Natur & Umwelt

Priener Weinberg: neu bepflanzt und gesegnet

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Obst- und Gartenbauverein Prien und Umgebung hat wieder einen eigenen Weinberg. Erstmals bekam der Verein im Jahr 1985 unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden Günther Krumrey mit Unterstützung von Kurdirektor Peter Donauer sowie mit einer Patenschaft aus dem fränkischen Randersacker einen Weinberg mit damals 77 Rebstöcken. Die nunmehr erfolgte Neuanpflanzung mit knapp einhundert Rebstöcken stellte der nunmehrige Vorsitzende Felix Perl bei einer kleinen Feierstunde vor. Dabei segnete Pfarrer Klaus Hofstetter im Beisein der Dritten Bürgermeister Martin Aufenanger (Prien) und Robert Perl (Rimsting) den neuen Weinberg und die mit ihm verbundenen Menschen.

„Ich bin der Weinstock, Ihr seid die Reben“ – gemäß diesem Zitat aus der Heiligen Schrift  blickte Pfarrer Hofstetter wenige Wochen vor seinem Abschied nach sieben Jahren seelsorgerischer Tätigkeit in Prien und Umgebung zurück und sagte: „Als ich vor sechs Jahren hier heroben eine Mai-Andacht feiern durfte, war ich überrascht, dass es hier im Chiemgau einen Weinberg gibt. Dankbar bin ich für viele Begegnungen, so möge auch dieser Weinberg reiche Frucht bringen“. Als ehemaliger Weinerntehelfer in der Studentenzeit und in der Toskana gab Pfarrer Hofstetter noch folgende Empfehlung: „Bei wohl bereitetem Boden, bei guter Pflege, mit genügend Wasser und nicht zu viel Dünger sowie mit der notwendigen Geduld wird das Werk gelingen. Bedenken wir dabei immer, dass wir die Schöpfung bewahren, aber sie uns nicht untertan machen, denn wir sind Teil dieser Schöpfung“.  Die feierliche Andacht mit Segnung des Weinbergs mit einem Bildstock des Heiligen Urban wurde von Michaela Leidel mit Harmonika sowie von Mitgliedern des Frauensingkreises Hittenkirchen musikalisch gestaltet. Christian Steinbichler, der zusammen mit Gisela Wüstinger und Markus Pfeuffer die Hauptorganisation der Neubepflanzung übernommen hatte, erinnerte, dass in den bisherigen Weinberg-Jahren die Ernten ganz und gar unterschiedlich ausfielen.  „Die Erstbepflanzung erfolgte mit den Intensiv-Sorten Silvaner und Müller-Thurgau, das bedeutete auch einen hohen Pflanzenschutz-Einsatz. Dieses mal gehen wir mit den Sorten Johanniter, Solaris und Bianca (weiß) sowie Nero (rot) und noch weiteren Sorten einen anderen Weg. Diese pilzwiderstandsfähigeren Sorten haben wir in enger Abstimmung mit Fachleuten und mit dem Verein PIWI International ausgewählt“.

Abschließend bedankte sich Vorstand Perl bei den vielen fleißigen Händen, die den Neuanbau sowie die Feierstunde mit kleiner Weinverköstigung ermöglichten. Ein besonderer Dank galt Bauer Hans Wallner vom Moar z´Bruck, auf dessen Grund sich der Weinberg mit schönem Blick nach Prien befindet. Auf genau diesem Grund   betrieben bis 1803 die Augustiner-Chorherren von Herrenchiemsee ihren Weinbau. Eine erste Ernte ist in zwei bis drei Jahren zu erwarten, bis dahin gilt es den Weinberg ehrenamtlich zu hegen und zu pflegen.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Feierstunde mit Segnung des neu bepflanzten Weinbergs vom Obst- und Gartenbauverein Prien und Umgebung.

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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