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Gedenkaktion der Paneuropa-Union im tschechisch-bayerischen Grenzgebiet

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das böhmische Schloß Ronsperg/Poběžovice in der tschechisch-bayerischen Grenzregion war (an diesem Wochenende) Schauplatz einer Aktion der Paneuropa-Union, der ältesten europäischen Einigungsbewegung, zu Ehren der berühmten katholischen Schriftstellerin Ida Friederike Görres. Sie wurde in diesem Schloß vor 120 Jahren als Schwester von Richard Graf Coudenhove-Kalergi, der 1922 die Paneuropa-Union ins Leben rief, geboren. Als Teilnehmerin der Würzburger Synode und Verfasserin von mehr als 20 Büchern erlangte sie in der katholischen Welt und darüber hinaus solches Ansehen, daß der spätere Papst Benedikt XVI., Prof. Joseph Ratzinger, bei ihrem Tod 1971 im Freiburger Dom die Trauerrede hielt.

Bei der Gedenkaktion vor Schloß Ronsperg hielten der tschechische Bürgermeister der Stadt, Martin Kopecký, und Vertreter der Paneuropa-Union Schilder, auf denen in tschechischer und deutscher Sprache”120 Jahre Ida Görres” und “Paneuropa gratuliert” stand. Der Präsident der Paneuropa-Union Deutschland, der langjährige Münchner Europaabgeordnete Bernd Posselt, würdigte den Beitrag der Schriftstellerin “zur Stärkung der christlichen Fundamente Europas”. Die Palette ihrer Werke “reichte von großen Heiligenbiographien über eine Streitschrift aus dem Jahr 1940, in der sie die Nächstenliebe gegen die Anmaßungen des Nazi-Regimes verteidigte, bis hin zu ‘Laiengedanken zum Zölibat'”. Als im Südwesten Deutschlands lebende Intellektuelle sei sie stets mit besonderer Liebe an ihrer Böhmerwald-Heimat gehangen und führe dadurch noch ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod Deutsche und Tschechen grenzüberschreitend zusammen.

Ida Görres war das sechste von sieben Kindern des auf dem Ronsperger Friedhof in einem frisch restaurierten Grab ruhenden k.u.k. Diplomaten Graf Heinrich Coudenhove-Kalergi, einem frühen Vertreter des interreligiösen Dialoges, und seiner japanischen Frau Mitsuko Aoyama. Das Schloß ist nach der Vertreibung der Sudetendeutschen und in der kommunistischen Zeit stark verfallen, soll aber jetzt Schritt für Schritt erneuert werden. Als Erinnerungsort ist es für die Tschechische Republik und europaweit bedeutsam, weil dort die geistigen Wurzeln von Richard Coudenhove-Kalergi liegen, der als erster die Idee der europäischen Einigung entwickelt und massiv vorangetrieben hat.


Bericht und Foto: Paneuropa: Paneuropa-Aktion vor dem Ronsperger Schloß (v.r.n.l.): Bundesgeschäftsführer Johannes Kijas, Bürgermeister Martin Kopecký, Präsident Bernd Posselt und Pressereferentin Stephanie Waldburg. 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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