Kultur

Priener Festwochen: Interview mit Ernst Hutter

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Bei den Priener Festwochen im kommenden Jahr werden die Egerländer Musikanten mit ihrem Auftritt eines der Highlights bilden. Im Folgenden ein Interview mit Ernst Hutter, dem Leiter der „Die Egerländer Musikanten – Das Original“:

Herr Hutter, sie leiten „Die Egerländer Musikanten-Das Original“ nun schon seit 18 Jahren. Was waren die Highlights in dieser Zeit?

In diesen 18 Jahren haben wir bereits über 800 Konzerte gespielt. Dabei konnten wir viele tolle Konzerte in Konzerthäusern, bei Open Airs oder in Festzelten erleben. Ganz besonders war sicherlich das Konzert 2006 im Rahmen unserer 50 Jahre Jubiläumstournee in New York / Carnegie Hall und das Open Air Konzert in Eger / Cheb 2011. Zu den Highlights gehören nun auch schon seit einiger Zeit die jährlichen Konzerte bei unserem Open Air in Altusried sowie beim „Woodstock der Blasmusik“.

Nach dem Tod von Ernst Mosch 1999, haben Sie das Orchester in die Zukunft geführt. Welche besonderen Aufgaben hatten Sie dabei zu bewältigen?

Zuerst einmal mussten wir mit der Familie Mosch gemeinsam den für beide Seiten richtigen Weg der Zukunft unseres Orchesters besprechen. Nachdem dies geschehen ist, hatten wir vor allem die Aufgabe, das Publikum für uns und unsere neue Konstellation zu erreichen. Ernst Mosch hat unser Orchester zum „erfolgreichsten Blasorchester der Welt“ gemacht. Um diese „Marke“, die uns die Familie Mosch ebenfalls übertragen hat, weiterzuführen, mussten die Voraussetzungen stimmen. In den folgenden Jahren wurde es zudem wichtig, mit einigen Veränderungen die langfristige Zukunft zu sichern. Dazu zählten, wie in jedem anderen Unternehmen auch, Entwicklungen im Personal- und Innovativbereich, die dies möglich machten. Und immer war da diese Frage, wie hätte das wohl Ernst Mosch gemacht ……es war nun aber meine Aufgabe und die Unterstützung des Mosch Musikverlags, der traditionellen Produktionsfirmen, der Kollegen, dann auch von Jahr zu Jahr zunehmend des Publikums, hat mir die Aufgabe leichter gemacht.

Ihr Tourneemotto klingt auch wie ein Statement. Wie muss man sich „Musikantenstolz“ vorstellen ?

Das Motto ist angelehnt an eine wichtige Komposition in unserem Repertoire mit demselben Titel. Selbstverständlich sind wir „Egerländer Musikanten – Das Original“ alle gemeinsam stolz darauf, dass wir als Musikanten einem großartigen Orchester mit einer überragenden Geschichte angehören. Dass wir es nun auch bis dato geschafft haben, die Aufgaben wie gerade oben erwähnt gut bewältigt haben, gibt uns allen ebenfalls ein gutes Gefühl. Ich denke, dass wir mit diesem Motto auch allen anderen Musikanten aus der Seele sprechen. Wenn man als Blasorchester so viele Menschen begeistern kann, ist es ein tolles Gefühl und gibt Musikanten Stolz. Nicht zuletzt verstehe ich aber auch darunter, dass man zurecht auf etwas stolz sein kann, das mit ehrlicher professioneller Arbeit und musikalischer Hingabe erreicht wird.

Vor 20 Jahren, 1998, hat Ernst Mosch sein letztes Konzert gegeben. Können Sie uns noch einen Eindruck von diesem Konzert vermitteln und wie hat sich das damals für Sie als Musiker im Orchester angefühlt?

Wir hatten uns gemeinsam in den Konzerten der Abschiedstournee davor auf dieses letzte Konzert vorbereitet. Dennoch war es ein sehr emotionaler Abschied, das ging den Leuten im Publikum genauso wie uns Musikern auf der Bühne. Jedes einzelne Stück habe ich damals in mir ganz besonders aufgesogen und mitgefühlt. Besonders aber hatte ich immer den Gedanken, wie sich Ernst Mosch nun fühlt, weil er weiß, dass er das letzte Mal vor diesem besonderen Orchester steht… seinem Orchester. Wir Musiker wussten, was ihm diese Arbeit bedeutete und das war sicher ein wahnsinnig schwerer Moment für ihn.

In diesen 20 Jahren bis heute hat sich die Blasmusik auch verändert. Wie erleben Sie diese Veränderungen?

Schon in der Zeit unter Ernst Mosch erlebten wir immer wieder Veränderungen. Was dann aber in den letzten 20 Jahren am Markt, in den Medien und inhaltlich vor sich ging, war schon gewaltig. Die Pop-und Schlagermusik hat in dieser Zeit eine überdimensionale Wichtigkeit durch die Medienpräsenz erhalten, die Instrumentalmusik und dazu gehört auch Blasmusik, in den Hintergrund gedrängt. Es entstanden aber auch andere Formen von Bläsermusik ganz allgemein, die wieder neue Aufmerksamkeit für Bläsersounds gebracht haben. Wir „Egerländer Musikanten – Das Original“ sind in dieser ganzen Zeit als Nachfolger des „Moschorchesters“ wahrgenommen worden und sind auch in der heutigen Zeit, mit so vielen unterschiedlichen Blasmusikströmungen und Veränderungen immer noch ein „Klassiker“ am Musikmarkt.

