Natur & Umwelt

Uferrückbau für Salzach in der Lebenau

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Laufen: Uferrückbau wird fortgesetzt – Wasserwirtschaftsamt Traunstein will der Salzach in der Lebenau mehr Raum geben – Wegenetz teilweise gesperrt  –  Das Eintiefen des Flusses bremsen und zugleich der Natur mehr Raum geben: Das ist die Idee hinter den Projekten, die das Wasserwirtschaftsamt Traunstein auf bayerischer Seite entlang der Salzach verfolgt. Ab Mittwoch, 1. Oktober 2025, setzt die Behörde die Bauarbeiten zum Uferrückbau in der Lebenau fort, stromab von Laufen.

Besondere Regelungen für das Wegenetz

Während der Bauarbeiten sind folgende Regelungen im Baustellenbereich zu beachten:

  • Die Uferwege entlang der Salzach sowie Wege in den Auwald sind während der Bauzeit für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Entsprechende Sperren werden bei etwa Flusskilometer (Fkm) 46,0 und beim Kraftwerkskanal (Bauzaun) errichtet. Auch die Wege von der JVA Lebenau und der Firma Kraller hinunter zur Salzach sind gesperrt. Schilder weisen auf die Sperrungen hin. Ein Bauzaun wird hier aber voraussichtlich nicht aufgestellt, da Grundstückseigentümer die Möglichkeit haben sollen zu ihren Grundstücken zu gelangen. Es ist aber auf den Baustellenverkehr zu achten!
  • Für den Radweg an der Salzach wird eine großräumige Umleitung entlang der Bundesstraße ausgeschildert. Hinweistafeln weisen den Weg.
  • Auch der Uferweg zwischen Untergeisenfelden und Kraftwerk Lebenau wird zeitweise gesperrt, Hinweistafeln werden aufgestellt. Hier gibt es Lkw-Verkehr, weil Steine zwischen dem Lager des Wasserwirtschaftsamtes bei Untergeisenfelden und der Baustelle hin und her transportiert werden.
  • Für Bootsfahrer ist die Salzach im Bereich der Lebenau nicht befahrbar: Es besteht Lebensgefahr, insbesondere bei Fkm 45,7. Die bestehenden Beschilderungen für Bootsfahrer werden während der Bauzeit ausgetauscht oder ergänzt. Der Bereich der Baustelle zwischen Fkm 43,0 bis Fkm 44,6 ist für Bootsfahrer nicht explizit gesperrt, wird aber als Gefahrenstelle ausgeschildert, da hier Arbeiten am linken (bayerischen) Ufer stattfinden. Ein Einstieg ist in diesem Bereich aber zumindest auf der bayerischen Seite nicht möglich, da die Uferwege gesperrt sind.

Bauarbeiten auf drei Kilometer Länge

Der Baubereich in der Lebenau liegt in einem „Natura 2000“-Gebiet. Er reicht etwa vom Kraftwerk Lebenau, wo der Kraftwerkskanal in die Salzach fließt, bis auf Höhe Osing, nahe der Laufener Salzachschleife. In einem ersten Schritt hatten Arbeiter im vergangenen Jahr die Uferbefestigung ab dem Kraftwerk ausgebaut, auf einer Länge von 1,5 Kilometern. Nun folgt, direkt anschließend, der zweite und letzte Abschnitt mit einer Länge von 1,6 Kilometern. Ende Februar 2026 werden alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Maßnahme unabhängig von Wasserkraft

Die  Maßnahme funktioniert unabhängig davon, ob das wenige Kilometer flussabwärts diskutierte Wasserkraftwerk kommen wird oder nicht. Sie heißt deshalb „No-Regret-Maßnahme“: eine Maßnahme, die in jedem Fall ohne Bedauern durchgeführt werden kann. Wichtig dabei: Das bestehende Hochwasserschutzniveau bleibt vollständig erhalten. Sobald die Verbauung verschwunden ist, wird die Salzach nach und nach den Uferbereich aushöhlen und immer wieder Sand, Kies und anderes Material mitnehmen. Mittel- bis langfristig könnte sich die Salzach um 30 bis 50 Meter aufweiten.

Die Kosten betragen rund zwei Millionen Euro. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein vertritt den Freistaat Bayern als Bauherrn und übernimmt die Bauleitung. Die Finanzierung teilt sich Bayern mit dem Republik Österreich.

Weitere Informationen auf der Homepage des Traunsteiner Wasserwirtschaftsamtes.

Bericht und Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein –  Salzach Lebenau erster Bauabschnitt: Auf einer Länge von 1,5 Kilometern ist die Uferverbauung entlang der Salzach in der Lebenau bereits ausgebaut. Nach dem Hochwasser im Sommer 2025 hat der Fluss deutlich an Breite gewonnen.
Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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