Tourismus

Reise-Tipp: GAUJA Nationalpark im Baltikum

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Von Uschi Lang –  Als ich das erste Mal von „Lettland & Nationalpark„ hörte – wurde ich neugierig und nach einigen Recherchen über das Baltikum, entschloß ich mich spontan, den Nationalpark Gauja zu erkunden. Lettland ist einer der Nachfolgestaaten der Sowjetunion und gehört zu den drei kleinen baltischen Staaten. Das Land liegt zwischen Estland, Weißrussland, Litauen und Russland; seit dem EU Beitritt 2004 ist Lettland ein sehr beliebtes Reiseziel, das sein Sowjetunion-Grau abstreifen konnte und jetzt in frischen Farben erblüht.

Nicht nur die pulsierenden Metropole Riga & Direktverbindung mit der Airbaltic sondern auch Brauereien, 500 km lange, teilweise unberührte weißen Sandstrände, ruhiges Landleben, Camping und last but not least der Gauja Nationalpark ziehen Touristen aus allen Herren Ländern ins Land.

Der Nationalpark im Norden des Landes – auch „livländische Schweiz“ genannt – ist neben Riga das beliebteste Ausflugsziel Lettlands; Namensgeber war der 450 km lange Gauja Fluß; der Park ist in fünf Regionen unterteilt. Rund um das Gaujatal findet man verschiedene Reliefformen, Quellen, Sandsteinfreilegungen und eine große biologische Vielfalt (150 Vogel-, 40 Fisch- und 48 Säugetierarten wie Bären, Wolfshunde, Wildschweine, Elche oder Waschbären); geprägt ist der Park durch malerische Landschaften sowie einzigartige Natur- und Kulturdenkmäler. Der Nationalpark Gauja – besteht seit den 30er Jahren – bekam 1973 seine Grenzen und ist somit das größte Naturschutzgebiet des Baltikums. Er schützt auf einer Fläche von über 920 km2 den prachtvollsten Abschnitt des Urstromtales der Gauja von Valmiera bis Murjani.

Metropole Riga

Angekommen am Internationalen Flughafen in Riga sieht man das neue Lettland – unvorstellbar in der ehemaligen Sowjetunion – westlich orientiert und aufgeschlossen. Wir spazierten durch die geschichtsträchtige Neu- und Altstadt. 1997 wurde die Altstadt UNESCO Weltkulturerbe. Seit 1991 Anerkennung der Unabhängigkeit Lettlands – Riga wird wieder Hauptstadt einer freien Republik. Sehenswertes: u.a. Rathausplatz, Schwarzhäupterhaus, Jugendstilviertel, Nationaloper, Domplatz, Freiheitsdenkmal, Rigaer Börse, Die Drei Brüder, Rigaer Schloß oder das Katzenhaus. Nach der interessanten Stadttour verkosteten wir noch typisch lettische Spezialitäten, bevor es via Shuttle vorbei am Meer (balta kapa) ins 50 km entfernte Sigulda – dem „Tor zum Nationalpark“ – ging. Angekommen im Hotel Aparjods erholten wir uns für den nächsten Tag.

Sietiniezis (Siebfelsen), Faßmuseum und Valmiera

Erste Erkundungstour – umgeben von einer idyllischen Landschaft – zum mächtigen Sietiņiezis. Er enthüllt Sandsteinformationen und Verzierungen, die über Millionen von Jahren hinweg durch natürliche Prozesse entstanden, aber bis  heute noch nicht abgeschlossen sind und die Oberfläche des Sieb-Felsen formen. Man glaubt ein luxuriöses, helles Schloß aus Sandstein vor sich zu haben. Die Sandsteinoberfläche besitzt winzige Löcher und unterscheidet sich somit von anderen Felsen. Da der Felsen die Sonnenwärme abhält, haben Wildbienen ihn für sich entdeckt. Sie schufen die kleinen Löcher – daher auch der Name durch das ständige ein- und ausfliegen.

Es ranken sich viele Legenden um den Sietiniezis – eine davon erzählt von der 10 m tiefen Höhle mit zwei Ausgängen am südlichen Ende des Felsens – der Heimat des lettischen Teufels. Ihr Name Velnala (Teufels)-Höhle ist daher kein Zufall – manche sehen hier sogar einen Pferdefußabdruck?! Der größte Sandsteinvorsprung ist im südlichen Teil des Siebsteinfels zu finden, er wird Teufelsferse genannt, da Pelzebub von da aus über den Fluß sprang. Der höchste Punkt Sietiniezis – der natürlichen Burg – ist der Turm, von hier hat man einen grandiosen Ausblick auf den schönen blauen Fluß, der mit hellgrünen Astspitzen verziert ist.

