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Rosenheimer Grüne im Bayer. Landtag

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Rosenheimer GRÜNEN treffen Ludwig Hartmann im Münchner Landtag und sprechen über ihre Bedenken zum Brenner Nordzulauf. Es gibt viele Gründe, warum das gesamte nördliche Inntal, und hier sind sich alle Parteien Mal ausnahmsweise einig, die derzeitigen Planungen für den Brenner Nordzulauf für nicht sinnvoll hält!

Am 16. Juli hat eine kleine Delegation von den Rosenheimer GRÜNEN Ludwig Hartmann im Münchner Landtag bei einem kurzen Treffen ihre Bedenken geschildert! Denn die Bundesfraktion der GRÜNEN befürwortet das Projekt ausdrücklich. Peter Rutz, Sonja Gintenreiter, Franz Lukas und Peter Margraf von der Stadtratsfraktion sowie Hubert Lingweiler als Vorsitzender des Kreisverbands sprachen mit Ludwig Hartmann über folgende Punkte:

 Die derzeitigen Kapazitäten der Bestandstrecke sind noch lange nicht ausgelastet und könnten durch Modernisierung der Technik leicht verdoppelt werden.

Was nicht geprüft wurde: Es gibt grundsätzlich kein Kapazitäts- sondern ein Verteilungsproblem bei den Alpenübergängen. Einige davon sind nur zu einem Bruchteil ausgelastet. Das Raumordnungsverfahren prüft keine wirklich alternativen Trassen, sondern lediglich die Zulauftrasse im Inntal mit verschiedenen Abweichungen. Die rechtliche Grundlage, also der Bedarfs- und Wirtschaftlichkeitsnachweis für die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan nicht gegeben.

Der für die neue Hochgeschwindigkeitstrasse geplante Mischverkehr von ICE (230km/h) und Güterzügen (120 bis max. 160 km/h) ist wegen der unterschiedlichen Geschwindigkeiten problematisch, die Zeitfenster zwischen den ICEs sind zu kurz. Je dichter der ICE-Verkehr in der Zukunft, umso mehr Güterverkehr würde wohl auf die jetzige Bestandsstrecke umgeleitet werden. Nur dafür bräuchte es auch die geplanten, riesigen Verknüpfungsstellen.

Worst-Case wäre, dass die schnellen ICE-Personenzüge an den Bahnhöfen in der Region vorbeifahren und der Güterverkehr auf der Bestandsstrecke ohne den erforderlichen Lärmschutz fährt. Ein maximaler Lärmschutz auf der Bestandsstrecke entsprechend den Grenzwerten bei Neubautrassen ist deshalb zwingend erforderlich.

Ludwig Hartmann konnte den Unmut vor Ort im Inntal verstehen und nachvollziehen. Ist man als Region selbst betroffen, würde, wie bei allen großen Infrastrukturprojekten, die Situation halt anders gewertet, als wenn man den übergeordneten Aspekt im Auge hat. Er befürwortet aber eine Auseinandersetzung zwischen den Kreisverbänden und den GRÜNEN der Bundespartei auf Augenhöhe und im Dialog.

Bei der Umsetzung wolle man schon schauen, dass die Region so wenig wie möglich negative Auswirkungen abbekommt.  Beim Brenner Basistunnel hieße das konkret: wo es geht, sollte die Trasse unter die Erde und Schallschutz überall Standard sein, egal ob auf der neuen Trasse oder der Bestandsstrecke. Das gelte auch für die Lärmreduzierung durch den LKW-Verkehr auf der Autobahn. Wenn die Trasse mal stünde, könnte zum Beispiel ein nächtliches LKW-Fahrverbot für die Autobahn ausgesprochen werden, damit der Verkehr auf die Schiene kommt.

Foto: Hubert Lingweiler, Peter Rutz, Sonja Gintenreiter, Franz Lukas, Peter Margraf, Ludwig Hartmann // Copyright C. Heinrich

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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