Kultur

Kulturerbe: die Burgruine Falkenstein

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Burgruine Falkenstein ist ein mächtiges Zeugnis einer längst vergangenen Zeit.  Im Jahr 2009 erwarb die Umwelt-, Kultur- und Sozialstiftung des Landkreises Rosenheim das Flintsbacher Wahrzeichen. Es folgten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen und Ausgrabungen eröffneten Archäologen einen Einblick in das mittelalterliche Burgleben.

Erbaut wurde die Burg Falkenstein im Jahr 1300.  Schon davor hat es an dieser Stelle eine Burganlage gegeben. Überlieferungen zufolge lag sie etwas höher an der sogenannten Rachelwand. Im Krieg zwischen König Adolf von Nassau und Albrecht von Habsburg wurde sie zerstört.

Zwischen den 15. und 16. Jahrhundert wurde die Anlage umfangreich erweitert. Das Hauptgebäude brannte 1784 nieder, fünf Jahre später wurde auch die Vorburg ein Raub der Flammen. Der Turm, der heute schon von weither gesehen werden kann, hat mit der mittelalterlichen Burg nichts zu tun. Archäologen kamen zu dem Schluss, dass er wohl in den 1830er Jahren wiederhergestellt wurde.

Falkenstein ist als Sitz der Grafen von Falkenstein-Herrnstein und später der Grafen von Neuburg-Falkenstein für die Region Rosenheim von herausragender historischer Bedeutung. Insbesondere der vom Falkensteiner Siboto IV. im Jahre 1166 im Auftrag gegebene und von einem Herrenchiemseer Mönch verfasste „Codex Falkensteinensis“ stellt das wohl wichtigste Zeitdokument des hiesigen Siedlungsraumes dar. Diese berühmte Handschrift enthält das einzig erhaltene Schenkungsbuch und dazu das älteste Einkünfte-Verzeichnis einer weltlichen Herrschaft sowie testamentarische Verfügungen von 24 Miniaturen.

Dank der Ausgrabungen, die vor einigen Jahren auf dem Areal stattfanden, weiß man heute auch vieles über das Leben der einstigen Burgbewohner. Frieren mussten sie wohl nicht, denn zahlreiche Ofenkacheln deuten darauf hin, dass die Burg zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert mit vielen Kachelöfen ausgestattet war. Auffällig waren aus Sicht der Archäologen die zahlreichen Funde von Eisenschlacke. Sie deuten ihrer Meinung darauf hin, dass auf der Burg einst Eisen gewonnen oder verarbeitet wurde. Sogar Speiseabfälle wurden bei den Ausgrabungen entdeckt, darunter Tierknochen von Rindern, Schweinen und Kleinsäugern.

Um die Ruine vor ihrem gänzlichen Verfall zu bewahren begannen 2016 umfangreiche Sanierungsmaßnahmen. Zuerst wurden die vorhandenen Mauerreste gesichert. Danach wurde unter anderem die historische Bogenbrücke wieder hergestellt und die Außenanlage für Besucher zugänglich gemacht. Die gesamte Sanierung war in drei Bauabschnitte gegliedert. Das Sanierungskonzept sowie die Betreuung der Maßnahmen übernahm der Diplom-Ingenieur Johannes Fischer aus München. Knapp zwei Drittel der Gesamtsanierungskosten von einer Million Euro steuerte das damalige Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst bei. Die weiteren großzügigen Spender waren der Bezirk Oberbayern, die Bayerische Landestiftung, die Gemeinde Flintsbach, die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, der Landkreis Rosenheim sowie die Helene Berger-Stiftung.

Im Oktober 2017 gründete sich der „Förderverein, Entwicklung und Erhaltung der Burg Falkenstein“. Der Erhalt der imposanten Burgruine ist damit gesichert. Das Areal der Burg ist mittlerweile ein beliebter Ausflugstipp. Denn dort oben lässt sich das herrliche Inntal-Panorama in vollen Zügen genießen.

Bericht und Foto: Karin Wunsam

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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