Natur & Umwelt

Neue Gebietsbetreuung soll Besucherströme im Alpenraum lenken

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Um den oberbayerischen Alpenraum, seine vielfältige Landschaft und die Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten zu schützen, wird der Landkreis Rosenheim zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Stelle für die Gebietsbetreuung „Besucherlenkung im Alpenraum“ schaffen. Das Projekt läuft von 1. April 2021 bis 31. März 2024. Die Kosten liegen bei rund 242.000 Euro. Der Bayerische Naturschutzfonds übernimmt 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Vorbehaltlich der Förderzusage durch den Naturschutzfonds stimmten die Mitglieder des Umweltausschusses und des Kreisausschusses zu und beauftragten die Verwaltung damit, die Stelle zu schaffen und die entsprechenden Mittel im Haushalt bereitzustellen.

Der oberbayerische Alpenraum zeichnet sich durch seine vielfältigen Landschaften und Lebensräume aus. Die Buckelwiesen, Kesselmoore, letzte Wildbäche, extensiv genutzte Weidelandschaften, Bergwälder oder auch Almen und alpinen Landschaften bieten Lebensraum für zahlreiche charakteristische Pflanzen- und Tierarten. Viele von ihnen sind stark bedroht. Diese Bereiche sind ein sehr attraktives Ziel für die heimische Bevölkerung, Tagesgäste und Touristen. Der seit Jahren sehr hohe Besucheransturm wurde durch die Corona-Pandemie noch erheblich verstärkt. Durch die Sozialen Medien wird auch der letzte „Geheimtipp“ mittlerweile stark beworben und entsprechend frequentiert. Dazu hat sich die Art und Weise der Freizeitaktivitäten rasant geändert. Das E-Bike, Ski- und Schneetouren, Biwakieren oder Campen erfreuen sich großer Beliebtheit. In den besonders schützenswerten Bereichen des Alpenraumes kommt es deshalb zu erheblichen Störungen und dies zu jeder Tages- und Nachtzeit. Aufgabe der neuen Gebietsbetreuung „Besucherlenkung im Alpenraum“ wird es sein, wieder ein harmonisches Miteinander zu etablieren. Dazu gehört es, geeignete Maßnahmen der Besucherlenkung zu erarbeiten, Kommunen bei der Erstellung naturverträglicher Wegekonzepte zu unterstützen und die örtlichen Akteure im Bereich naturverträgliche Erholung an einen Tisch zu holen. Einen großen Stellenwert der Aufgabe nimmt auch die Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit ein und die Vernetzung mit anderen Gebietsbetreuern in den Alpenlandkreisen. Auch die Grundlagenermittlung zu Artvorkommen und störungssensiblen Gebieten sowie das Monitoring und die Evaluierung der Maßnahmen zur Besucherlenkung gehören zu den Aufgaben der Gebietsbetreuung. Entscheidend ist auch der Aufbau eines Betreuersystems. Dazu gehört es, Interessierte zu finden, sie zu schulen, weiterzubilden und zu koordinieren. Führungen, Bildungsangebote und Aktionstage sollen das Verständnis für den sensiblen Lebensraum erhöhen. Attraktionspunkte wie Beobachtungsstationen können geschaffen und Beschilderungen, Flyer und Tafeln zur Besucherlenkung eingesetzt werden.

Bericht: Landratsamt Rosenheim

Foto: Kampenwandbahn – Wandern auf der Kampenwand

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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