Land- & Forstwirtschaft

Klima-Rechner soll Landwirtschaft fit für die Zukunft machen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Welchen Beitrag kann ein landwirtschaftlicher Betrieb zum Klimaschutz beitragen? Wie können die Ziele der Klimaschutzoffensive Bayern erreicht werden? Mit diesen wichtigen Fragen beschäftigt sich das Forschungs- und Umsetzungsprojekt „Klima-Rechner Landwirtschaft“ des bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines im Internet frei zugänglichen Management-Tools, mit dem die Klimawirkung verschiedener Produktionsverfahren ermittelt werden kann. Ab sofort ist das erste Verfahren für die Kulturart Hopfen online. „Wir müssen künftig Landwirtschaft und Klimaschutz noch stärker verbinden und Synergien zwischen beiden Bereichen schaffen. Wenn wir mehr darüber wissen, wie sich die Nahrungsmittelerzeugung auf das Klima auswirkt, können wir sie auch klimafreundlicher machen. Den landwirtschaftlichen Betrieben kommt in der Klimapolitik eine Schlüsselrolle zu, sie sind Betroffene und gleichzeitig Teil der Lösung. Wir werden ihnen die Möglichkeit geben, ihren Betrieb auf ihre Klimawirkung zu analysieren“, sagte Landwirtschaftsministerin Kaniber.

Nachdem der Klima-Rechner im Hopfenanbau den Anfang markiert hat, folgen in den nächsten Monaten weitere typische Produktionsverfahren aus Pflanzenbau und Tierhaltung, wie zum Beispiel für die Milchkuhhaltung und der Winterweizenanbau. „Es ist mir wichtig, dass wir unseren Landwirtinnen und Landwirten wissenschaftlich fundierte Instrumente an die Hand geben, zur Standortbestimmung und zur Optimierung in Sachen Klimaschutz“ so die Ministerin.

Das Tool bietet Landwirtinnen und Landwirten eine einfache Möglichkeit, für die betrieblichen Produktionsverfahren einen CO2-Fußabdruck selbst zu ermitteln und klimafreundliche Produktionsweisen zu identifizieren. Zusätzlich werden auch ökonomische Aspekte berücksichtigt. Durch die Integration des Tools in den langjährig bewährten Online-Deckungsbeitragsrechner können in einem Schritt sowohl die Klimawirkung des eigenen Anbaus als auch dessen ökonomische Kennwerte berechnet werden. Diese Kombination ist in Deutschland einzigartig. Damit können Maßnahmen gefunden werden, die eine Reduktion der Emissionen bewirken und gleichzeitig Kosten einsparen. Der Landwirt kann neben der Nutzung seiner eigenen Betriebsdaten auch auf eine langjährige valide Datenbasis mit Standardwerten zurückgreifen, die in dieser Form beispiellos ist. Das Tool ist webbasiert, kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar. Für Sicherheit ist gesorgt: Die eingegebenen Daten werden weder gespeichert noch weiterverarbeitet. Die Ergebnisse können jedoch vom Anwender zur weiteren Verwendung exportiert werden und er behält somit die Datenhoheit.

Das Verfahren zum Hopfen ist unter THG.IDB Hopfen abrufbar, weitere Informationen finden sie unter http://www.lfl.bayern.de/iba

Bericht: Bayerisches Landwirtschaftsministerium – Foto: Rainer Nitzsche – Luftaufnahme mit Blick auf Wildenwart und Prutdorf

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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