Ernst Mosch hat Sie 1985 als junger Musiker engagiert. Welche Möglichkeiten gibt es heute für junge Musiker in Ihrem Orchester?

Heute gibt es eine unglaublich große Anzahl guter junger Musiker. Es freut mich besonders, dass es mir durch mein Engagement auch gelungen ist, diesen tollen Instrumentalisten ein Forum zu erhalten, in dem sie sich weiterentwickeln können. Genau dies hat mir Ernst Mosch damals geboten, und dieselbe Aufgabe nehme ich heute wahr…..wieder etwas, worauf ich als Musikant stolz bin. Alle meine jungen Musiker erleben unsere Musik als etwas sehr Wertvolles, und freuen sich, darauf aufbauend, Erfolge zu erreichen. Diese werden ihnen in ihrem Musikerleben genauso hilfreich sein, wie es mein Engagement bei Ernst Mosch bis zu seinem Tod war.

Wie sehen Sie die Zukunft der Blasmusik bzw. Ihres Orchesters?

Im Moment kann man den positiven Trend, den die Blasmusik seit mehreren Jahren erlebt, genießen. Es ist schön, dass die Menschen wieder erkennen, welche musikalischen Möglichkeiten Bläserensembles haben. Ich denke schon, dass sich dieser Trend fortsetzen lässt, weil viele talentierte Musiker in dieser Branche tätig sind. In meinem Orchester sind einige dieser Musiker, die bestimmt auch in Zukunft an der positiven Entwicklung unseres Orchesters und der Blasmusik ganz allgemein mitwirken werden.

Was ist das Besondere der „Egerländer Musikanten- Das Original“ und warum fasziniert Ihre Musik die Besucher Ihrer Konzerte bis heute?

Unser Orchester hat eine über 60-jährige Geschichte. Ernst Mosch und einige andere großartige Musiker waren die Gründer unseres Orchesters, Ernst Mosch hat es zu Weltruhm geführt. Sein erarbeiteter Sound, die butterweichen Melodien, der exakte Groove und die professionelle Arbeit in diesem Orchester sind bis heute unser Markenzeichen. Weil diese Dinge dem Publikum immer auf höchstem Niveau geboten werden, ist unser Orchester schon so lange erfolgreich. Die Emotionen, die in unserer Musik stecken, von uns mit Hingabe gespielt, packen die Menschen dort ganz direkt, wo gute Musik immer gefühlt wird, im Herzen und in den Beinen. Dies war vor 60 Jahren so, und ist auch heute immer noch so.

Worauf sind Sie persönlich stolz?

Ich freue mich darüber, dass es mir gelungen ist, das Orchester nach dem Tod von Ernst Mosch für die vielen treuen Fans erhalten zu haben. Mein musikalisches Leben habe ich bis heute dafür eingesetzt und freue mich sehr, dass ich Musiker in meiner Band habe, die dieselbe Leidenschaft mitbringen. Nicht zuletzt bin ich auf meine eigenen Söhne stolz. Ich bin auch ganz besonders darauf stolz, dass meine Familie, meine Frau, diesen ganzen langen Weg bis heute mit Liebe mitgeht.

Das Tourneeleben fordert bekanntlich viel von den Künstlern ab. Wie gestalten Sie ihre Freizeit und Erholung?

In der freien Zeit freue ich mich auf meine Familie zuhause, verbringe wenn es irgendwie geht, Zeit in der Natur. Ich lebe in einer besonders schönen Gegend, in der viele Menschen Urlaub genießen. Dort kenne ich selbstverständlich die schönsten Ecken. Erholung und Fitnesstraining sind für mich immer 2 Seiten derselben Medaille, deshalb gehe ich gerne wandern, walken, Radfahren usw.

Warum sollten unsere Leser gerade zu Ihrem Konzert kommen?

Ich kann Ihren Lesern und unserem Publikum ein Konzerterlebnis versprechen. „Musik mit Leib und Seele“ ist bei uns keine hohle Marketingphrase. Im Programm sind natürlich unsere großen Hits, vor allem aus der Zeit mit Ernst Mosch, selbstverständlich neue Kompositionen und ganz besondere solistische Stücke. Die Präsentation mit einer hochwertigen Saalbeschallung, Bühnenshow und sehr motivierten Künstlern ist ein Markenzeichen unseres Orchesters. Unser Motto „Musikantenstolz“ wird mit den dazugehörigen Texten präsentiert und gelebt. Ausschließlich live hören Sie „das Original“, wie Ernst Mosch immer sagte, oft kopiert.

Karten für den Auftritt im Rahmen der Priener Festwochen gibt es ab sofort in Prien bei Trachten Bartl in Trautersdorf, beim Priener Regionalmarkt in der Bernauer Straße sowie bei  München Ticket ( www.muenchenticket.de )  – im übrigen bei Kauf bis 21.12. mit einem Gutschein für eine Maß Festzelt-Maß-Bier.

Foto: Ernst Hutter – Die Egerländer Musikanten – Das Original

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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