Leitartikel

Höchstgestandener Maibaum im Hochriesgebiet gefällt

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Beitrag aktualisiert am 19. Jan. 2022 bezügl. Video des BR-Fernsehens.

Orts- und Brauchtums-Kenner spürten es, dass was Besonderes anstand als sich im nebeligen Samstagmorgen in Grainbach eine Gruppe von Männern vor dem Gasthof Maurer ansammelte und sich mit schweren Traktoren auf den Weg machten.  Doch was der Trupp vorhatte, war nicht so leicht erkennbar, ins Hochriesgebiet ja, das merkte man an der Richtung der Wegfahrenden. „Wahrscheinlich holen sie heute so kurz nach den Rauhnächten den neuen Maibaum für den Grainbacher Trachtenverein“ – diese Vermutung stimmte. Aber noch viel mehr: es wurde der wohl je höchstgestandene Maibaum des Landkreises Rosenheim gefällt.

Der zukünftige Maibaum für Grainbach

Der 34,60 Meter lange und etwa 120 Jahre alte Baum wurde zuvor von der Holzhändler-Familie Christian Irger ausgesucht und gespendet. Der Standort auf fast 1.150 Metern Höhe im alpinen und steilen Gelände zwischen der Wimmer- und Lamprechtalm musste allerdings erst mühevoll erreicht werden.

Der Standort auf fast 1.150 Metern Höhe im alpinen und steilen Gelände zwischen der Wimmer- und Lamprechtalm musste allerdings erst mühevoll erreicht werden.

Und dann war Holzfällerkunst verlangt. Die Hauptverantwortung übernahm dabei mit der Motorsäge Schorsch Strein. Dessen Arbeit war mit Unterstützung von Baumspender Christian Irger mit der Axt exakt und so fiel der Baum in die richtige Richtung, musste noch entastet werden und machte sich dann aufgrund der Hanglage selbstständig rund 100 Meter in Richtung Moserboden. Mit Seilwinde und mit den Bulldogs von Seppi Spöck und Franzi Bauer (zugleich Zweiter Vorsitzender der FFW Grainbach) sowie mit aufmerksamer Begleitung von 10 Aktiven des Grainbacher Trachtenvereins Hochries-Samerberg und der örtlichen Feuerwehr Grainbach wurde er talwärts und im Hochriesgebiet zwischengelagert. Und dort wartet er nunmehr auf seine Diebe, die es mit dem Besitzer und mit dem bayerischen Brauchtum ehrlich meinen. Ehe die Samerberger ihren Baum wieder verließen, luden Ehrenvorsitzender Hans Sattlberger und Vereinsvorstand Peter Sattlberger alle, die Hand angelegt hatten,  zu einer handfesten Brotzeit vor der Zenzn-Alm ein.

Der GTEV Hochries-Samerberg fällt den neuen Maibaum für Grainbach im Hochriesgebiet…

Maibaum-Fällung im Bayerischen Fernsehen

Der gesamte Aktionstag vom und bis zum Tal wurde vom Prientaler Georg Antretter und Kameramann Andreas Kerle  für das Bayerische Fernsehen festgehalten.

 

Der Beitrag war am Mittwoch, 19.  Januar ab 17.30 Uhr in der Abendschau zu sehen. Die Aufstellung des neuen Maibaums für den Trachtenverein Grainbach zusammen mit der örtlichen Feuerwehr erfolgt in Abstimmung mit dem Maibaum-Aufstellen in Törwang vor, am oder nach dem 1. Mai 2022.

 

Das Bayrische Fernsehen war auch mit einer Drohne dabei…

In der Abendschau des Bayerischen Fernsehens wurde am 19. Jan. 2022 darüber berichtet. Den Video-Beitrag sehen Sie hier: Zum Video „Maibaum aus dem Bergwald geholt.“

Bericht: Georg Antretter
Kamera: Andreas Kerle
Schnitt: Panja Knaup
Fotos: Rainer Nitzsche – 1. Eindrücke von der Baumfällung im alpinen   Gelände des Hochriesgebietes. 2.  Nach getaner Arbeit und zufrieden:   von links Georg Antreter (BR), dahinter Ehrenvorstand Hans Sattlberger

Weitere Informationen: www.samerberg.de, Trachtenverein Hochries-Samerberg 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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