Wie Hochkultur und Tourismus künftig gemeinsam im ausländischen Markt auftreten – Ein Interview zu kultureller Zusammenarbeit im grenzüberschreitenden Raum mit der Geschäftsführerin der Chiemsee-Alpenland Tourismus GmbH & Co.KG Christina Pfaffinger.
Kulturschaffende und die Tourismusverbände aus dem Chiemsee-Alpenland und dem Kufsteiner Land wollen gemeinsam den ausländischen Markt erobern – wie läuft das?
Christina Pfaffinger.: Mit dem Kulturtourismus-Projekt der Euregio Inntal „Grenzüberschreitender Tourismus: Kultur als Motor“ ziehen alle Projektpartner an einem Strang, um die heimische Hochkultur gemeinsam auf dem ausländischen Markt zu positionieren. Diese Initiative im grenzüberschreitenden Tourismus – sie läuft seit 2025 bis Anfang 2026 – ist ein Impuls, um eine nachhaltige Zusammenarbeit von Kulturveranstaltern im Gebiet der Euregio Inntal entstehen zu lassen.
Kultur hat im Chiemsee-Alpenland eine traditionell hohe Bedeutung. Was hat es mit dem gemeinsamen Projekt auf sich?
C.P.: Kultur in all ihren Facetten ist im Winter für rund 54 Prozent und im Sommer für über 66 Prozent unserer Übernachtungsgäste ein Reisemotiv. Dabei ist die Kultur in unserer Region sehr vielfältig – wie unsere Gäste auch. Mit dem grenzüberschreitenden Projekt haben sich insbesondere die Veranstalter unserer Hochkultur zusammengeschlossen und wollen gemeinsam mit den beiden Tourismusverbänden Kufsteinerland und Chiemsee-Alpenland sowie der Euregio Inntal die hochkarätigen Klassikreihen in den Fokus des ausländischen Marktes stellen. Dabei gilt Italien bereits als wichtiger ausländischer Markt, neu will man auch die Region um Madrid begeistern.
Wie kamen Sie zusammen?
C.P.: Der Ausgangspunkt des Projekts war im Inntal: Erl mit seinen klassischen Musik-Festivals von internationalem Rang begeistert jährlich tausende Gäste. Da aber auch andere hochkarätige Veranstaltungen in der Grenzregion einen bekannten Namen haben, fand sich nach einer Abfrage bei allen Veranstaltern, ein interessierter Kern, der gemeinsam unter einem Namen seine Festivals im Ausland bewerben will. Als Leadpartner wurden die Tiroler Festspiele Erl gewählt, getragen wird das Projekt zudem vom „Festival Festivo“ in Aschau i.Chiemgau, dem Immling Festival, den Schlosskonzerten Amerang sowie Veranstaltungsreihen auf Herrenchiemsee, Maxlrain und der Burg Kufstein.
Braucht es da nicht einen gemeinsamen Namen?
C.P.: Ja, es wird einen internationalen Namen für die gemeinsame Bewerbung in den genannten Zielmärkten geben. Im heimischen Einzugsgebiet haben die einzelnen Veranstalter bereits selbst eine hochprofessionelle und erfolgreiche Werbestrategie, aber im Ausland können wir uns mit einem internationalen Namen und gebündelten Kräften besser platzieren und so eine weitere Wertschöpfung sowie Bekanntheit für unsere Betriebe erreichen. Und wer sich auf den Weg zu einer Veranstaltung macht, besucht durch die gemeinsame Werbung vielleicht auch eine andere Veranstaltung der Reihe, somit sehen wir ein wichtiges Motiv zur Verlängerung der Aufenthaltsdauer.
Und wie lief die gemeinsame Planung mit so vielen Beteiligten?
C.P.: Es machte allen Beteiligten sehr viel Freude und man zog an einem Strang. Die Diskussionen waren leidenschaftlich, aber produktiv. Fachlich wurden wir auch von der Kulturreferentin des Landkreises Rosenheim Anke Hellmann unterstützt. Das hat unseren Blick sehr geschärft.
Was planen Sie gemeinsam?
C.P.: Geplant ist eine gemeinsame digitale Kampagne der Partner gezielt in definierten italienischen und spanischen Märkten, die das hochkarätige Angebot der gemeinsamen Region sichtbar machen soll. Der Start ist für Ende des Jahres geplant. Durch die Vernetzung werden möglicherweise neue Projekte folgen und andere Veranstalter begeistert mitmachen. Dadurch können wir künftig noch mehr kulturelle Schätze sichtbar machen und für Gäste und Einheimische erlebbar machen.
Weitere Informationen zum kulturellen Angebot im Chiemsee-Alpenland sind unter www.chiemsee-alpenland.de zu finden.
Bericht und Bilder: CAT / TV Kufsteiner Land









