Sport & Freizeit

Sportler-Ehrung Prien: Radfahrverein Prien

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Bei der Sportlerehrung 2020 in Prien wurden -wie bereits auf den Samerberger Nachrichten kurz berichtet – überdurchschnittliche Leistungen von Sport-Aktiven und Ehrenamts-Funktionären ausgezeichnet. Aufgrund der Fülle an Geehrten und interessanten Leistungen wollen wir einzelne Sportarten oder Vereine in einem eigenen Beitrag gesondert vorstellen. Beginnen wollen wir mit dem Radfahrverein Prien, dessen Vorsitzender Wini Kober nachfolgende Laudatios auf seinen langjährigen Vorgänger Walter Freitag sowie auf den auch international erfolgreichen Rad-Rennfahrer Rudolf Wörndl halten konnte.

Walter Freitag

Verehrte Gäste, als ich die Ehrenordnung gelesen habe, bin ich auf folgende Punkte gestoßen:

  • „Sportfunktionäre, die sich besondere Verdienste um den Sport erworben haben“
  • „andauernde Tätigkeit von mindestens 15 Jahren“
  • „innerhalb eines Jahres nach Beendigung der Tätigkeit“

Diese erscheinen wie gemacht für unseren Walter Freitag:

Schon als Kind ist er in den Verein eingetreten, schon bald trat er aktiv als Rennfahrer bei Schüler-, Jugend- und Juniorenrennen in Erscheinung. Walter, du wirst mir die Bemerkung verzeihen: nicht jeder hätte mir auf Anhieb geglaubt, dass du den 2. Platz bei der Oberbayerischen Bergmeisterschaft am Rossfeld geholt hast…

Aber auch sein organisatorisches Talent und sein unermüdlicher Einsatz wurden bald erkannt, und so wurde er vom damaligen Vorstand Rudi Ernstberger erst als Schriftführer engagiert und war dann lange Jahre zweiter Vorstand. Schließlich stellte er sich sogar als Erster Vorstand in die Dienste des Vereins und übte dieses Amt 14 Jahre lang bis zum Februar 2019 aus. (Und er hat es sogar noch geschafft, mich zu überreden, als Nachfolger anzutreten.). In diese Fußstapfen zu treten, ist sehr schwierig, denn der Walter hat große Spuren hinterlassen:

Ich darf hier nur Folgendes nennen:

  • Sein Einsatz beim Priener Kriterium „Rund um den Marktplatz“ und die Verknüpfung mit „Swinging Prien“ – neudeutsch: Synergien nutzen
  • Der Woidl kann einfach guad mit de Leit: Zusammenarbeit mit der Kolping-Familie beim Radlflohmarkt; einer der ersten in der Region mit inzwischen vielen Nachahmern
  • Aufbau der Jugendgruppe: Nachwuchs, aktive Mitglieder
  • Pumptrack in Bernau (gemeindeübergreifend: Synergien)
  • Internationale Kontakte: Fahrten nach Graulhet, Valdagno, Rom und Venedig
  • Auch Fahrer des Rennleiters bei den Profirennen der Bayernrundfahrt (siehe Walters Leidenschaft für Autos, manche behaupten, dass er schon in jungen Jahren nicht nur mit dem Rad, sondern oft auch§ mit dem Cabrio unterwegs war)

Seine Begeisterung für den Radsport ist weiterhin ungebrochen, und er bleibt auf vielen Feldern aktiv, sei es bei der Feuerwehr oder vielleicht bald in der Kommunalpolitik.

Sein Am als Vorstand hat er niedergelegt, aber sein Engagement geht weiter beim Bayerischen Radsportverband als Kassenprüfer.

Es freut uns, dass wir unseren Walter hier ehren lassen dürfen und ich bedanke mich für den unermüdlichen Einsatz und deine Hilfe bei allen Fragen und Problemen…

Rudolf „Rudi“ Wörndl

In der Ehrenordnung der Marktgemeinde Prien heißt es:
§7: „Die silberne Sportmedaille kann einer Person nur einmal verliehen werden.“

Also hab i denkt: Kaas bissn, Thema erledigt. Der Rudi hat so ziemlich alles abgeräumt, was es abzuräumen gibt. Als ich in den Verein eingetreten bin, gab es viele mit Freude am Radfahren; beachtliche Leistungen und Trainingsumfänge, aber dann gab es noch den Rudi…

Er selbst betont oft die wichtige Unterscheidung zwischen „Rennradfahrer“ und „Radrennfahrer“, und wenn sie sich fragen, was soll da der Unterschied sein: Naja – es gibt halt Leute, die fahren irgendwie Rennrad, und dann gibt es die, deren Lebensinhalt eigentlich die Radrennen sind. Zu dieser elitären Gruppe gehört unser Rudi.

Ich lese nicht die lange Liste vor, auf der Siege stehen wie ein Etappensieg bei der Mallorca-Rundfahrt, die Teilnahmen am Münchener Sechstagerennen, 1. Platz der Bayerischen Straßenmeisterschaft oder zahllose (ca. 80) Siege und Platzierungen bei Kriterien, nein, diesmal geht es um die Masters-WM oder, wie es inzwischen heißt, den Masters Weltpokal, also kurzgesagt die Weltmeisterschaft für Radrennfahrer über 30.

Da macht der Rudi nun seit Langem erfolgreich mit, immer  in den Top Ten, und aktuell, also 2018 und auch 2019, kann er sich sogar mit dem Titel des Vizeweltmeisters schmücken, und zwar in einer besonderen Wertung, der sogenannten Vintage Weltmeisterschaft, bei der nur historische Räder und entsprechendes Material verwendet werden dürfen, was es nicht leichter macht. Aber davon lässt sich der Rudi nicht abschrecken, und auch bei ihm steht wie beim Walter ein runder Geburtstag an, und so wird der Rudi mit über 60 auch weiterhin alles abräumen…

Lieber Rudi, herzlichen Glückwunsch zur Ehrung und weiterhin viele Erfolge und vor allem Freude am Radrennfahren!

Fotos: Rückblick und Erinnerungen: RV Prien – Verleihung bei Sportler-Ehrung: Hötzelsperger

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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