Wirtschaft

Neue Vereinbarungen für Brenner-Transitverkehr

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Wirtschaftsminister von Bayern und Tirol wollen die wirtschaftlichen Auswirkungen aufgrund der umstrittenen Blockabfertigungen reduzieren. Dazu haben Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Tirols Wirtschaftslandesrat Anton Mattle bei einer gemeinsamen Videokonferenz das Ziel einer besseren Zusammenarbeit und  einer engeren Abstimmung festgelegt. Aiwanger: “Allein 2020 betrug der bayerische Warenaustausch mit Österreich und Italien rund 50 Milliarden Euro. Der Transfer über den Brenner ist für unsere Industrie deshalb lebenswichtig, Einschränkungen im Warenaustausch treffen beide Länder unmittelbar. Um hier eine Lösung zu finden, müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Wichtig ist eine transparente Information und eine engere Abstimmung bei Engpässen infolge von Witterung oder Verkehrsspitzen. Eine konsequente Umsetzung aller Maßnahmen aus der bestehenden Vereinbarung zwischen Deutschland und Österreich kann bereits helfen, die Konfliktpunkte beim Schwerlastverkehr zu entschärfen. Damit sorgen wir für mehr freien Waren- und Personenverkehr entlang der Brennerstrecke und reduzieren gleichzeitig die Belastungen der Anwohner.”

Bereits im Juli 2019 haben Vertreter von Bund, Freistaat Bayern, Österreich und Tirol den folgenden 10-Punkte-Plan für den Brennerkorridor beschlossen:

  1. Förderung des kombinierten Verkehrs und der Rollenden Landstraße
  2. Erweiterung von Güterverkehrsterminals
  3. Intelligentes Lkw-Leitsystem
  4. Entlastung des untergeordneten Verkehrsnetzes im Raum Kiefersfelden/Kufstein
  5. Gemeinsames Vorgehen bei der Überarbeitung der Europäischen Richtlinien
  6. Verkehrspolitische Innovationen gemeinsam voranbringen
  7. Umsetzung des Europäischen Zugbeeinflussungssystems (ETCS) von München nach Kufstein
  8. Planungsbeschlunigung Brennerbasistunnel-Nordzulauf
  9. Rollende Landstraße zwischen Wörgl und Trient: Erhöhung der Kapazitäten
  10. Gemeinsame Arbeitsgruppe zur effizienten Steuerung des Verkehrs zwischen Schiene und Straße

Aiwanger: “Im Sinne unserer jeweiligen heimischen Wirtschaft müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, den Transitverkehr leistungsfähiger zu machen.“ Für Ärger bei deutschen Logistikern sorgen wiederholte Lkw-Blockabfertigungen an der Grenze zwischen Bayern und Tirol. Die österreichischen Teilnehmer vertraten die Position, dass diese Maßnahmen auf das notwendige Maß beschränkt sind, um eine Überlastung der Inntalautobahn in Richtung Süden zu verhindern. Laut dem österreichischen Autobahnbetreiber ASFINAG hat die Zahl der nach Österreich einfahrenden Lastkraftwagen in den letzten fünf Jahren um 20 Prozent zugenommen. Am Gespräch hat auch  ASFINAG-Geschäftsführer Stefan Siegele teilgenommen.

Bericht: Bayerisches Wirtschaftsministerium

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Samerberger Nachrichten

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!