Landwirtschaft

Waldpakt auf lokaler Ebene – Kooperationsvereinbarung

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Auf dem Johannishögl bei Piding ist im Beisein von Forstminis-terin Michaela Kaniber und dem Präsidenten des Bayerischen Waldbesitzerverbandes Josef Ziegler zwischen dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein (AELF) und der Waldbesitzervereinigung Laufen-Berchtesgaden (WBV) bayernweit die erste Kooperationsvereinbarung feierlich unterzeichnet worden. Damit wird ein wesentliches Element des Waldpaktes zwischen der bayerischen Staats-regierung und den Interessenvertretungen der Waldbesitzer, der am 18. Juli in München geschlossen worden war, auf lokaler Ebene umgesetzt.

Forstministerin Kaniber hob dabei hervor, wie wichtig ihr eine enge Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ mit dem „deutschlandweit einzigartigen Netz forstlicher Selbsthilfeeinrichtungen“ ist. „Die Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbesitzervereinigungen sind unverzichtbare Säulen des ländlichen Raumes“, so Kaniber wörtlich. „Wir stehen gemeinsam zur multifunktionalen naturnahen Forstwirtschaft auf der gesamten Fläche, zum klimagerechten Waldumbau mit angepassten Wildbeständen und zur verstärkten Verwendung des nach-wachsenden Rohstoffes Holz. Deshalb wird die bayerische Staatsregierung die forstlichen Selbsthilfeeinrichtungen weiterhin finanziell unterstützen und die bisherigen Beratungsförs-ter in Form von Koordinatoren als Scharniere zwischen Forstverwaltung und WBV weiterentwickeln.“

Waldbesitzerpräsident Josef Ziegler brachte seinen Dank dafür zum Ausdruck, dass die Bayerische Staatsregierung den Waldbesitzern und deren Organisationen mit dem Waldpakt großes Vertrauen entgegenbringe, das gerade in der personell hinterlegten Fortsetzung der bewährten engen Zusammenarbeit und der in Aussicht gestellten Verdoppelung der finanziellen Unterstützung der Forstlichen Zusammenschlüsse seinen Niederschlag finde.

Alfons Leitenbacher, Leiter des AELF Traunstein, machte bei der Vorstellung der Koope-rationsvereinbarung deutlich, dass es nach der erfolgreichen Entwicklung und Professionalisierung der Waldbesitzervereinigung Laufen-Berchtesgaden in Zukunft vor allem darum gehe, die „Herausforderungen einer zukunftsfähigen Waldentwicklung und Waldbewirtschaftung im Klimawandel im Schulterschluss anzunehmen“. „Wir möchten unsere Waldbesitzer gemeinsam bestmöglich bei der Pflege und Bewirtschaftung ihrer Wälder unter-stützen und so als erste Ansprechpartner in allen Fragen zu Wald und Forstwirtschaft wahrgenommen werden.“ Der erste Vorsitzende der WBV Laufen-Berchtesgaden, Franz Käsmeier, benannte ergänzend einige wichtige Arbeitsfelder für die enge Kooperation, wie die Hebung des forstlichen Bildungsniveaus bei den Waldbesitzern, die Förderung des Mischwaldgedankens, der Einsatz für waldverträgliche Wildbestände und die abgestimmte Be-wältigung von Krisensituationen.

Vor der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung konnte sich Forstministerin Kaniber am Beispiel eines mittelalten Fichtenbestandes mehrerer privater Kleinwaldbesitzer von der praktischen Zusammenarbeit zwischen Amt und WBV ein Bild machen. Der zuständige Revierförster Anton Resch erklärte, wie er auf die Waldbesitzer im Rahmen der gemein-wohlorientierten Beratung zugeht, sie von der Notwendigkeit einer besitzübergreifenden Durchforstung überzeugt und ihnen exemplarisch die waldbaulich sinnvolle Vorgehensweise zeigt. Die Holzverwertung hat in diesem Fall die WBV übernommen. Deren Geschäftsführer Tobis Glück hob hervor, dass die gute Zusammenarbeit zwischen Amt und WBV und eine frühzeitige Einbindung der WBV, falls die Waldbesitzer dies wünschen, letztlich allen Seiten zu Gute komme. „Denn damit können wir eine marktgerechte Bereitstellung an Rundholzsortimenten, bessere Preise sowie eine raschere Abfuhr und Bezahlung errei-chen“, so Glück. Die betroffenen Waldbesitzer zeigten sich dementsprechend auch dankbar für die beiderseitige Unterstützung und waren froh, dass sie sich im Wesentlichen „nur“ auf das praktische Fällen und Herausrücken ihrer Bäume konzentrieren mussten. „Und sogar das“, ergänzte Vorsitzender Käsmeier, „kann die WBV übernehmen, wenn ein Waldbesitzer weder die Kenntnisse noch die Technik dafür besitzt.“

Bericht und Foto: AELF Traunstein – Bildunterschrift: v. l. n. r.: Franz Käsmeier (1. Vorsitzender WBV Laufen-Berchtesgaden), Josef Ziegler (Präsident Bayer. Waldbesitzerverband); Forstministerin Michaela Kaniber; Alfons Leitenbacher (Leiter AELF Traunstein)

Über den Autor

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Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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