Nach dieser interessanten Felsen-Tour Besuch im Faßmuseum & der Werkstatt von Janis Grantins. Hier kann der Besucher nicht nur beim Bau eines Fasses mithelfen sondern auch beispielsweise Badewannen, Sessel, Schaukelstühle etc. maßgetreu anfertigen lassen bzw. alte Faßinstumente bestaunen. Nach getaner „harten Arbeit“ macht sich Hunger breit und wir  stoppen im Restaurant Wolmor, um für den Spaziergang in Valmiera gewappnet zu sein.

Das historische Zentrum von Valmiera bilden die Reste der mittelalterlichen Festung am Fluß Gauja entlang, die erneuerte Sankt Simons Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die anliegenden Burgruinen des livländischen Ordens sowie das Heimat-Museum. Das Gotteshaus besteht aus einem dreischiffigen Gemeinde- und Altarraum mit polygonaler Apsis sowie dem Backsteinturm; an der Nordwand der Kirche wurden zwei Kanonenkugeln eingemauert im Gedenken an den Livländischen Krieg. Neben der Kirche stehen die älteste Stadt-Apotheke und eine Pferdepoststation. Valmiera, die alte Hansestadt ist die einzige in Lettland, die mit einem Profi-Theater und einer Universität aufwarten kann.

Auf dem Rückweg zum Shuttle kommen wir am Stadtpark mit seinen lustigen Skulpturen, einem kleinen Friedhof, einer Freiluftbühne sowie am See Dzirnavu mit einem darin befindlichen farbenprächtigen Springbrunnen am Fuße der Festung Blaue Bastei vorbei.

Leicht ermüdet geht’s mit dem Shuttle zum Hotel Diklu pils.

Kokmuiza, Brauerei Valmiermuizas alus, Landgut Ungurmuiza, Archäologisches FreizeitMuseum Araisi

Frühmorgens Busfahrt zum Gutshof Kokmuiža in der historischen Region Vidzeme – früher war hier eine der großen Bierbrauereien im Herrenhaus; heute noch zu sehen u.a. das Landgut, die Stallgebäude & Bibliothek sowie der Keller der Brauerei. Die erste sphärische Sonnenuhr vor dem heutigen Schulgebäude ist das Highlight.

Die Gutsbrauerei Valmiermuizas alus im historischen Zentrum der Stadt ist der nächste Stopp. Die Schloßbrauerei „Valmiermuiza“ ist ein kleines aber feines Brauunternehmen bei Valmiera. „Beim Brauen werden Rohstoffe höchster Qualität eingesetzt und die Grundsätze des langsamen Brauens eingehalten. Nach sorgfältig ausgewählten Rezepturen wird ein „nicht pasteurisiertes und natürliches“ Bier gebraut wie anno dazumal, das Bierliebhaber zu schätzen wissen“, erklärte Eli unsere Brauerei-Führer. Weiters erzählte sie uns was es mit Altgeistes des Anwesens, Duft, Farbe und Geschmacksnote der Biere und last but not least dem Brandbier bzw. lettische Malzbier (alkoholfrei) – das übrigens hervorragend schmeckt auf sich hat.

Natürlich darf nach der (Bier)Theorie das praktische Verkosten nicht fehlen und zwar in der anschließenden ehemaligen Kornkammer sprich Bierküche. Das 5-Gang-Biermenue ist empfehlenswert (typisch lettisch) – und paßt bestens als Untergrund für weitere Verkostungen – selten so gut gespeist und verkostet!

Leider müßten wir uns sputen, denn das Landgut Ungurmuiza wartete; es liegt örtlich des Ungurusee und wird auch Gut Orellen genannt; übrigens das einzige noch aus Holz gebaute und erhaltene Barock-Architekturdenkmal aus dem 18. Jahrhundert, das sich im Nationalpark Gauja befindet. Das Landgut – inmitten einer großen Landschaft gelegen – gelangte zur Berühmtheit wegen seiner alten Eichen und andere exotische Bäume; gebaut wurde das Herrenhaus von Freiherrn von Campenhausen – das heute ein Museum ist; über eine alte Eichenholztreppe gelangt man in den ersten Stock des Gutes; dort finden sich barocke Wand- und Deckengemälde. Zu sehen sind u.a. eine Wassermühle, ein Fischteich, ein gut erhaltenes romantisches „Teehaus“ auch Parkpavilion genannt und der schwarze Lindenweg zum Familiengrab derer von Campenhausen.

