Unseriöse Handwerker rechnen Leistungen überteuert ab, bestehen auf Barzahlung und drohen Kunden mit Inkassounternehmen oder der Polizei. Werden vermeintliche oder tatsächliche Schäden an Haus und Hof sichtbar, insbesondere nach starken Unwettern, suchen viele Eigentümer eilig nach Handwerkern, die notwendige Reparaturen an Dach und Fenstern schnell durchführen. Auch versuchen unseriöse Anbieter und falsche Handwerker potentielle Kunden anzusprechen, deren Notlage auszunutzen und überteuerte Dienstleistungen abzurechnen.
Aktuelle waren in Bernau am Chiemsee am Dienstagmittag, 26.08.25, zwei ausländisch aussehende Männer in der Lärchenstraße unterwegs und boten von sich aus an, die Dachrinne an einem Wohnhaus zu reparieren. Zudem erkundigten sie sich nach den Nachbarn und ob diese in Urlaub seien. Die Bewohnern verhielten sich vorbildlich, gingen nicht auf das Angebot der vermeintlichen Handwerker und verständigte die Polizei. Die beiden Männer konnten trotz Fahndung im Nahbereich nicht mehr mit ihrem Fahrzeug angetroffen werden. Bereits am Donnerstag, 31.07.25, kam es in Halfing zu einem gleichgelagerten Fall, bei dem unseriöse Handwerker eine Dachrinnen an einem Nebengebäude ersetzten. Die Arbeiten wurde wenig fachgerecht ausgeführt und sollten zu einem deutlich überteuerten Preis abgerechnet werden. Als sich der Hausbesitzer weigerte, die geforderte Summe im vierstelligen Bereich zu bezahlen, waren die Handwerker auch mit einem deutlichen niedrigeren Betrag zufrieden.
Tipps der Polizei zum Schutz vor unseriösen Handwerkerleistungen
- Grundsätzlich sollte sich jeder genau über die Firma informieren, die er beauftragen will. Zuverlässige, regionale Firmen sind auch nach Abschluss der Arbeiten erreichbar und bieten eine Gewährleistung für die erbrachten Handwerkleistungen.
- Unterschreiben Sie einen Auftrag nur, wenn Sie alles verstanden haben.
- Verlangen Sie eine Rechnung und prüfen Sie, ob die aufgeführten Leistungen auch ausgeführt wurden. Sie sind nicht verpflichtet, die Rechnung sofort zu begleichen. Auch die Drohung mit der Polizei oder einem Inkassounternehmen ist haltlos.
- Wenden Sie sich an eine Verbraucherzentrale, wenn Sie Fragen zur Rechnung haben.
- Rufen Sie die Polizei, wenn Sie bedroht werden. Holen Sie wenn möglich Nachbarn hinzu, die den Vorfall bezeugen und Sie bestärken können.
- Scheuen Sie sich nicht, Anzeige bei der Polizei gegen die Firma zu erstatten.
Bericht: Polizeiinspektion Prien a. Chiemsee – Foto: Rainer Nitzsche (Luftaufnahme Prien-Bachham mit Ballfabrik Obermaier)




