Corona-Krise

Eigentlich wäre jetzt Wiesn

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Von Karin Wunsam  – Normalerweise hätte in Rosenheim am vergangenen Wochenende die fünfte Jahreszeit begonnen. So wird das Herbstfest auf der Loretowiese auch gerne bezeichnet. Aber was ist in Zeiten von Corona schon normal. Auch dieses Jahr musste das größte Volksfest in Südostoberbayern abgesagt werden. Besonders hart trifft das Schausteller wie Max Fahrenschon.

Die Wurzeln reichen bis in das Jahr 1861 zurück. In den vergangenen Jahren zog das Rosenheimer Herbstfest jährlich über eine Million Besucher an. In der Stadt herrscht dann immer „Ausnahmezustand“. Bezahlt wird 16 Tage lang vielerorts mit Biermarkerln und das Tragen der Tracht ist für viele Rosenheimer während dieser Zeit quasi Pflicht.  Aufgrund der Corona-Bestimmungen muss das Fest aber nun ein zweites Mal in Folge ausfallen. Zu der trüben Stimmung passt dann auch das aktuell schlechte Wetter. „Das ist schon deprimierend“, sagt der Rosenheimer Schausteller Max Fahrenschon, dessen Familie seit vielen, vielen Jahren auf der Wiesn mit Attraktionen für Groß und Klein vertreten ist. Nach der Absage im vergangenen Jahr hatte er wie viele der anderen Schausteller gehofft, dass 2021 wieder alles besser wird. Doch diese Hoffnung blieb leider unerfüllt.

Als Ersatz gibt es in Rosenheim noch bis zum 12. September eine „Miniwiese“ mit einigen Attraktionen verteilt im Stadtgebiet. Auch Max Fahrenschon ist dort mit seinem Kinderkarussell und seinem Schießstand vertreten. „Für diese Möglichkeit bin ich der Stadt Rosenheim sehr dankbar“, sagt er. Auf diese Weise käme er mit vielen seiner Stammkunden in Kontakt. Insbesondere das Kinderkarussell erfreue sich großer Beliebtheit. Mit den Einnahmen könne er zumindest die laufenden Betriebskosten decken. Ansonsten müsse die Familie aber weiter auf Reserven zurückgreifen.
Wie viele andere Schausteller auch fehlt es Max Fahrenschon an Perspektiven von Seiten der Staatsregierung. „Fußball und die Reisebranche haben halt eine Lobby. Da geht vieles, was bei uns nicht geht, obwohl wir auch gute Hygiene-Konzepte vorgelegt haben“, ärgert sich der Rosenheimer. Mit gemischten Gefühlen blickt er der Vorweihnachtszeit entgegen. Wie es da mit den Christkindlmärkten ausschaut, steht aktuell noch in den Sternen. Wenn die Entscheidung für deren Durchführung fällt, wünscht sich Max Fahrenschon: „Nicht alles verbieten, sondern wohlwollend schauen, was möglich ist.“

Bericht: Karin Wunsam

Fotos: Wunsam und Fahrenschon

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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