Kultur

Internationale Museumstagung in Cham

Schon kurz nach den politischen Umwälzungen in den Ländern des ehemaligen Ostblocks trafen sich Museumsleute aus Bayern, Sachsen und Tschechien, um Erfahrungen auszutauschen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Eine jährliche Fachtagung mit Teilnehmern aus den Partnerländern wurde begründet, zu der sich später als willkommene Ergänzung Museumsvertreter aus Oberösterreich gesellten. In dieser Tradition steht die Veranstaltung, die vom 13.-15.9. über 70 Museumsspezialisten nach Cham führen wird. Bei Museumsbesuchen und Fachvorträgen in der Stadthalle wird diesmal die ehrenamtliche Museumsarbeit im Mittelpunkt des Austauschs stehen.

Ehrenamtliches Engagement gehört zu den Grundpfeilern der Museumsarbeit und damit einem zentralen Element des kulturellen Lebens. Viele Museumsgründungen gehen auf

bürgerschaftliche Initiativen zurück und auch der Betrieb eines wesentlichen Teils der Museen wäre ohne freiwillige Arbeitsleistungen undenkbar.

Das betrifft bei Weitem nicht nur das klassische „Heimatmuseum“. Quer durch alle Themenbereiche befassen sich Bürgerinnen und Bürger im Ehrenamt auch mit ganz

speziellen, oft weit über das lokale Umfeld ausgreifenden Aspekten der Kultur und Geschichte, aber auch von Naturwissenschaften und Technik. Hier hat sich ein erstaunlicher Wissenspool gebildet, der über Dauer- und Sonderausstellungen sowie Publikationen in unterschiedlichen Medien zugänglich gemacht wird und so der Allgemeinheit zugutekommt. Aber auch in vielen großen, hauptamtlich geleiteten Häusern ist die unentgeltliche Mithilfe engagierter Bürgerinnen und Bürger eine notwendige Ergänzung, sei es durch die Unterstützung des laufenden Betriebs, sei es durch das Einbringen spezieller Kenntnisse.

In der grenzüberschreitenden Fachtagung wollen wir an Beispielen aus den Partnerländern diskutieren: Wie sieht zeitgerechte Museumsarbeit aus, die durch freiwillige Leistungen erbracht wird? Wie sind Schnittstellen möglich zwischen ehrenamtlicher Tätigkeit in Museen und hauptamtlich-professioneller Museumsarbeit? Wie kann die Vernetzung ehrenamtlich betriebener Museen gelingen und welche Möglichkeiten der Professionalisierung gibt es?

Die Tagung wird mit freundlicher Unterstützung von Stadt und Landkreis Cham und unter sorgfältiger Beachtung der aktuellen Corona-Richtlinien durchgeführt.

Die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern übt die gesetzlich festgelegte Fürsorge für die über 1.200 bayerischen Museen aus, die sich nicht in staatlicher Trägerschaft befinden (= nichtstaatliche Museen). Ihre Fachwissenschaftler, Gestalter und Restauratoren beraten die Träger (Kommunen, Bezirke, Landkreise, Kirchen, Vereine, Firmen, Privatleute usw.) bei der Erstellung von Museumskonzepten, bei der Planung und Einrichtung der Museumsgebäude, Ausstellungsräumen und Depots. Außerdem kann die Landesstelle bei Erfüllung bestimmter Förderkriterien die Museen mit Investitionszuschüssen unterstützen und beratend und finanziell bei konservatorischen und restauratorischen Problemen helfen. Seminare und Tagungen bieten Museumsleitern und -mitarbeitern die Möglichkeit, sich kostenlos weiterzubilden und zu aktuellen Problemfeldern der Museumsarbeit zu informieren.

Kontakt:

Bericht und Foto: Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern

Anhang: Flyer BBOS 2020

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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