Tourismus

Istanbul – die Metropole am Wasser zwischen Orient und Okzident

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Kurztrip nach Istanbul – möglich in zwei Tagen? Ja, und es ist ein Erlebnis  – von Uschi Lang

Koffer gepackt – Check In und ab in den Flieger – das Abenteuer „Stanbul“ kann beginnen.

Wir befinden uns am Landeanflug Richtung Istanbul auf Entdeckungstour durch die Millionenmetropole. Deutlich durch das kleine Fliegerfenster erkennbar das Goldene Horn, der Bosporus, das Istanbuler Häusermeer sowie Kuppeln und Minarette, soweit das Auge reicht. Vielversprechende Prospektbilder im Kopf, steigen wir aus dem Airbus A321 der Turkish Airlines und betreten den neuen und orientalisch gestalteten IGA Istanbul Airport mit einer Fläche von ca. 76 Millionen m2 und fünf Pisten. Er löste den Airport Istanbul Atatürk 2018 ab, der noch Frachtmaschinen abfertigt. Der IGA ist nicht nur Drehkreuz für nationale und internationale Flüge, sondern auch zwischen Europa und Asien wie mit Zielen in die Neue Seidenstraße, nach Aserbaidschan, Usbekistan oder China. 90 Millionen Passgiere beträgt die Kapazität, die in Kürze auf 200 Millionen angehoben wird. Nicht zu übersehen eine große Flotte der Turkish Airlines, die an ihrem Heimatflughafen auf die Starterlaubnis wartet.

Für unsere Gruppe gings erst richtig los als wir endlich unseren Reiseführer Mesat fanden, der den Flughafen nicht betreten durfte. Etwas chaotisch, aber doch entdeckten wir dann unseren Shuttle, der uns ins Hotel brachte. Vorfreude und Neugierde auf die geschichtsträchtige Türkei – die Millionenmetropole bzw. Kulturhauptstadt Istanbul ließen Vorfreude und Neugierde aufkommen.

Istanbul – Einkaufsparadies und Schönheitstourismus

Mit 16 Millionen Einwohnern ist Istanbul eine Stadt auf zwei Kontinenten, Europa und Asien; der asiatische Teil ist mit Europa durch eine Brücke und einen Unterwassertunnel verbunden. Istanbul liegt – wie ihre Vorgängerstadt Byzanz, später durch den römischen Kaiser Konstantin in Konstantinopel umbenannt – am Bosporus (griechisches Wort für Kuhfurt). Der Sage nach soll sich die Geliebte des Zeus, verfolgt durch Gattin Hera, sich in Gestalt einer Kuh ins Meer gestürzt haben – dort bildete sich eine Furt (seichte Stelle) von 31 km Länge und einer Breite von 700 bis 3.500 m, die das Schwarze mit dem Marmarameer verbindet. Mustafa Kemal Atatürk benannte 1930 Konstantinopel in Istanbul um. Der Staatsmann wurde sehr verehrt, schuf er doch aus den Trümmern einen erfolgreichen modernen Staat. Istanbul verzeichnet nicht nur einen bedeutenden Schiffsverkehr, zwei Eisenbahn-Kopfbahnhöfe und zwei Bahnhöfe für Fernbusse, sondern auch die Eisenbahntunnel unter dem Bosporus. Fortbewegungsmittel sind Straßenbahn, S-Bahn, Metro, Schiffe, Taxis oder Standseilbahn. Teile der Altstadt von Istanbul gehören seit 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Angekommen im 5* Novotel Bosporus Hotel im Herzen der Altstadt im Viertel Karaköy kurze Lagebesprechung und Abendessen – das federweiche Bett im Zimmer tat sein Übriges.

Gut ausgeruht am Morgen geht’s zum deftigen türkischen Breakfast auf die Dachterrasse. Lange hatten wir allerdings nicht Zeit – den grandiosen Ausblick von oben auf Istanbul & die hervorragende Küche zu genießen– Mesat rief zur Eile….

