Leitartikel

Hochwasser: Bereits rund 600 Einsätze rund um Rosenheim

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Meldung 18 Uhr – Sandsäcke für die Autobahn

4.000 Sandsäcke sollen auf der Autobahn A8 verbaut werden. Die Einsatzleitung im Rosenheimer Landratsamt will so versuchen, die überflutete Fahrbahn zwischen Bad Aibling und Rosenheim-West in Fahrtrichtung Salzburg wenigstens zum Teil frei zu halten. Die Staatsstraße durch das an die Autobahn angrenzende Moorgebiet Wasserwiesen ist vollständig gesperrt. Auf der Autobahn hat sich bereits ein erheblicher Rückstau gebildet. Die Umleitungsstrecken sind überlastet. Die Polizei meldet zudem zunehmende Probleme mit Gaffern. Die B 15 bei Rott bleibt voraussichtlich bis morgen Früh gesperrt. Eine Unterführung ist vollständig überflutet. Sie muss leergepumpt und gereinigt werden. An der Mangfall in Feldolling steigen die Pegel seit einiger Zeit nicht mehr an. Der Scheitelpunkt scheint erreicht. Dies gilt derzeit noch nicht für die Mangfall in Rosenheim und den Inn in Wasserburg. Hier sorgt nachfließendes Wasser aus dem Oberlauf für weiterhin leicht steigende Pegel.

Meldung um 15 UhrIn Kirchdorf sind alle Keller vollgelaufen

Vom Moorgebiet Wasserwiesen drückt Wasser auf die Fahrbahn der Autobahn A8 zwischen Bad Aibling und Rosenheim-West in Fahrtrichtung Salzburg. Die Einsatzkräfte vor Ort versuchen, die Fahrbahn zumindest zum Teil offen zu halten. Bis auf einen Ortsteil in Raubling hat sich die Lage im gesamten Landkreis Rosenheim entspannt. Im Ortsteil Kirchdorf sind alle Keller vollgelaufen. Um ein Abpumpen des Wassers aus den Kellern zu ermöglichen, sind drei Hochwasserpumpen im Einsatz. Sie transportieren das Wasser aus dem Regenwasserkanal über die Kreisstraße RO 7 in die so genannte Arzer Wiese. Die Zahl der Einsätze ist auf knapp 600 angestiegen. Gut 400 entfallen auf den Landkreis Rosenheim, knapp 60 auf die Stadt Rosenheim und über 130 auf den Landkreis Miesbach.

Meldung um 14 Uhr: Lage entspannt sich

Die Pegel an den kleineren Bächen und Flüssen haben zu sinken begonnen. Lediglich an Inn und Mangfall wird das Wasser voraussichtlich bis in den Nachmittag hinein noch leicht ansteigen. Dr. Hadumar Roch vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim sprach in Zusammenhang mit der Lage an der Mangfall von einem 10- bis 20-jährigen Hochwasser. Viele Einsatzkräfte haben mit den Aufräumarbeiten begonnen bzw. sind bereits abgerückt. Beobachtet wird noch der Wuhrbach bei Wasserburg. In Kirchdorf bei Raubling sind die drei Hochwasserpumpen inzwischen im Einsatz, um den Regenwasserkanal zu entlasten. In dem Ortsteil waren einige Keller vollgelaufen. Insgesamt waren und sind heute knapp 1.200 Kräfte im Einsatz, unter anderem von den Feuerwehren, dem Technischen Hilfsdienst, der Bergwacht, dem Rettungsdient und der Wasserrettung. Die Integrierte Leitstelle meldet bisher rund 580 Einsätze. Davon entfallen knapp 400 auf den Landkreis Rosenheim, 55 auf die Stadt Rosenheim und knapp 130 auf den Landkreis Miesbach.

Aktualisierung vormittag: Die ergiebigen Regenfälle in der Region werden voraussichtlich bis Mittag andauern. Laut einer vorsichtigen Schätzung des Rosenheimer Wasserwirtschaftsamtes könnten die Pegel von Inn und Mangfall die Meldestufe 3 erreichen. Einsatzschwerpunkte sind derzeit der östliche Landkreis mit Bernauer Ache und Prien sowie Teile der Gemeindegebiete von Tuntenhausen und Rohrdorf. Die Autobahn A8 zwischen Achenmühle und Frasdorf ist wegen Überflutung in beiden Richtungen vollständig gesperrt. Derzeit ist unklar, wie lange die Autobahn nicht befahrbar bleibt. Die Umleitungsstrecken sind völlig überlastet. Die Zahl der Einsätze steigt weiterhin an. Die Integrierte Leitstelle in Rosenheim ist personell aufgestockt worden. Die Feuerwehren registrierten bisher rund 200 Einsätze. Die Bergwacht evakuierte heute Morgen gegen 4 Uhr 12 Kinder aus einem Jugendcamp im Jenbachtal. Die Kinder hatten gezeltet und wurden zu einer Bergwachthütte begleitet. Verletzt wurde niemand. Die Wasserwacht hat die Besatzungen der Hochwasser-Boote in Alarmbereitschaft versetzt. Nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes fielen in der Region bereits bis zu 100 Liter pro Quadratmeter. Bis Mittag sollten im südlichen Bereich noch bis zu 50 Liter pro Quadratmeter hinzukommen. Im nördlichen Bereich des Landkreises sollen es um die 30 Liter sein. Am späten Abend soll der Regen nachlassen.

Erstmeldung in der Früh: Verkehrsteilnehmer müssen heute Morgen im gesamten Landkreis Rosenheim mit überfluteten Straßen rechnen. Wegen der anhaltenden Regenfälle mussten die Feuerwehren bis zur Stunde bereits rund 150 Mal ausrücken. Der Landkreis Rosenheim hat im Landratsamt eine Koordinierungsgruppe eingerichtet und einen Örtlichen Einsatzleiter bestellt. Die Pegel an Inn und Mangfall steigen schneller als prognostiziert. Sie befinden sich aber noch im unkritischen Bereich und werden weiter aufmerksam beobachtet. Aufgrund der beidseitigen Totalsperre der überfluteten Autobahn A8 zwischen Frasdorf und Rosenheim sind auch sämtliche Umleitungsstrecken überlastet. Autofahrer werden dringend gebeten, Autobahn und Umleitungsstrecken dringend zu meiden. Derzeit ist unklar, wie lange die Totalsperre aufrecht erhalten bleiben muss.

Bericht: Landratsam Rosenheim

Fotos: Herbert Reiter – Hochwasser der Prien in Aschau i. Chiemgau

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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