstenliebe: Solidarität im Advent zeigt sich, so der Appell, auch im Spenden und im Anteilnehmen an Menschen, denen es nicht so gut geht.
Text & Fotos: Rainer Nitzsche