Das letzte Sightseeing für den heutigen Tag ist das Freilichtmuseum Araisi. Die See-Burg Āraiši ist die einzige Rekonstruktion einer befestigten Siedlung des 9. – 10.Jahrhunderts in Europa. Der Museumspark zeichnet sich durch seine einzigartigen archäologischen Funde aus. Der archäologische Museumspark (ein einzigartig historisches Kunstwerk) ist über einen Holzsteg erreichbar – besteht aus einer befestigten Siedlung der Lettgallen, einer mittelalterlichen Burgruine aus dem 14.-17. Jahrhundert und wieder aufgebauten Gebäuden aus der Stein- und Bronzezeit auf einer 12 ha großen Fläche am Ufer des Sees Āraiši in der Nähe von Cēsis.

Etwas geschafft nach dem Ausflug, freuten wir uns auf eine lettische Spezialität im Restaurant Faszenda in Cesis und ein bequemes Bett im Waldhaus am Campingplatz – Ozolkains wooden house – ja Sie lesen richtig – es gibt Campingwaldhäuser in Lettland!

Cesis – eine mittelalterliche Burg & die Kellerhöhlen von Ligatne

Aufgrund der guten lettischen Luft – bestens ausgeruht und gespannt machen wir uns auf zu einem weiteren Highlight. Cesis liegt im nördlichen Teil der Höhen von Vidzeme, direkt am Gauja-Nationalpark und ist von Wäldern und einer atemberaubenden Naturlandschaft umgeben. Die schönste Hanse-Stadt Lettlands liegt nur 90 km von Riga entfernt. Geht man durch das RauteTor betritt man den historischen Stadtkern. Die kleinen Gäßchen mit Kopfsteinpflaster in der reizvollen Altstadt, vermitteln einen Hauch von Geschichte, während landestypische Geschäfte eine große Auswahl von einheimischen Kunstgegenständen anbieten. Sehenswertes: die Kirche des Hl. Johannes, eine der ältesten Denkmäler der mittelalterlichen Architektur Lettlands, die Plattform des Glockenturms (grandiosen Blick auf die Stadt), das Neue Schloß mit einem Museum und die Feste von Cesis.

Geschichte der mächtigen Burgruine, Kellerhöhlen und das „geheimnisvolle“ Rehazentrum

Die Burg entstand im Jahre 1207 als Festung, nachdem sie mehrmals umgebaut und erweitert wurde; ihre heutige architektonische Form hat sie Anfang des 16. Jahrhunderts erhalten. Hier wurden nicht nur wichtige Entscheidungen der Landesherren getroffen sondern auch Amtspersonen und Kriegsgefangene gefangen gehalten. Die gut befestigte Burg hatte ihre ersten ernsthaften Schäden im Livländischen Krieg (1558-1583) erlitten; sie wurde deshalb nie mehr für militärische Zwecke genutzt.

Nach dem Rundgang durch die Festung stand einer Stärkung im Johathan SPA Hotel nichts mehr im Wege.

Weiterfahrt zu den Kellerhöhlen und Felsen von Ligatne sowie Umgebung; es gibt eine große Anzahl von der Natur freigelegten Sandsteins, genannt Felsen und Gestein. Die Kellerhöhlen wurden von den Einwohnern händisch gemeißelt. Die Sandsteinfelsen, die im Sonnenlicht golden, rötlich und grau schimmern, entstanden aus Sand- und Tonsedimenten, die sich durch das fließende Wasser angesammelt hatten. Dieser ungewöhnliche Ort war ein Rettungsanker vieler Generationen, da die Höhlen ein Stauraum für notwendige Vorräte war. Nach dem Erforschen der Höhlen Einladung zur Weinverkostung in einem Kellergewölbe unter den Klippen – ein gutes Tröpferl aus Beeren und Früchten – wer kann das schon verwehren.

