Wirtschaft

Warnung vor Online-Banking-Betrügern

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Enorme Schadenssummen und steigende Fallzahlen im Bereich Online-Banking bereiten Banken, Sparkassen und der Polizei derzeit Grund zur Sorge. Vermehrt versuchen Straftäter offenbar „kontaktlos“ an Erspartes zu kommen und starten eine regelrechte Betrugsoffensive. Geschickt entlocken sie ihren Opfern sensible Daten und Transaktionsnummern. Zeit für eine deutliche Warnung!

Knapp 500.000 € Vermögensschaden mussten Opfer allein in den vergangenen drei Monaten (Nov. 2020 einschl. Januar 2021) im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hinnehmen. Das Phänomen ist grundsätzlich nicht neu und unterläuft die sehr guten technischen Sicherheitsmaßnahmen des Online-Banking, indem es nicht bei der Technik, sondern beim Menschen ansetzt. Die Täter haben ihre Vorgehensweise in den vergangenen Monaten jedoch deutlich professionalisiert, was ein Grund für die enorm steigenden Schadenssummen sein dürfte. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass Telefon- / Onlinebetrügereien, pandemiebedingt derzeit den effektivsten Weg darstellt, an das Vermögen anderer Leute zu kommen.

Die Vorgehensweise der Täter – Oftmals wird der Betrug per Email eingeleitet. So in die Irre geführte Kunden befüllen gefälschte Internetseiten, die den Originalseiten ihrer Hausbank zum Verwechseln ähnlich sehen, woraufhin sich die Täter per Telefon melden. Natürlich erscheint im Display des Kunden auch die Telefonnummer der eigenen Bank, was heutzutage leider über das sogenannte „Spoofing“ kein Problem mehr darstellt. Der nette (falsche) Bankmitarbeiter fragt nun weitere Daten und TAN ab und kann im Anschluss wie der Kontoinhaber agieren. Die ältere und ebenfalls immer noch sehr erfolgreiche Methode ist die, dass Opfer von falschen Bankmitarbeitern kontaktiert und zur Preisgabe von Daten unter Druck gesetzt werden. So heißt es im Telefonat, dass es Unstimmigkeiten mit dem Konto gäbe, möglicherweise sei es gehackt worden oder etwas Ähnliches. Und nun bräuchte man die Login-Daten und auch TAN, um alles wieder in Ordnung zu bringen und den Kunden zu verifizieren.

Kriminalrat Gerrit Gottwald, Präventionsbeauftragter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, zum Thema:  „Allein in der ersten Woche des neuen Jahres gelang es Tätern einen Mann aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen um knapp 60.000 € per Überweisung zu betrügen und einer Frau aus dem Landkreis Rosenheim sogar 90.000 € zu entziehen. Ebenfalls über 60.000 € Verlust musste ein Mann aus Freilassing hinnehmen und einen Chiemgauer setzten die Betrüger während einer Autofahrt wegen seines angeblich gehackten Kontos so unter Stress, dass er nach Übermittlung seiner Daten knapp 30.000 € verlor. In all diesen Fällen schafften es die Täter, nur durch das sehr geschickte Entlocken von Logindaten oder Transaktionsnummern enormen Vermögensschaden zu verursachen. Dagegen hilft auch die beste technische Sicherung nicht.   Unsere wesentliche Botschaft an alle Nutzer des Online-Banking lautet: Ihre Bank wird von Ihnen nie telefonisch oder per Mail die Herausgabe von Login-Daten oder TAN verlangen. Beachten Sie bitte folgende Tipps und Sie sind auf der sicheren Seite.“

 Vergewissern Sie sich, mit wem Sie es zu tun haben. Überprüfen Sie die Adressleiste in Ihrem Browser genau.

  • Übermitteln Sie keine vertraulichen Daten (Passwörter / TAN) per Email oder Telefon. Auch ein Bank- oder Sparkassenmitarbeiter wird Sie niemals nach einer TAN fragen.
  • Folgen Sie keinem Link, insbesondere nicht aus einer Email. Öffnen Sie Seiten immer nach selbständiger Suche. Gehen Sie den gewohnten Weg zu Ihrem Online-Banking-Konto.
  • Geben Sie persönliche Daten nur bei gewohntem Ablauf innerhalb der Online-Banking-Anwendung Ihres Kreditinstituts an. Sollte Ihnen etwas merkwürdig vorkommen, beenden Sie die Verbindung und kontaktieren Sie Ihre Bank.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen („Ihr Konto wurde gehackt“)! Legen Sie auf und kontatieren Sie Ihre Bank mit selbst gewählter Nummer.
  • Verständigen Sie die Polizei über 110! Sie haben den Verdacht, dass etwas nicht richtig läuft? Scheuen Sie nicht uns anzurufen.

 https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/phishing/

Bericht und Foto Kriminalrat Gerrit Gottwald vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd

Foto: Hötzelsperger

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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