Tourismus

Reit im Winkler Allee am Kreuzweg

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Noch ehe Frau Holle ihr weißes Federkleid ausschütteln konnte: Reit im Winkl hübscht sich auf – Baumpower für den Kreuzweg!

Damit Reit im Winkl in den kommenden Jahren noch mehr im Blütenmeer erstrahlt, wurde am Kreuzweg zur Eckkapelle kräftig angepackt – und zwar gemeinsam, bevor der Winter die Pflanzschaufeln einfriert. Die Gemeinde Reit im Winkl und die Bayerischen Staatsforsten hatten sich zusammen mit vielen freiwilligen Händen vorgenommen, die traditionsreiche Allee entlang des Kreuzwegs wieder zu komplettieren. Über die Jahre waren einige Bäume ausgefallen – nun sollten junge Nachfolger einziehen, um die Lücken zu schließen und den Weg wieder mit blühenden Bäumen zu schmücken.

Am Samstag, den 15. November war es dann so weit: 22 fleißige Helferinnen und Helfer trafen sich am neuen „Panorama Platzl“ am Hausberg – mit guter Laune, festen Schuhen und der nötigen Muskelkraft. Die Bayerischen Staatsforsten steuerten 30 junge Bäume bei – darunter Holzapfel, Vogelkirsche, Birne und Spitzahorn. Außerdem unterstützte der Forst mit Material zum Befestigen, ausgehobenen Pflanzlöchern und einer kräftigenden Brotzeit. Wunderbarer Humus kam von dem Reit im Winkler Fuhrparkunternehmen Dirnhofer, ebenso wie die kostenlose Baggerunterstützung. Die Gemeinde übernahm Technik, Werkzeug und jede Menge Motivation – von 10 bis 90 Jahren war alles vertreten. Ein echtes Generationenprojekt innerhalb des beliebten Ortes im Dreiländereck.

Ins Rollen gebracht hatte die Aktion Peter Döbl. Seine Idee fiel bei Bürgermeister Matthias Schlechter und Sven Bussemer von den Bayerischen Staatsforsten sofort auf fruchtbaren Boden. „Über die Eckkapelle bin ich wahrscheinlich schon ein paar hundertmal gegangen“, erzählt Döbl. „Da schaltet man den Alltag einfach aus. Schon in meiner Schulzeit gab es Nachpflanzaktionen – manche Ahornbäume von damals stehen immer noch. Da tut’s einem einfach weh, jeden Baum zu sehen, der über die Jahre verschwunden ist.“ Also wurde nicht mehr länger zugewartet, sondern gepflanzt.

Der Weg über die Eckkapelle ist vermutlich einer der ältesten Zugänge nach Reit im Winkl. Im Heimatbuch wird sein Bezug bis ins Jahr 1275 hergestellt – eine Zeit, in der Postkutschen, Autos oder E-Bikes noch Zukunftsmusik waren. Wer damals nach Reit im Winkl wollte, nahm einfach den direkten Weg „über’s Eck“. Die Eckkapelle selbst wurde 1710 erbaut und ist seitdem ein beliebtes Wallfahrtsziel. Der Kreuzweg mit seinen Bronzereliefs stammt von 1967, gestaltet vom Reit im Winkler Bildhauer Albert S. Bunger.

Auf dass es blüht, summt und rauscht!

Reit im Winkl hat an diesem Herbsttag nicht nur 30 junge Bäume gepflanzt, sondern auch ein wunderbares Zeichen für Zusammenhalt gesetzt. Wenn im Frühjahr die ersten Blüten aufgehen und der Kreuzweg wieder im frischen Grün erstrahlt, wird man sehen: Jeder einzelne Spatenstich hat sich gelohnt.

Bericht und Foto: Tourist-Information Reit im Winkl



Redaktion

Toni Hötzelsperger

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