Kultur

Römerregion Chiemsee wird weiterentwickelt

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Vor drei Jahren entstand von Bernau ausgehend das Projekt „Römerregion Chiemsee“ (RRC). Was ursprünglich auf den Ort Bernau ausgerichtet war, fand immer mehr das Interesse von Fachleuten und Nachbargemeinde und so ergab sich nicht zuletzt mithilfe der Förderung eines LEADER-Programmes eine Maßnahme, die auf drei Jahre ausgerichtet und nunmehr zwischenbilanziert werden konnte. In einer Online-Konferenz mit 34 Teilnehmern gewährte Annette Marquard-Mois als bisherige Projektmanagerin einen Rück- und Ausblick, zugleich beendete sie ihren offiziellen Auftrag, die Historikerin erklärte sich aber bereit, weiterhin ehrenamtlich mitzuwirken.

Elf Gemeinden und eine Kirchengemeinde sowie Heimatpfleger und Touristiker mit den Tourismusverbänden Chiemgau und Chiemsee-Alpenland hatten sich für den dreijährigen Projekt-Zeitraum rund um den Chiemsee zusammengefunden, um die Besonderheiten der Region und seiner Geschichte herauszuarbeiten. „18 neue Römer-Region-Chiemsee-Informationstafeln erinnern in Zusammenhang mit Boden-Denkmälern daran, dass der Chiemgau eine friedlich zusammengewachsene romanische Misch-Bevölkerung hatTE und dass in unseren Gemeinden und Museen noch zahlreiche Spuren vom Alltagsleben der Handwerker, Landwirtschaft und des Handels vorhanden sind. Sie geben hochinteressantes, geschichtliches Zeugnis ab.“ – so Annette Marquard-Mois, die sich bei ihrem Bericht auch beim Landesamt für Denkmalspflege und beim Amt für Landwirtschaft für deren Unterstützung bedankte. Ein besonderer Dank galt der Gemeinde Bernau mit ihrem vormaligen Bürgermeister Philipp Bernhofer, der nunmehrigen Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber und Kulturreferentin Michaela Leidel für deren Starthilfe bzw. Zusage für die weitere Begleitung. Nachdem die Gemeinde Bernau Leitgemeinde für die bisherigen Maßnahmen war, wird für den neuen Projektabschnitt eine neue Gemeinde gesucht, um eine Koordinationsstelle mit einem externen Projektkoordinator für den Ausbau eines Netzwerks von Gästeführern, Ehrenamtlichen, Touristikern, Fachleuten für die Belebung und Weiterentwicklung der Römerregion Chiemsee zu etablieren.

Auch die nächsten drei Jahre wieder ein Leader-Projekt  –  Für den neuen Aktions-Abschnitt werden im Jahr 11.000 Euro an Gesamtkosten benötigt, 50 Prozent können wieder als Zuschuss aus dem Leader-Programm erwartet werden.  Das bedeutet für jede Römer-Region-Gemeinde für drei Jahre einen Beitrag von 2.100.—Euro. Mit diesen Gemeinschaftsmitteln werden Aktivitäten und Angebote speziell für Kinder, Erwachsene und Familien vorbereitet und durchgeführt. Der Internet-Auftritt (www.roemerregion-chiemsee.de) soll mit weiteren europäischen Römerregionen ergänzt und erweitert werden. Zusätzlich hat sich das Katholische Bildungswerk (KBW) Traunstein in enger Kooperation mit dem Bildungswerk Rosenheim bereit erklärt, einen Ausbildungs-Lehrgang für Gästeführer anzubieten. Wie Geschäftsführer Tobias Trübenbach vom KBW Traunstein, das im Jahr rund 35.000 Seminar- und Veranstaltungsteilnehmer verzeichnen kann, dazu informierte, soll am 27. September eine Informations-Veranstaltung für einen Lehrgang und für anschließende Fortbildungen erfolgen. Die Erzdiözese München-Freising hat hierfür einen Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro in Aussicht gestellt. Sabine Mayer vom Landesamt für Denkmalpflege würdigte in ihrem Grußwort die bisherigen Leistungen und sagte zu, bei den neuen Weichenstellungen die Ehrenamtlichkeit von Gemeinden, Tourismusstellen und Geschichts-Interessierten wiederum zu fördern.

Prof. Dr. Siegmar von Schnurbein, deutscher Provinzialrömischer Archäologe aus Frankfurt und Wahl-Chiemgauer, ist Schirmherr der Römerregion Chiemsee. Er lobte in seiner virtuellen Grußbotschaft den großartigen Abschluss des ersten Projekt-Abschnitts und die guten, geplanten Perspektiven. In nächster Zeit werden die elf Mitgliedsgemeinden in ihren Gremien ihre Zustimmung zum neuen Projekt-Abschnitt einholen und sich auf die zukünftige Koordinationsstelle verständigen. Gemeinsamer Wunsch aller Beteiligten ist es, dass im Sommer diesen Jahres eine „echte“ Einweihung der Römerregion Chiemsee stattfinden kann.

Fotos/Repros: Hötzelsperger – 1. Eine der Römer-Informationstafeln am Bahnhof Halt (Gemeinde Bernau) –  2. Abschluss-Besprechung digital zur Römerregion Chiemsee. 3. Flyer und Werbemittel zur RRC.

 

 

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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