Gut gelaunt nähern wir uns dem Höhenpunkt unserer Reise – Ligatne: ein Bunkerbesuch und Übernachtung im wohl „best gesichertsten Hotel Resort des ehemaligen sowjetischen Lettlands, dem „Kurortviesnica Ligatne“ (Rehabilitacijas centrs).

Schon beim Abendessen spürten wir den typisch sowjetischen Touch – von Wachstüchern am Tisch über Essen in großen Schüsseln mit Schöpfern bis hin zu blumig verzierten Wasserkrügen und die „kommunistische“ Unterhaltungsmusik im Hintergrund – das hatte schon was für sich – wie in den 70ern – uns gefiel’s – wir waren beeindruckt und fasziniert zugleich. Auch die spartanisch eingerichteten großen Zimmer – wie anno dazumal – die Tapeten mit stilisierten Mustern in Grünbrauntönen, stabile Bettbänke, bequeme Holzbetten oder die etwas abgenützten Fauteuils – ließen uns in eine Zeit eintauchen, die es so wohl nie mehr geben wird.

Die geheime Anlage im sowjetischen Lettland mit Codenamen „Altersheim“ (Pansionāts), Museum Reservat Turaida, Gutmanshöhle

Ganz früh aus den Federn – wir hatten übrigens hervorragend geschlafen – waren wir alle neugierig und gespannt auf den Bunkerbesuch und was uns erwarten wird? Wann hat schon mal die Gelegenheit – ein Geheimprojekt der Sowjetunion zu sehen – und wir wurden nicht enttäuscht.

Auf dem Areal des Reha Zentrums Ligatne gibt es 9 Meter unter der Erde eine gut ausgestattete Anlage mit einer Gesamtfläche von 2.000 m2. Der Bunker wurde für die Bedürfnisse & das Überleben der politischen und staatlichen Autoritätselite der 80er – sollte es zu einem Atomkrieg kommen – gebaut und modernst eingerichtet.

Erst 2003 wurde der Geheimhaltungsstempel aufgehoben und der Bunker öffentlich zugänglich gemacht. Dieses Objekt ist einer der strategisch eindrucksvollsten Orte im ehemals sowjetischen Lettland. Eine leistungsfähige, autonome, selbsttragende Struktur mit allen notwendigen und hochwertigen Geräten. Alles ist bis heute noch authentisch erhalten: wie z.B. Besprechungsräume, Sauerstoffreserven, autonome Kraftwerke mit Dieselgeneratoren, Tankanlagen, eine Kantine mit typisch sowjetischen Essen oder der Telekommunikationsblock – sprich ein direkte Draht zum Kreml (Moskau), wobei das „Rote Telefon“ noch heute funktioniert!!!

Geführt wurden wir durch das Bunkerlabyrinth von einem „KGB Agenten in Uniform“ und verabschiedet mit militärischem Gruß. Der „Agent“ hatten keine Minute Pause – der Besucheransturm war enorm (ein Bienenschwarm ist nichts dagegen) – wer kann sich das verdenken – ein unvergessener Eindruck, der sprachlos macht! eben eine Sehenswürdigkeit, die man so wohl kaum zu sehen bekommt.

Nach den vielen Eindrücken der Vergangenheit nun wieder in die Ist-Zeit zurückgekehrt – Weiterfahrt nach Sigulda – zum MuseumsReservat Turaida. Das weite Territorium auch Garten Gottes genannt, ist reich an Denkmälern der Archäologie, Architektur, Geschichte und Kunst. Auf dem 44 Hektar großen Gelände des historischen Zentrums befinden sich die Grabstätte für die Rose von Turaida (tragische Liebesgeschichte, die mit dem Tod Maija endete), die älteste Holzkirche mit barockem Schnitzwerk auf dem Kirchenberg, einige rekonstruierte Bauernhäuser, der Dainuberg mit dem Volksliederpark und seinen 25 Skulpturen, ein bewirtschaftetes Landgut und die mit Backsteinen errichtete Burg Turaida – 1274 von Bischof Albert erbaut aber im 18. Jahrhundert vollständig abgebrannt bis auf den knapp 39m hohen Turm, von dem man einen traumhaften Blick auf das Gaujatal und das Burgareal hat. Die Innenräume wurden restauriert und bieten einen Einblick in die damalige Wohnkultur. Im Museum sind archäologische Funde und die Folterkammer zu sehen.