Via Shuttle Fahrt in die Altstadt; am Programm: Hagia Sofia, großer Bazar, eine Bosporus-Bootsrundfahrt und der Galataturm.

Nahe des Topkapi Palastes liegt der weltberühmte sakrale Prachtbau – die Hagia Sofia (Kirche der göttlichen Weisheit); sie ist das wichtigste Bauwerk der byzantinischen Zeit und diente im sechsten Jahrhundert als Kirche; im 15. Jahrhundert wurde sie durch die Osmanen zur Hauptmoschee umgewandelt u.a. mit vier Minaretts, Gebetsnische nach Mekka, Zisterne und einem Hofen. Nach dem Untergang des Osmanischen Reiches hatte Mustafa Kemal Atatürk die modere Türkei gegründet und die Hagia Sofia zu einem Museum gemacht sowie Mosaike freigelegt. Es ist das letzte bedeutende Bauwerk der Spätantike und galt als achtes Weltwunder wegen ihrer unermeßlich, beinahe schwerelos über dem freien Hauptraum schwebenden (32m Durchmesser) Kuppel. Ein herausragendes Beispiel für eine Kuppelbasilika, die den gesamten Innenraum beherrscht – quasi die erste Kuppel, die auf vier Pfeilern ruht. Übrigens war die Hagia Sofia – bis zur Fertigstellung des Petersdoms – der Welt größtes christliches Gotteshaus; ab 2020 ist das Museum wieder eine Moschee, die man (auch als Frau) mit Kopftuch, bedeckten Schultern und ohne Schuhe betreten kann.

Ganz fasziniert von diesem grandiosen Bau gings per pedes weiter zum überdachten großen Basar Kapali Carsi – ein abgeschlossenes, gedecktes Viertel mit einem labyrinthischen Gewirr an Gassen und Straßen, das durch über 22 Tore betreten werden kann und seit seiner Gründung im Jahre der Eroberung durch Sultan Mehmet II. baulich praktisch unverändert blieb. Um sich auf ca. 40.000m2 nicht zu verirren, ist es ratsam die Orientierung auf die Gold- und Juwelierhändler zu lenken, deren Geschäfte immer bei den (Eingangs)Toren zu finden sind. Der Bazar – ein Einkaufserlebnis für Touristen ist eine aufregende Mischung u.a. aus (Seiden)stoffen, Juwelieren, Antiquitäten, exotisch wohlduftenden Gewürzen, Teppiche, (orientalische) Süßigkeiten, Leder- oder Keramikwaren und alles was man sonst nirgendwo bekommt – eben wie zu Ali Babas Zeiten – leider ohne Wunschlampe ;o)) Es waren nicht so viele Touristen wie sonst unterwegs, aber trotzdem ein unvergeßliches Erlebnis mit den Händlern zu feilschen, einen Cay zu trinken und genügend Platz zu haben.

Ein wenig müde von den zwei Besichtigungen – wurden wir mit einem exzellenten türkischen Lunch überrascht – und zwar im Dachrestaurant Hamdi mit grandiosem Ausblick u.a. über die Skyline Istanbuls. Nach dem Essen das Highlight: Möwen, die direkt ans Fenstersims kommen, werden mit Brotresten gefüttert und man hatte das Gefühl (aufgrund des Futterneides) es gleicht einem „Angriff der Vögel“– like Hitchcocks Film! Beeindruckend!!

Unser letzter Programmpunkt war die 2, 5 Stunden Bootsrundfahrt auf dem Bosporus.

Ausgangspunkt das Hafenviertel Karaköy; man konnte sich kaum sattsehen – so viele faszinierende Eindrücke – u.a. der asiatische und europäische Teil von Stanbul, Megametropole aus einem neuen Blickwinkel, historische Paläste, Festungen, Bosporusbrücke, Villen, Galataturm oder die Ortaköy & Sultan Mehmed II. Moscheen. Die Bootsfahrt war schneller um als gedacht; wir konnten uns über Wasser gleitend überzeugen, wie riesig diese (heimliche) Hauptstadt ist.

