Corona-Krise

Erinnerung an die Pandemie Pest im 14. Jhdt.

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Pest des 14 Jahrhunderts hat nicht viel mit Covid 19 gemeinsam, aber gewisse Parallelen gibt es doch.  Als 1347 in München zum ersten mal die Pest ausbrach, waren die Bürger der Stadt völlig ratlos. Wo kam sie her, die Seuche?  Um den Unheil auszuweichen, traute man sich nicht mehr auf die Straße. Die Ärzte behandelten das Thema vorsichtig  mit Schutzkleidung. Wo heute das Corona Personal mit einer FFP2- Maske  auftritt, hatte ein Pestarzt eine Brille auf, deren Ränder eng an der Haut angelegt waren. Und statt einer FFP2-Maske hatte der Arzt damals einen schnabelförmigen Schutz über den Mund, so dass jeder „Todeshauch“ des Kranken abgewehrt wurde. Und über den Körper des Arztes war eine Leinen geworfen, das in völlig isolieren sollte.

All diese Bemühungen waren damals zwecklos. Dann kam die Kirche und gab sonderbare Empfehlungen bekannt: „Man nehme den Leib von Kindern, schlitze ihre Adern auf  und bade sich im Blut der Unschuldigen. Sodann wird die Göttlichkeit dich  in den Stand eines Gesunden erheben.“. Viele Chronisten deuteten die Seuche als Strafe Gottes für die Sünden des Menschen. Ein Mittel hat sich seit der Pest und der heutigen Corona Epidemie nicht geändert. Die Ärzte empfahlen, jede Nähe zu den Kranken zu vermeiden. Angeblich ließ man in Italien Familien, in denen die Pest aufgetreten war einmauern. Man musste jeden Kontakt verhindern, so dass sie verhungerten. Die Pest war ein Virus, der über die Seefahrer aus dem Orient eingeschleppt wurde. Ratten und ihre Flöhe sorgten für eine rasche Verbreitung. Ganz anders ist es bei den Covid Viren. Die Weiterverbreitung erfolgt über die Atemwege. Das ist der gravierende Unterschied. Hatte man damals nach der Pest das Ende mit dem bekannten Schäfflertanz gefeiert, frage ich mich:“  Wie werden die Menschen wohl feiern, wenn wir das Covid 19 Pandemie als beendet erklären können“? Die Antwort ist noch offen. Einig ist man sich nur: Das ist die einschneidenste Situation  seit Ende des  2. Weltkriegs.

Geschrieben am 22. Februar 2021, während des Lockdowns in Bayern. Aus Zeitreise Bayern, Fotomontage Klaus Bichlmeier, Archiv Bichlmeier

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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