Eine beliebte Institution war die Klausenhütte unterhalb des Klausenbergs. Man konnte gemütlich einkehren und hatte einen phantastischen Blick auf das Hochries-Massiv. Leider wird die Hütte seit 2007 nicht mehr bewirtschaftet, und sie verfällt langsam. Seitdem ist es hier oben sehr viel ruhiger geworden, doch der Gipfel des Klausenbergs (oft auch nur “Klausen” genannt) ist immer einen Besuch ohne Hütteneinkehr wert, und das auch im Winter. Er kann von allen Himmelsrichtungen erreicht werden. Einer der kürzesten Wege führt vom Priental herauf. Für den Schneeschuh- oder Winterwanderer ergibt sich ein einfacher, aber idyllischer Aufstieg auf den unscheinbaren Gipfel. Dort erwartet ihn (wie auf dem benachbarten Zinnenberg) ein kleines, schmiedeeisernes Gipfelkreuz mit einem kunstvollen Violinschlüssel in der Mitte.

Startpunkt:

Wanderparkplatz Hainbach im Priental. Montag bis Samstag fährt ein Linienbus von Aschau, Haltestelle Hainbach.

Die Tour:

Am Südende des Wanderparkplatzes gehen wir über die Brücke, dann einige Meter weiter, dort zweigt auf der anderen Straßenseite der AV-Weg Nr. 211 zur Klausenhütte nach Westen ab. Der Weg ist meist gut gespurt. Er wird zunehmend schmäler und quert mehrmals eine breite Forststraße. Überhaupt ist der Aufstieg bis zum Gipfel immer gut beschildert. Trotz einiger Verzweigungen ist die Orientierung problemlos.

Unterhalb der Baumgartenalm erreichen wir auf ca. 1240 m eine größere Lichtung. Hier folgen wir dem aus dem Schnee ragenden Wegweiser nach links und steigen nach einer weiteren Verzweigung etwas steiler als bisher empor. In dem Graben zwischen Zinnenberg (links von uns) und Klausenberg (rechts) wandern wir mäßig ansteigend parallel zum Schossbach bis zu der Einsattelung am der höchsten Stelle. Hier bei der Kreuzung kommen auch auf die Wege vom Spitzstein und aus dem Trockenbachtal zusammen. Die rechts hinter einem kleinen Hügel liegende Klausenhütte ist idyllisch gelegen, leider aber nicht mehr bewirtschaftet und darf wegen Einsturzgefahr nicht mehr betreten werden. Schon hier überrascht die Aussicht auf den Hochriesstock: Feichteck, Karkopf, Hochries und Riesenberg liegen direkt vor uns. Der Gipfel des Klausenbergs liegt eine Viertelstunde nach Nordosten entfernt und kann über einige Schrofen mühelos erreicht werden, Trittsicherheit ist von Vorteil.

Zurück geht es auf demselben Weg.

Informationen kompakt:

  • Gesamtgehzeit: ca. 4 Std. 15 Min.
  • Höhenunterschied: 890 hm
  • Schwierigkeit: mittel. Im Grunde eine leichte Wanderung mit sehr kurzen Steilstellen bei den Einmündungen in die Forststraßen. Der Gipfelaufbau ist etwas schrofiger und erfordert kurzzeitig Trittsicherheit, ggf. ohne Schneeschuhe zum Gipfelkreuz.
  • Lawinengefahr: Die Tour sollte nur bei absolut stabilen Verhältnissen durchgeführt werden. Vorsicht insbesondere unterhalb der Steilhänge in den Gipfelbereichen von Predigtstuhl und Klausenberg.

Text und Fotos: Reinhard Rolle / roBerge.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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