Kirche

Kloster Frauenwörth hat wieder ein Glockentürmchen

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Die Abtei Frauenwörth im Chiemsee hat ein neues Glockentürmchen“ – was sich als kleines Ereignis oder als kleine Baumaßnahme liest oder anhört, das ist für den Konvent der Schwestern auf der Fraueninsel von hoher Bedeutung. Mit der Instandsetzung des maroden Türmchens wird auch zukünftig das Glöckchen Tag für Tag läuten als Zeichen dafür, dass die Schwestern zum Lobe Gottes und zur Fürbitte für die Welt zusammenkommen. Bei der Einsegnung des neuen Glockentürmchens gab es auch ein großes Lob für die Handwerker.

Die Segensfeier begann im Kapitelsaal, der gewöhnlich den Schwestern vorbehalten ist und der der Ort für wichtige Konvent-Entscheidungen ist. Schwester Elisabeth,  die sich in den letzten fünf Jahren bei vielen Kloster-Sanierungs-Maßnahmen engagiert und bewährt hat, hieß die Konvent-Mitglieder sowie die Handwerks-Vertreter mit Architekt Helmut Birner aus Unterwössen an der Spitze willkommen. Weitere Gäste waren Pfarrer Konrad Kronast, Insel-Bürgermeister Georg Huber und Josef Austermayer als Vertreter der Bayerischen Schlösser- und Seen-Verwaltung. Nach einem Dank-Lied und einer Lesung stellte Äbtissin Johanna Mayer die Urkunde vor, die in einer Kapsel in die restaurierte Kugel eingefügt wurde. Auf der Urkunde heißt es unter anderem: „Im Jahr 2018 war eine grundlegende Sanierung des Glockentürmchens auf dem Konventgebäude an der Westseite über der Chorkapelle notwendig geworden. Der Glockenstuhl und die Holzkonstruktion des Turmes waren größtenteils verfault oder vom Holzbock zerfressen, das Mauerwerk war brüchig geworden. Herr Architekt Helmut Birner aus Unterwössen wurde mit den Bauarbeiten beauftragt, die in der Zeit vom 24. September bis 14. Dezember durchgeführt wurden. Dabei wurde die Holzkonstruktion wiederhergestellt, ebenso der Oktogonschaft in Holzbauweise wieder  aufgebaut, der Helm mit einem Kupferdach verkleidet und die Gesimse von einem Kirchenmaler restauriert. Wir legen dieser Urkunde eine Reliquie der Seligen Irmengard bei. Sie möge unsere Abtei und unsere Gemeinschaft noch viele Jahre beschützen! Ut in omnibus glorificetur Deus (damit in allem Gott verherrlicht werde)“.

Unterstützung vom Freundeskreis Frauenwörth

Bei ihrem dankbaren Rückblick sagte Schwester Elisabeth ein herzliches „Vergelt´s Gott“ dem Bayerischen Amt für Denkmalpflege, dem Ingenieurbüro Barthel und Maus aus München, der Priener Baufirma Scheck sowie den Zimmerer-, Dachdecker-, Spengler-, Gerüstbau- und Kirchenmaler-Fachleuten. Ein besonderer Dank galt Reinhard Zehentner von der Landesstelle der Nichtstaatlichen Museen, der sich als Restaurator schon vielfach und hilfreich bei klösterlichen Kulturgütern zur Verfügung gestellt hat. Seit 1994 gibt es einen Freundeskreis zur Unterstützung des Klosters Frauenwörth. Als dessen Vertreter erinnerte Schatzmeister Martin Weichselgartner daran, dass von Anbeginn bis heute rund 1,5 Millionen Euro an Unterstützung für Sanierungsmaßnahmen bereitgestellt werden konnten. „Gemäß unserer Satzung unterstützen wir die baulichen Maßnahmen, alles Geld wurde bisher vernünftig angelegt“ – so Martin Weichselgartner, der in Vertretung für die Vorsitzende Annemarie Biechl an der Feier teilnahm. Zuletzt im heurigen Sommer gab der Beirat des rund 900 Mitglieder starken Fördervereins (www.frauenwoerth.de/freundeskreis/) 45.000 Euro für die Türmchen-Renovierung frei. Aufgrund des maroden Zustands mit einigen Überraschungen im Laufe der Baumaßnahme ist momentan noch nicht sicher, ob die angesetzte Endsumme von rund 135.000 Euro ausreichen wird. Der Segensfeier im Kapitelsaal folgten das Anbringen der Kugel mitsamt der Kapsel mit der alten Urkunde aus dem Jahr 1908 und  mit der neuen Urkunde samt einer Irmengardreliquie und das Aufsetzen des Kreuzes. Wie Äbtissin Johanna Mayer noch informierte, ist somit erstmals eine Reliquie der Seligen Irmengard in der Kugel-Kapsel enthalten, da die Seligsprechung erst 1928, also 20 Jahre nach der Fertigstellung des Glockenturmes erfolgte.  Musikalisch umrahmt wurden die Segnungsfeier und das Anbringen von Kugel und Kreuz durch die Bläser Helmut Müller aus Pittenhart und Josef Perreiter aus Seeon. Die Baumaßnahme „Glockentürmchen“ wird mit dem Abbau des Gerüsts beendet.

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke von der Segensfeier im Kapitelsaal vom Kloster Frauenwörth und vom Neubau des Glockentürmchens sowie vom „alten“ Glockentürmchen

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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