Kirche

Weihbischof in Übersee zu Gast

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Zu einem einfachen Pfarrgottesdienst kam Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg in die Pfarrkirche St. Nikolaus in Übersee, um die Messe zusammen mit Pfarrer Konrad Roider zu zelebrieren. Seit 2023 ist Stolberg neuer Weihbischof in der Seelsorgeregion Süd des Erzbistums München und Freising und damit auch zuständig für Übersee.

Zu Beginn tat er den Überseern Abbitte, dass es ihm aus organisatorischen Gründen nicht möglich war, zur Firmung vor zwei Wochen zu kommen. Das habe keinesfalls etwas damit zu tun, dass er eine Abneigung gegen den Ort habe. In seiner Predigt ging er auf die Aufforderung von Jesus auf die Kreuzesnachfolge ein. Nicht nur wie einst die Jünger von Jesus, sondern jeder einzelne von uns sollte sich selbst die Fragen stellen: Für wen halte ich Jesus? Was bedeutet er für mich? Die Antworten würden sich im Lauf eines Lebens verändern, so der Weihbischof. Die Kreuzesnachfolge bedeute auch Leiden. Nicht, weil Gott „uns kleinhalten“ wolle, sondern weil Christus das Fleisch gewordene Wort Gottes sei. Das heiße auch, „Querschüsse auszuhalten“, auch die Fehler der eigenen Kirche einzugestehen und aufzuarbeiten. In der heutigen kritischen Zeit beantwortete Stolberg die Frage, warum er und andere noch Mitglied einer Kirchengemeinde sein sollten: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Kreuzesnachfolge – das heißt auf dem Lebensweg mit Jesus Christus zu sein – der Weg zum Leben ist.“

Nach dem Gottesdienst trafen sich die Verantwortlichen von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung und die, die den Gottesdienst mitgestaltet hatten, in der Sakristei und anschließend zu einem Mittagessen im Hinterwirt.

Werdegang des Weihbischofs

Rupert Ferdinand Carl Thaddäus Antonius Maria Graf zu Stolberg-Stolberg, wie er mit vollem Namen heißt, wuchs in Passau auf. Nach dem Abitur am Gymnasium Leopoldinum arbeitete er in einer mexikanischen Indio-Mission und begann anschließend ein Medizinstudium, wechselte aber zur Katholischen Theologie. 1998 trat er in das Erzbischöfliche Priesterseminar St. Johannes der Täufer des Erzbistums München und Freising ein. Nach Abschluss als Diplomtheologe war er von 2001 bis 2003 als Diakon im oberbayrischen Pfarrverband Schönberg als Diakon tätig. 2003 empfing er die Priesterweihe und feierte im Juli 2003 Primiz in der Passauer Wallfahrtskirche Mariahilf. Nach seiner Zeit als Kaplan in München Perlach war er bis 2011 Erzbischöflicher Sekretär von Friedrich Kardinal Wetter und Reinhard Kardinal Marx. Seit 2011 ist er Domvikar, seit 2013 Domkapitular. Papst Franziskus ernannte ihn im Oktober 2016 zum Weihbischof im. Die Bischofsweihe empfing er von Kardinal Marx im Münchner Liebfrauendom, Mitkonsekratoren waren Kardinal Wetter und Weihbischof Bernhard Haßlberger.

Weihbischof Stolbergs Wahlspruch für sein Bischofsamt lautet „Spiritus virtutis, dilectionis et sobrietatis“, „Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“.

Bericht und Fotos: Christiane Giesen



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Toni Hötzelsperger

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