Da noch ein wenig Zeit war, konnten wir noch ein Highlight einplanen – zu Fuß gings zum historischen 67m hohen Galataturm; heute Wahrzeichen von Galata; war Verteidigungsanlage des Lateinerviertels; mit Holz errichtet – ältester Turm der Welt; später wurde der Turm durch Steine ersetzt; er diente u.a. als Leuchtturm, Kerker, Lager und Feuerwache. Die Aussichtsplattform ist via Aufzug und ab dem 7. Stock über Holzwendeltreppen erreichbar; ein atemberaubender 360 Grad Ausblick über die Stadt am Bosporus – belohnt den etwas anstrengenden Aufstieg.

Gerüchten zufolge soll es einen unterirdischen Tunnel geben zwischen der Bereketzade Moschee und dem Galataturm; ob‘s nur eine Mär ist – steht in den Sternen. Für uns jedenfalls ein weiteres Geheimnis dieser Kulturmetropole, die das Tor zu einem fantastischen Land ist.

 

Ein aufregender Tag in der Millionenstadt neigte sich dem Ende zu – schade; um den Ausklang gebührend zu feiern, besuchen wir das (wieder neu errichtete)Oligark in Kurucesme; ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt – das Restaurant am Wasser auf einer Fläche von 5.000m2 in einem traumhaften Ambiente am Bosporus zwischen zwei Kontinenten und zwei Brücken – „eine Oase der Genüsse“. Das Gastro-Highlight in Istanbul. Uns wurde nicht zuviel versprochen; wir dinierten hervorragend und der Wein, das Nationalbier bzw. die Cocktails verhalfen uns zu einem traumhaft idyllischen aber auch zugleich wehmütigen Abschied.

Zurück im Hotel – schnell den Koffer gepackt – denn Morgen heißt es “hoşçakal güzel istanbul” – und wir wollten unseren Flieger ja nicht versäumen.

Resumee:

Istanbul kann man tatsächlich in zwei Tagen erforschen – zwar gibt’s es noch unendlich viele Sehenswürdigkeiten und Geheimnisse zu erkunden – aber für die kurze Zeit war es schon großartig und unvergeßlich; wir erfuhren viel vom Land & den Leuten bis hin zur Geschichte und konnten auch noch ausgiebig Shoppen – dem Europäer liebstes Hobby, Nicht vergessen zu erwähnen, Gäste aus dem arabischen Raum zB. Dubai sind hier relativ oft zu treffen – auch sie haben die (günstigen)Einkaufstouren und den Schönheitstourismus entdeckt.

In Bezug auf die Schönheit wurden wir aufgrund vieler Prospekte in den Hotels aufmerksam – “Istanbul das „Mekka des Schönheitstourismus“ – bzw. der Augen-Operationen; aus der ganzen Welt kommen Touristen – wer will nicht schön sein und jünger aussehen oder das eine bzw. andere NEU haben…Istanbul machts möglich, noch dazu günstiger als im Heimatland mit hervorragenden Ärzten aus aller Herren Länder. Aber auch das Shoppen ist hier um vieles preiswerter – zumal es Dinge gibt, die man nirgendwo sonst bekommt!

 Wir werden wiederkommen – auf alle Fälle, um das eine oder andere Geheimnis, das Stanbul zu bieten hat, „aufzudecken“; natürlich auch zum Einkaufen und wegen der hervorragenden türkischen Küche & Gastfreundschaft. Schwerpunkte unserer nächsten Berichte werden sein u.a. „die Beautysalons, Schönheits- und Augenkliniken. “Was wird gemacht?, Erfahrungsberichte?, was für Kosten fallen an?, wie sicher ist eine OP?, zahlen die europ. Krankenkassen dazu?, Nachversorgung… usw. – aber das ist eine andere Geschichte…in einer der nächsten Ausgaben.

