Kultur

Kinderfreuden beim Salzburger Landestheater

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Geisterstunde am Mittag, Friedens-Rap und Kinderdetektive – Theater für junge Besucher  –  Zu Hause glücklich zu sein, ebenso wie der Wunsch nach Frieden – dies war das Resümee des Stücks „Das kleine Gespenst“ in der Inszenierung von Anna Lukasser-Weitlaner.

Von „Geisterjagd ist angesagt“ zu Beginn bis zum Lob auf die Geisterstunde im Mondenschein nach dem Abenteuer des Gespensts während eines Tages gab es Spannung und viel zum Lachen. Auf der Bühne des Landestheaters ergänzte die Regisseurin die Handlung in der Geschichte von Otfried Preußler dramaturgisch, zum Beispiel mit Fledermaus (Genia Maria Karasek, auch Renate Bader, Uhu Schuhu, Hahn, Bürgermeisterin Machtlieb, General Torsten Torstenson), Nachtfalter (Simon Jaritz-Rudle, auch Finsterwalder, Zifferle und Plakat) und Glühwürmchen (Elisabeth Mackner, auch Hermine, Oberwachtmeisterin Holzinger, Taube und Regina Recherche) für die Nachtszenen, beziehungsweise mit Hahn und Taube bei Tage. Wie in einem großen Klappbilderbuch schlüpfen die sechs Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Drehbühne (Bühne und Kostüme: Michael Lindner) in 20 höchst wandlungsfähige Rollen. Gregor Schulz als sympathisches Gespenst hat eine Gespensterpuppe (Puppendesign und -training: Richard Panzenböck), die mit dramaturgischen Vorteilen dessen Liebenswürdigkeit verkörpert. Auf bezaubernde Musik von Katrin Schweiger wird wie in einem Musical gesungen und getanzt (fetzige Choreographie: Kate Watson und Josef Veseley).

Der Höhepunkt ist die 325 Jahrfeier der Belagerung Eulenbergs durch den schwedischen General. Seine Konterfeis auf den Plakaten verwandelt das kleine Gespenst in hässliche Gesichter. In dieser „schnöden Welt“ fühlt es sich traurig und weint. Die Apothekerkinder Julia und Andreas Bader (Sophie Borchhardt und Nikola Naydenov, beide auch Plakat mit dem General) finden seine tränennassen Taschentücher und wollen „diesem Wesen helfen“. Während sie die Gespensterpuppe in ihre Truhe auf dem Dachboden der Burg legen, wird auf dem Marktplatz ein Friedens-Rap gesungen: „Torstenson, du bist kein Held. Tradition ist sicher wichtig, aber diese hier ist nicht richtig“. Und: „Verehrung von einem Mann, der außer Kriege führen nichts kann“, das ist, durch die Inszenierung kindgerecht dargebotene Sozialkritik. Zwischen den Zeilen finden also auch die Erwachsenen etwas zum Nachdenken. Und wenn Kindertheater dieses leisten kann und sogar noch pädagogische Vorbilder schafft, wie ein Gespenst, das etwas Neues, wie Englisch, lernen will, dann ist das Publikum von morgen bestens vorbereitet.

Noch 19 Aufführungen bis 15. Januar 2026 (www.salzburger-landestheater.at)

Bericht und Bilder: Brigitte Janoschka

 

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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