Brauchtum

In Memoriam Schuhmachermeister Hans Kachelmeier

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Bayerische Waldgau informiert: 2020 mussten wir uns von vielen lieb gewonnen Menschen verabschieden. Durch die Corona-Pandemie konnte dieses Abschiednehmen oftmals nicht so geschehen, wie wir uns es gerne in Würdigung des Verstorbenen und seiner Verdienste gewünscht hätten. Wir erinnern an Hans Kachelmeier aus Furth i. Wald, der am 14. Mai dieses Jahres im Alter von 88 Jahren zu seinem Schöpfer heimgeholt wurde. Wegen der damals geltenden Hygienebestimmungen fand die Beerdigung auf dem Friedhof in Furth i. Wald im kleinen Kreis statt.

Hans und Theresia Kachelmeier sind sicherlich allen Waldgau-Trachtlern bestens bekannt, tragen doch sehr viele Trachtler einen schmucken Trachtenschuh aus dem Sortiment des Schuhmachermeisters aus der Grenzstadt Furth i. Wald. Mit ihrem Stand bereicherten die Kachelmeiers seit der Vereinsgründung der „Drachenstädter“ im Jahr 1949 jedes Gautrachten- und so manches Vereinsfest. Die sachkundige Beratung und das hochwertige Schuhwerk möchte so mancher nicht mehr missen. Geboren wurde Hans Kachelmeier sen. am 21. März 1932 in Untervollmau/Tschechien. Der strebsame Junge besuchte die höhere Bürgerschule in Bischofteinitz und war bereits für ein Studium im Priesterseminar Pilsen vorgesehen, als der 2. Weltkrieg alles veränderte. 1946 flüchtete seine Familie und fand schließlich in Schafberg, sozusagen nur einen Steinwurf von Vollmau entfernt, eine Bleibe.

Hans Kachelmeier erlernte den Beruf des Schuhmachers und gründete im Oktober 1958 sein eigenes Schuhmacher-Unternehmen. 1972 errichtete er dann an der Lorenz-Zierl-Straße sein eigenes Wohn- und Geschäftshaus, das inzwischen Sohn Johann leitet. Mit Ehefrau Theresia war er über 60 Jahre glücklich verheiratet und die beiden konnten im August 2016 die diamantene Hochzeit feiern. Der Stolz der beiden galt den überaus musikalisch begabten Enkelkindern Verena und Lukas. Den Verstorbenen zeichnete ein vielfältiges und engagiertes Wirken für das Ehrenamt aus. Er lieferte dafür den Beweis, dass berufliche Karriere und gesellschaftliches Engagement kein Widerspruch sind. 25 Jahre lang war Kachelmeier zweiter Vorsitzender des Heimat- und Volkstrachtenvereins „Drachenstädter“ Furth i. Wald. Von 1972 bis 2002 gehörte er dem Further Stadtrat an und hatte stets ein offenes Ohr für die Belange des „kleinen Mannes“. Er war Mitgründer des Spielmannszuges „Grenzfähnlein“ und war dort als Ehrenvorstand geführt. Außerdem gehörte er noch einer Reihe anderer Vereine an, darunter den „Pastritztalern“ Schafberg, dem Waldverein, der Sudetendeutschen Landmannschaft, den Förderern der Bergwacht Furth i. Wald, dem Messeverein, dem Schafkopf-Stammtisch und der DLRG.

Ganz gleich, ob in der grünen Schuster-Schürze, in der Tracht der „Drachenstädter“ oder einfach nur in der Trachtenweste – sein Lächeln und seine Freundlichkeit werden viele in guter Erinnerung behalten.Die Waldgau-Trachtler sagen ihm ein herzliches Vergelt’s Gott für sein Engagement um die Trachtenbewegung  und  versprechen, sein Andenken stets in Ehren zu halten.

„Der Tod kann uns von dem Menschen trennen, der zu uns gehörte, aber er kann uns nicht das nehmen, was uns mit ihm verbindet“. Lieber Hans, ruhe in Frieden.

Bericht und Bilder: Regina Pfeffer, Pressewartin Bayerischer Waldgau  –   Foto: Hans Kachelmeier mit Gauvorstand Andreas Tax

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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