Kultur

Völkerverständigung zwischen Moskauer Region und dem Chiemgau

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

In diesen Tagen kehrte Dr. Helmut Wittmann / Seeon wieder von  einem längeren   Vorlesungs- und Seminar-Aufenthalt an der Staatlichen Landesuniversität Moskau (MGOU)  zurück. Seit sechs Jahren gibt es dort  ein Zentrum für Deutsche Sprache und Kultur. Feierlich eröffnet wurde diese Einrichtung im  Geist der Völkerverständigung  vom damaligen Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung, Staatsminister a.D. Prof. Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair und der Kultusministerin der Region Moskau ( Oblast Moskau; rd. 12 Mio Einw. )Dr. Lidiya Antonowa.

Voraus gingen  jahrelange intensive Vorbereitungen  durch Mitglieder des privatrechtlichen Vereins „Deutsch-Russische Wissenschafts-und Kulturkooperationen (DRW)e.V.“, u.a. die Sammlung und der Transport von rund 2000 neuen Büchern von Bayern nach Moskau. Dr. Wittmann wurde erstmals 2009 zu einem Vortrag im Rahmen der Didacta ( Bildungsmesse ) nach Moskau eingeladen und die weltoffene Anglistin und Kultusministerin Antonowa erklärte ihm: „Die sozialistischen Werte sind out; helfen Sie uns, ein tragfähiges Substitut zu finden.“

Dr. Wittmann zeigte sich abermals sehr angetan darüber, wie deutsches Sprach- und Kulturgut von den russischen Studenten aufgenommen wird. Beim inzwischen 5. Förderprogramm erarbeitete Wittmann erneut für Studenten der Germanistik und für das Lehramt ein Programm, das auf die aktive Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache über Reime, Gedichte, Lieder und Spiele/Tänze abstellt. So wurden in den Seminaren  gemeinsam mit den russischen Dozenten Gedichte und Texte erarbeitet und deutsche Lieder ( insbesondere Kinderlieder ) gesungen. Alle der über 100 Studentinnen und Studenten erhielten ein umfangreiches Skript  und je eine CD mit den entsprechenden Liedern und Texten, sodass sie die Texte auch mit authentischen Sprachmustern  für ihre weiteren Studien nutzen können. Außerdem arbeiten die Dozenten und Professoren in ihren Seminaren damit weiter.

Gemeinsam mit Dr.  Nagel aus dem Staatsinstitut für Frühpädagogik, der gleichzeitig Vorlesungen zur frühkindlichen Erziehung hielt, gab es ein Planungsgespräch mit dem Rektor Professor Paul  Khromenkow, der in München studiert hat und seitens der Moskauer Universität u.a. als Wünsche äußerte: Die Deutschförderung und die Aktivitäten im Bereich der Frühpädagogik sollen weitergeführt und der Studentenaustausch intensiviert werden. 2018 wird die Uni  erstmals das Dr.-Anton-Euba-Stipendium (Gründungsmitglied des Vereins „DRW“) vergeben; baldmöglichst sollen aus Bayern Gastreferenten zu den Themen Medizinmanagement nach Moskau kommen und schließlich soll die berufliche/duale Bildung im Rahmen der Ansiedlung neuer deutscher Firmen auf Moskauer Gebiet gefördert werden.

Dr. Wittmann, fasste seine Begegnungseindrücke zusammen: „Erneut wurde im pädagogischen und fachlichen Austausch das völkerverständigende Element unserer Arbeit unabhängig von der politischen Großwetterlage sichtbar; es hat sich gelohnt und es wird sich auch weiter lohnen“. Er erinnerte an das Wort des ehemaligen Kultusministers Prof. Hans Zehetmair an der MGOU : „Deutsche und Russen gehören zwei großen Kulturnationen an und sollten intensive Kontakte miteinander pflegen. Lassen Sie mich schließen mit dem Wunsch, dass unsere beiden Länder auf diesem Weg gemeinsam auch in Zukunft im Geiste eines guten Miteinanders auf der Basis von Frieden und Freundschaft voranschreiten.“

hö/Fotos:  Vorlesungen und Seminare von Dr. Helmut Wittmann an der Staatlichen Landesuniversität Moskau

Nähere Informationen: Dr. Helmut Wittmann, Feldstraße 6, 83370 Seeon, email: h.wittmann@web.de

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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