Leitartikel

Erster Personenspürhund der Rettungshunde Rosenheim

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die viereinhalbjährige holländische Schäferhündin Ati läuft an der langen Leine, wenn sie mit Herrchen Clemens Joos aus Eggstätt in den Einsatz geht. Denn Ati ist der erste geprüfte Personenspürhund der Johanniter-Rettungshundestaffel Rosenheim. Im Unterschied zu Flächensuchhunden, die beispielsweise Waldgebiete nach allen menschlichen Witterungen absuchen und dabei frei laufen, verfolgt Ati dem Geruch nur einer Person – immer gefolgt von ihrem Hundeführer. Am vergangenen Wochenende haben die beiden die anspruchsvolle Prüfung zum Ende ihrer Ausbildung auf Anhieb bestanden.

Clemens Joost hat in der Ausbildung nicht nur mit seinem Hund trainiert, sondern, wie jeder Rettungshundeführer der Johanniter, eine Sanitäts- und eine Katastrophenschutz-Grundausbildung absolviert, Einsatztaktik und Erste Hilfe am Hund gelernt und sich mit Navigation oder Funkkommunikation beschäftigt.

Dr. Andreas Böhm, Leiter der Johanniter-Rettungshundestaffel Rosenheim erklärt: „Das Mantrailing – so wird die Suche mit Personenspürhunden nach einem bestimmten Geruchsmuster in Fachkreisen genannt – wurde in unserer Staffel etwa vor anderthalb Jahren eingeführt. In vielen Einsatzszenarien können sich Mantrailer und Flächensuchhunde, deren Aufgabe es ist, sehr schnell größere Geländeareale nach Menschen abzusuchen, sehr gut ergänzen.“ Sieben geprüfte Teams gibt es bei der ehrenamtlichen Rettungshundestaffel der Johanniter im Landkreis Rosenheim schon – ganze 18 weitere befinden sich derzeit in der bis zu drei Jahre dauernden Ausbildung. Darunter auch sieben Mantrailer. Etwa ein bis zweimal im Monat werden die Retter auf vier Pfoten der Johanniter aus dem Landkreis Rosenheim derzeit alarmiert, um vermisste Personen zu finden. Für Einsätze und Übungen sucht die Johanniter-Rettungshundestaffel ständig neue Ehrenamtliche, die sich gemeinsam mit ihrem maximal zwei Jahre alten Hund ausbilden lassen wollen und Einsatzhelfer ohne Hund. Aber auch Förderer und Spender brauchen die Ehrenamtlichen, denn für die Ausbildung und die Ausrüstung kommen die Johanniter selbst auf und sind hierfür auf die Unterstützung von Fördermitgliedern und Spendern angewiesen. Denn die Einsätze selbst sind für die Gesuchten und ihre Familien kostenfrei.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter Informationen gibt es unter 08071 95566 oder wasserburg@johanniter.de. Online spenden kann man unter https://spenden.rettungshunde-rosenheim.de.

Über die Arbeit mit Rettungshunden  – Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes betreiben die nach DIN 13050 zertifizierten Rettungshundeteams in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren die Personensuche nach Vermissten. Nur mit gültiger Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz. Die Hundeführer mit ihren vierbeinigen Spürnasen engagieren sich ehrenamtlich und sind für ihre umfangreichen Aus- sowie Weiterbildungen auf Spenden angewiesen. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert zwei bis drei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen, die alle 24 Monate wiederholt werden muss.

Foto: Dr. Andreas Böhm/Johanniter –  Auf Anhieb haben am Wochenende Mantrailer Ati und Hundeführer Clemens Joos die Prüfung bestanden.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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