Jahrestreffen der Ehrenamtlichen – 2025 gab’s 3400 Nationalpark-Führungen
Aktuell sind 124 Einheimische, vorwiegend aus den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen, im Nationalpark Bayerischer Wald als ehrenamtliche Waldführerinnen und Waldführer tätig. Ein Großteil von ihnen kam jüngst im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald zum Jahrestreffen zusammen. Dabei betonte Nationalparkleiterin Ursula Schuster: „Sie sind die tragende Säule unseres Bildungsprogramms.“ Rund 85 Prozent aller Führungen im Schutzgebiet, in Summe 2881 Veranstaltungen, wurden 2025 von den Ehrenamtlern durchgeführt.
Daneben bot Schuster den Anwesenden einen kurzweiligen Rück- und Ausblick. Im abgelaufenen Jahr hätte es viele gute Nachrichten gegeben, unter anderem die erfreuliche Borkenkäfer-Entwicklung, die Fertigstellung des Naturerlebnisses Wistlberg und die erfolgreich gestartete Pilotphase des Verkehrskonzepts rund um Waldhäuser.

Waldführer als tragende Säule des Bildungsprogramms
Auch 2026 halte viele spannende Entwicklungen bereit: „Im Nationalparkzentrum Falkenstein werden wir im Frühjahr die Gehege für Gelbbauchunken und Feuersalamander besetzen“, so Schuster. „Zusammen mit neuen Spiel- und Erlebnisstationen wird das gerade die Aufenthaltsdauer für Familien erhöhen und Ihnen neue Möglichkeiten bei der Gestaltung von Führungen bieten.“ Die Nationalparkleiterin freue sich zudem, dass 20 Personen demnächst in eine neue Waldführer-Ausbildungsrunde starten, Natur-Klänge aus dem Nationalpark auf der Freyunger Landesausstellung zu hören sein werden und am 2. August eine Neuauflage des Schachtenhausfests auf dem Programm stehe.
Zusammen mit Umweltbildungsreferent Achim Klein bedankte sich Schuster anschließend bei Josef Eichinger, der nach 13 Jahren seine Tätigkeit als Waldführer beendete. Für ihr 10-jähriges Wirken wurden Helga Braumandl, Rita Dick, Matthias Drexler, Stefanie Finger, Georg Hackl, Hubert Herzig, Regina Kölbl, Johann Meier, Joachim M. Peter, Stefan Schall und Olaf Schwarck geehrte. Und für 25 Jahre Engagement zeichneten Schuster und Klein Waldführer Heinrich Vierlinger, gleichzeitig Kulturpreisträger des Landkreises Freyung-Grafenau, aus. Der sagte im Anschluss: „Der Nationalpark hat mich einfach in seinen Bann gezogen.“
Etwas tiefer in die Statistik stieg nach einer kurzen Verpflegungspause Achim Klein ein. So habe es im abgelaufenen Jahr insgesamt rund 3400 Führungen gegeben. Neben den Waldführern waren dabei vor allem Teilnehmende am Freiwilligen Ökologischen Jahr, Commerzbank-Umweltpraktikanten und Ranger im Einsatz. So konnten 2025 insgesamt 29.960 Teilnehmende verzeichnet werden. „Eine Gruppe, die in der Betrachtung gerne übersehen wird, sind die Kindergartenkinder. Das Segment machte 2025 allein rund zehn Prozent unserer Teilnehmenden aus und verdeutlicht die Wichtigkeit unserer Angebote für diese Zielgruppe“, so Klein. Verstärkt wurden zudem Infostände an Besucherschwerpunkten, bislang vornehmlich im Tier-Freigelände in Ludwigsthal, angeboten, unter anderem von Waldführern. „An 23 Tagen haben wir so rund 3000 Besucher über die Ameise, den Luchs, Reptilien oder den Wolf informiert“, blickte der Umweltbildungsreferent zurück. „Und auch wenn es eine andere Intensivität als bei einer Führung ist, können wir auch auf diese Art und Weise gut mit unseren Besuchern ins Gespräch kommen.“
Zum Schluss seines Vortrags berichtete Klein noch, dass der Nationalpark Bayerischer Wald nun Teil des Qualitätsnetzwerks BNE in Bayern ist. „Das Konzept dieser Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist ein durchaus komplexes und anspruchsvolles. Letztlich soll es Menschen dazu befähigen die Zukunft nachhaltig zu gestalten: Genug für alle, überall auf der Erde und für immer. Die Bildungsarbeit des Nationalparks möchte hierzu ihren Beitrag leisten.“