Die anschließende – am Weg befindliche Gutmanshöhle ist unweigerlich mit der Rose von Turaida verbunden. Dieser Höhle – einem offener Mund gleichend, ist die größte und älteste Sehenswürdigkeit Lettlands; ihr werden heilende Kräfte nachgesagt. Die Grotte wurde vom Fluß Gauja und einer unterirdischen Quelle geformt. Ein Einsiedler sollte – das in der Höhle entspringende Quellwasser einst als Heilwasser genutzt haben, um Menschen zu kurieren („gutman“). Später haben Mädchen und Burschen das Wasser getrunken und sich damit gewaschen – um ewig jung zu bleiben oder die Liebe für immer einzufangen.

Nach den vielen Infos und Besichtigungen, freuten wir uns auf ein fürstliches Gemach und Diner im neogotischen Schloß Birni. Auf einem Hügel an dem künstlich angelegten See wurde 1860 Birni gebaut. Umgeben ist der Schlosskomplex von ein malerischer Park, Seen und dem Gutsgebäude mit Hotel & Restaurant.

Bobbahn und die Ruinen der Burganlage von Sigulda

Ohne sich sportliche zu betätigen, kann man Lettland nicht verlassen, daher erste Stadion die Bob- und Rennschlittenbahn „Sigulda“; sie wurde 1986 eröffnet und ist eine von wenigen Bahnen, die sowohl von Profisportler als auch Touristen benutzt werden kann. Die 1.200 Meter lange Bahn mit 16 Kurven kommt auf eine Geschwindigkeit bis zu 125 km/h. Bestens geeignet zur Austragung von Wettkämpfen und Trainingseinheiten für Bob, Rennrodeln und Skeleton. Jedes Jahr finden hier nationale und internationale Wettbewerbe statt. Da wir alle mutig waren – wagten wir eine Runde – wow – das hatte schon was für sich – aber Profi-Bobfahrer – nein das wollen wir dann doch nicht werden ;o)))

Unser letztes großes Ziel – leider unser Urlaub neigte sich dem Ende zu – sind Sigulda  und die Burgruine des livländischen Ordens. Sigulda liegt am Rande des Nationalparks hat ein gut ausgebautes Rad- und Wanderwegsnetz. Wegen seiner Hügellandschaft wird die Stadt, an den Ufern des Gaujaflusses liegend – auch als die lettische Schweiz bezeichnet. Sigulda besteht aus drei Stadtteilen der historischen Altstadt, Turaida und Krimulda.

Zu sehen: u.a. das ehemalige Gutsschloß – heute Neues Schloß von Sigulda genannt – ein neogotisches Meisterwerk im 19. Jahrhundert errichtet; außerhalb des Schloßgartens befindet sich ein Spazierstockpark, die Livländische Ordensburg Sigulda – sie  wurde im 13. Jahrhundert als kastellartige Festung errichtet. Heute können der Nord- und Torturm sowie die Freiluftbühne besichtigt werden und man flaniert dabei auf den Burgmauern einer längst vergangenen Ära;

Sprühend vor sportlicher Energie geht’s noch zum Freizeitpark Ramkalni zur Sommerrodelbahn: über Kurven – den Fahrtwind im Gesicht spürend – düste  man auf der Rodel mit max. 40 km/h ins Tal. Keine Angst, es gibt eine Geschwindigkeitsbremse – und weil’ s Action pur war, blieb’ s natürlich nicht bei einer Fahrt – jedenfalls gemütlicher als die „Schußfahrt“ mit der Bobbahn; anschließend Lunch im Restaurant Vitinkalni.

Für die letzte Nacht war das Herrenhaus von Malpils unser Domizil, ein klassizistisches Denkmal aus dem 19. Jahrhundert; der barocker Park, eine malerische Naturlandschaft, ein Teich mit einem Chalon-Brunnen und blühenden Seerosen, laden Gäste ein, sich in dem Luxus Design Hotel samt Restaurant wohlzufühlen. Und wir genossen es – man gönnt sich ja sonst nichts!!!

Am früher Vormittag des nächsten Tages ging’s nach Riga zum Internationalen Flughafen – Retourflug (wie auch der Hinflug) natürlich mit Airbaltic; man hat ein sehr sicheres Gefühl und fühlt sich gut aufgehoben im neuen Bombadier CS300. Im Flieger hatte man Zeit, die Reise Revue passieren zu lassen  – und im Gedanken noch versunken im Nationalpark Gauja – ertönte im Lautsprecher plötzlich der „Donauwalzer und Willkommen in Wien„.