Die Türkei empfängt seine Urlaubsgäste mit einem „Hoş geldin” und nicht mit nervigen Fragen!!! Überall steht Sicherheit an der obersten Stelle – die Menschen sind penibel & diszipliniert. Meine Kollegen und ich hatten keinen einzigen Tag das Gefühl, nicht sicher oder geschützt zu sein!!!! Hier erlebt man erholsame und entspannte Tage. Wer das nicht versteht – dem kann keiner mehr helfen. Der Gast ist wahrlich König, die Preise sind moderat und die Gastfreundschaft ist groß geschreiben!!! Was gibt es Schöneres als hier seinen Urlaub zu verbringen.

 Einige Reiseinfos:

Turkish Airlines – für mich einer der besten Fluglinien – immer ein Genuß mit ihr zu fliegen (inkl. warmes Essen/Trinken) mit einer sehr aufmerksame Crew https://www.turkishairlines.com/de-at/ Direktflug von Wien/Berlin

Istanbul Hotel und Restaurants:

5* Hotel Novotel Bosphorus Im Viertels Karaköy. Die Umgebung ist geprägt von künstlerischen und kulturellen Aktivitäten https://www.novotelistanbulbosphorus.com/

Hamdi Restaurant am Dach des Radisson Blu Hotels mit spektakulärem Blick die Skyline Stanbul mit all ihren Facetten; ein Highlight hier: die Möwenfütterung (mit übergebliebenen Brotresten) – sie fliegen bis zum Fenstersims und dann gleicht es einem Angriff der Möwen – wie im Film „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock https://hamdi.com.tr

-(das neu errichtete) Restaurant Oligark in Kurucesme Restaurant am Meer mit traumhaften Ambiente und Ausblick – man sollte Reservieren – ist immer ziemlich voll!  https://oligarkistanbul.com/

Beste Reisezeit: zwischen April bis Juni und September bis Oktober

-Betreten der Moscheen Kopf- und Schulterbedeckung als Frau und ohne Schuhe

Währung: Türkische Lira (Wechselstuben) überall kann umgetauscht werden; 1 Euro = ca. 10 Türkische Lira TRY

Vor der Einreise (Angaben ohne Gewähr) ist ein Formular auszufüllen, das man beim Einchecken am Flughafen (Airline) braucht (https://register.health.gov.tr/) sowie einen Antigentest; bei der Rückreise braucht man einen PCR Test – überall in der Türkei in den Hotels möglich; vor Ort braucht man nichts! Keinerlei lästige Fragen – Urlauben ist hier eine wahre Freude! und die Sicherheit zur Gesundheit steht an oberster Stelle!

-Vor dem Urlaub in der Türkei kann man eine Versicherung abschließen (ca. 25,-), die im Falle einer Erkrankung gilt (Virus)

-versch. Infos zum Türkeiurlaub: goturkiye.com

-Schönheitschirurgie: Istanbul hat den Schönheitsboom entdeckt; speziell arabische Gäste (aber auch Deutsche, Österreicher und Russen) kommen nicht nur gerne zum Shoppen, sondern auch ihrer Schönheit wegen – hier finden sich gut ausgebildete, plastische Chirurgen und Ärzte in den Kliniken und Ordinationen.

-Einkaufsboom: weil oft viel günstiger als im Heimatland

Fotos: R.Flucke/H.Wetzelsdorfer/bahnbilder.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

2 Kommentare

  • freue mich, wieder von Ihnen zu lesen; wir suchen heuer noch eine Reiseland – das klingt gut, keine Fragen und Sonstiges!
    Dann werden wir gleich im September buchen; Türkei war immer eine gern gesehene Destination; die Fotos motivieren auch zum Verreisen!

  • meine Frau und ich haben uns gleich, nachdem wir Ihren Artikel gelesen haben, ins Reisebüro begeben und Istanbul gebucht; wir fliegen demnächst und sind schon sehr gespannt; Ihre Artikel sind immer so erfrischend und ehrlich – und verleiten zum Wegfahren-fliegen

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