Gastronomie

Interview zum Rosenheimer Bauernherbst-Start

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Erntezeit ist bei uns in Rosenheim „Bauernherbstzeit“. Beginn ist am heutigen Montag, 13. September. Das Motto lautet: „Auszeit genießen. Oberbayerische Traditionen und authentisches Brauchtum erleben. Lebensfreude spüren. Natur erleben.“ Zuständig für die Planung und Erstellung des Veranstaltungskalenders ist der Verein zur Förderung der Regionalentwicklung im Raum Rosenheim (REGRO) Vorsitzender ist Sebastian Friesinger. Im Interview spricht er darüber, was sich durch den Bauernherbst schon alles positiv in der Region verändert hat und wie sich Corona auf die regionale Vermarktung und die beliebte Veranstaltungsreihe auswirkt.

Frage: 2003 gab es den Bauernherbst zum ersten Mal. Wie kam es dazu?
Antwort: In Salzburg gab es den Bauernherbst schon länger. Ich war von dem Konzept begeistert. Auch in unserer Region gibt es so viel Gutes und Schönes, dass es verdient, einmal im Jahr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt zu werden.

Frage: Warum gerade Bauern-Herbst?
Antwort: Im Herbst ist Erntezeit. Es ist die Jahreszeit mit der größten kulinarischen Vielfalt.

Frage: Wer profitiert vom Rosenheim Bauernherbst?
Antwort: Landwirtschaft, Handwerk, Handel, Tourismus und Gastronomie. Natürlich aber auch unsere Bürger und Gäste, die sich damit auch im Herbst auf viele Erlebnis- und genussreiche Wochen freuen können.

Frage: Was ist das Ziel der Veranstaltungsreihe?
Antwort: Wir wollen heimiches Kulturgut pflegen und erhalten und das Bewusstsein für regionale Produkte schärfen.

Frage: Hat der Rosenheimer Bauernherbst schon zu einem Umdenken geführt?
Antwort: Das lässt sich natürlich nicht mit Zahlen belegen. Aber die vielen positiven Rückmeldungen, die unser Team jedes Jahr erreichen, sprechen für sich. Außerdem erleben wir seit einigen Jahren eine Rückbesinnung auf regionale Produkte, in Zeiten der Corona-Pandemie hat sich dieser Trend sogar noch weiter verstärkt.

Frage: Was zeichet regionale Produkte aus?
Antwort: Der Verbraucher kann nachvollziehen, wo und wie die Lebensmittel, die bei ihm auf den Tisch kommen, produziert wurden. Meiner Meinung nach ist es schon fragwürdig, ob man beispielsweise bei Bio-Kartoffeln aus Ägypten überhaupt von Bio sprechen kann. Derart weite Transportwege sind alles andere als gut für unsere Umwelt. Da geht der Punkt klar an Regional. Optimal ist natürlich regional und bio.

Frage: Kann die verstärkte Nachfrage nach regionalen Produkten das Bauernhofsterben stoppen?
Antwort: Für sich alleine sicher nicht. Aber die Direktvermarkung kann ein weiteres, wichtiges Standbein für einen Landwirt sein

Frage: Was kommt beim Rosenheimer Bauernherbst besonders gut an?
Antwort: Unsere Bauernherbst-Märkte. Ihr Vorteil. Man bekommt verschiedenste, regionale Produkte an einem Ort.

Frage: Können die Bauernherbst-Märkte heuer aufgrund von Corona überhaupt stattfinden?
Antwort: Ja, aber leider nur fünf statt 15. Nach den neuen Bestimmungen wäre jetzt ja wieder viel mehr möglich, aber das war bei unseren Planungen natürlich nicht absehbar.

Frage: Ist der Rosenheimer Bauernherbst mittlerweile kein Selbstläufer?
Antwort: Nein. Das wird er auch nie werden. Man braucht immer neue Ideen, um die Verbraucher zu begeistern. Um andere zum Mitmachen motivieren zu können, muss man selbst immer mit Begeisterung bei der Sache sein.

Frage: Und das gelingt Ihnen und ihrem Team?
Anwort: Ja, auf jeden Fall. Schließlich sind wir überzeugt, mit diesem Konzept auf dem richtigen Weg zu sein.

Der Bauernherbst-Kalender 2021 mit allen Veranstaltungen im Überblick –  Link: http://www.bauernherbst.de/dokumente/bauernherbst_kalender.pdf

Interview von Karin Wunsam / Blog: https://rosenheiminnformativ964131957.wordpress.com

Foto: Hötzelsperger – von der Rosenheimer Bauernherbst-Eröffnung am 13. September in Neubeuern

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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