Fazit: Lettland – im speziellen auch der Nationalpark Gauja, war ein unvergeßliches Erlebnis für mich – ich hätte mir nie vorstellen können, was man alles Erleben kann im Baltikum; ich bin fasziniert, wurde überrascht und habe einen bleibenden Eindruck mitgenommen: Lettland kann man nur bestens weiterempfehlen – der Gast ist in Baltikum König und das spürt man überall, egal wo man hinkommt – die Gastfreundschaft ist hier großgeschrieben – außerdem fühlt  man sich hier sicher bei Tag und Nacht – und das hat schon was beim Urlaub planen – ich werde WIEDERKOMMEN – „ardievas Latvija!“

Einige Infos zu Lettland:

Beste Reisezeit von Mai bis September (im August ist es aber oft regnerisch), ca. 2, 3 Millionen Einwohner, Amtssprache lettisch, Währung Euro/Cent

Ein kleiner Wermutstropen – leider wird nicht überall DEUTSCH gesprochen in den Hotels und

Restaurants – aber ich bin guter Hoffnung, das ändert sich bald!

– Ausgezeichnete TourismusInfos erteilt EnterGaujaTourismus: www.entergauja.com/Tel. +37125429962

-„Der geheime Bunker“ in Litagne www.bunkurs.lv

Freizeitpark & Erholungspark Ramkalni www.ramkaini.lv

Bob-Rodel-bahn in Sigulda www.bobtrase.lv

Airbaltic www.airbaltic.com: (Direktverbindung Berlin-Riga bzw. Wien-Riga)

seit 22 Jahren in der Luft; 1995 nahm die Airline ihren Betrieb auf. Heute gibt es Direktflüge von Riga in 60 Destinationen; die Airline verfügt über eine Flotte von 30 Flugzeugen. Sommersaison 2018: neue Flugziele sind Malaga, Lissabon, Split, Bordeaux und Gdansk (Polen). Die Fluglinie ist die pünktlichste und sicherste Fluggesellschaft weltweit. 2012 wurde die Airbaltic von airlinetrends unter die TOP 10 Airlines gewählt.

 Hotels alle bestens zu empfehlen

-Hotel Aparjods Sigulda ruhige gemütliche Hotelanlage mit empfehlenswertem Restaurant www.aparjods.lv/de

-Dikli Palace Hotel in Koceni https://diklupils.lv/en (Abendessen nicht wirklich zu empfehlen)

-Ozolkalns wooden house (Campingwaldhäuser) Ski- und Erholungspark Nahe Cesis https://www.camping.info/lettland/vidzeme/camping-ozolkalns-26313

!!Highlight der Reise: Kūrortviesnīca Līgatne Rehazentrum „das wohl best gesichertste Hotel samt Geheimbunker“ – das Essen wie auch das gesamte Hotel erinnern an das sowjetische Lettland – „die 70er sind für eine kurze Zeit wieder zurück“ www.rehcentrsligatne.lv

 -Schloß Birini & Restaurant Nahe Saulkrasti – leider ohne Lift – ideal zum Entspannen, mit einer überwältigenden Aussicht auf den See https://www.birinupils.lv/de/

-Herrenhaus von Malpils in einer barocken Parkanlage gelegen – auch das Essen schmeckt grandios www.maipilsmuiza.lv

Restaurants:* bis ***

**3 pavari in Riga (man verwendet keine Teller sondern Papier auf den Tischen) mit offener Küche www.3pavari.lv

***Brauerei Valmiermiza hervorragende Biersorten inkl. Malzbier & ein sehr gutes Biermenue http://www.valmiermuiza.lv/en/

***Restaurant im Freizeitpark Ramkalni – www.ramkaini.lv

**Hotel Sigulda im Zentrum www.hotelsigulda.lv

***Jonathan Spa Luxury Hotel (von Russin geführt) www.jonathanspahotel.lv

***Country Landhaus Karlamuiza sehr gutes Frühstücksbuffet www.karlamuiza.lv

*Valmieras Restaurant (Wolmar Hotel) http://www.wolmar.lv

*Restaurant Fazenda Sigulda im 6. Stock mit grandioser Blick www.fazenda.lv

Uschi Lang

Fotos: fotocredit: ifpa/GN

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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