Mit einem Grundsatzbeschluss im Kreistag stellt der Landkreis Berchtesgadener Land die Weichen für die Verbundintegration in den Salzburger Verkehrsverbund (SVV) und dafür die notwendigen finanziellen Mittel bereit. „Damit setzt der Landkreis ein starkes Zeichen für einen modernen, leistungsfähigen und grenzüberschreitend abgestimmten ÖPNV. Wir stärken sowohl die regionale Attraktivität als auch den gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum mit Salzburg“, so Landrat Bernhard Kern.
Der Landkreis Berchtesgadener Land hat das Ziel, den ÖPNV zu stärken und für die Fahrgäste attraktiver zu gestalten. Zentraler Baustein ist eine leistungsfähige Verbundstruktur gemeinsam mit dem Land Salzburg. Dadurch sollen ein einheitlicher, flächendeckender Verbundtarif sowie die Bündelung von Vertrieb, Marketing, Fahrgastinfo und Angebotsplanung ermöglicht werden. Die Integration in den SVV gilt als wegweisender Schritt für eine grenzüberschreitende Organisation des öffentlichen Verkehrs – mit Signalwirkung weit über die Region hinaus.
Grenzraum wächst zusammen
Zwei Drittel des Landkreises Berchtesgadener Land grenzen direkt an das Bundesland Salzburg. Diese besondere geografische Lage führt zu engen verkehrlichen Verflechtungen innerhalb des gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraums. Bereits heute bestehen vielfältige Kooperationen wie z.B. die Anwendung des SVV-Tarifs für grenzüberschreitende Fahrten ins Berchtesgadener Land, die Integration des Schienenverkehrs in das Salzburger S-Bahn-Netz sowie die gemeinsame Abstimmung und Ko-Finanzierung grenzüberschreitender Buslinien. „Mobilität im Grenzraum funktioniert nur, wenn wir sie gemeinsam denken, planen und umsetzen. Die Verbundintegration ist dabei ein echter Meilenstein. Damit wächst unser gemeinsamer Lebens- und Wirtschaftsraum noch weiter zusammen. Die Menschen profitieren dabei unmittelbar. Es freut mich sehr, dass wir unsere bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit nun noch weiter vertiefen und weiterentwickeln können“, hält der Salzburger Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll fest.
Grundsatzbeschluss im Kreistag
In einer umfassenden Untersuchung, die gemeinsam mit der Salzburger Verkehrsverbundgesellschaft (SVG) und mit starker Förderung des Freistaats Bayern durchgeführt wurde, wurden die notwendigen Schritte zur Verbundintegration analysiert – darunter Tarifstruktur, Einnahmeaufteilung, Vertriebs- und Informationssysteme, Organisationsmodelle sowie Finanzierungsfragen. Auf Basis der vorliegenden Ergebnisse hat der Kreistag nun den Grundsatzbeschluss für die Verbundintegration in den Salzburger Verkehrsverbund und die Bereitstellung der erforderlichen finanziellen Mittel gefasst.
Die zentralen Ergebnisse der Studie
Der zukünftige Verbundtarif soll durch ein kompaktes, einheitliches Kernsortiment geprägt sein und damit für die Fahrgäste einfacher sowie meist günstiger werden. Die Anzahl der bisherigen Tarifwaben soll deutlich reduziert werden – ein Vorteil, der zu spürbar niedrigeren Ticketpreisen bei Einzelfahrten führt. Bei den Zeitkarten ist das Ziel unter anderem ein stark rabattiertes Bürgerticket BGL mit einem geplanten Abgabepreis zwischen 300 und 400 Euro pro Jahr einzuführen.
Für die staatenübergreifende Verbundlösung sollen entsprechende Kooperationsverträge zwischen dem Landkreis und der Salzburger Verkehrsverbundgesellschaft geschlossen werden, um künftig Tarif, Vertrieb und Fahrgastinformation zu bündeln. Darüber hinaus wird empfohlen, Dienstleistungen wie Verkehrsplanung, Bestellung und Vergabe von Verkehrsleistungen über ein gemeinsames Tochterunternehmen durchzuführen. Im Jahr 2026 ist der Aufbau der Verbundstruktur geplant, sodass ab 2027 der grenzüberschreitende Verbund für den Kunden starten kann.
Bericht: LRA BGL – Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll (l.) und Landrat Bernhard Kern / Foto: Privat




