Kirche

Die Geschichte des Rosenkranzweges von Birkenstein

Weit über das Leitzachtal hinaus bekannt ist der Wallfahrtsort Birkenstein. Der Ursprung der Wallfahrt zu unserer Lieben Frau von Birkenstein liegt im Jahr 1673. Ein Traum hatte den Fischbachauer Pfarrer veranlasst, eine Kapelle errichten zu lassen, nachdem die Gottesmutter ihm sagte, dass alle, die an dieser Stelle beten, ihre besondere Hilfe erwarten dürfen. Schon bald erwies sich die Kapelle als zu klein für die immer größer werdende Schar an Pilgern. So entschloss man sich im Jahr 1710, den Grundstein für eine neue Kapelle zu legen und diese nach dem Vorbild des heiligen Hauses von Nazareth, welches sich in Loreto in Italien befindet, zu bauen. Es handelt sich also bei der neuen Kapelle um ein sogenanntes „Loretoheiligtum“.

Als im Jahr 2010 die 300-jährige Wiederkehr der Grundsteinlegung war, nahm man dies zum Anlass, dem Gnadenort ein Jubiläumsgeschenk zu machen. Zur Erinnerung an den runden Geburtstag der Gnadenkapelle ward die Idee eines Rosenkranzweges geboren. Dieser führt die Pilger nun zum Heiligtum und lädt gleichzeitig zum stillen Gebet entlang des Weges mit Schautafeln ein. Die bildlichen Darstellungen orientieren sich an den einzelnen „Geheimnissen“ des freudenreichen, lichtreichen, schmerzhaften und glorreichen Rosenkranzes. Die kirchliche Weihe erhielt der Rosenkranzweg am 3. Oktober 2010 durch den hochwürdigsten Vater Abt Markus Eller, OSB vom Kloster Scheyern. Dazu gibt es seit dem Portiunkulafest 2012 eine kleine Broschüre, in dessen Geleitwort P. Egino als Wallfahrtskurat schreibt: „Mögen alle, die betend und betrachtend diesen Rosenkranzweg gehen, tiefer mit Jesus Christus verbunden werden und die fürbittende Begleitung Mariens erfahren“.

Der Rosenkranz – seit 1483 in Süddeutschland nachgewiesen

Wie es eingangs des Weges auf einer Übersichtstafel erklärend heißt, ist der Rosenkranz in seiner heutigen Form seit 1483 in Süddeutschland nachgewiesen. Im Wesentlichen geht er zurück auf den Karthäuser Dominikus von Preußen (gestorben 1460), der die Ereignisse des Lebens Jesu zusammenfasste. Die Verwurzelung im Volk erhielt der Rosenkranz durch die zahlreich entstehenden Rosenkranzbruderschaften ab dem Jahre 1470. Im „Heiligen Jahr 2000“ ergänzte der damalige Heilige Vater Johannes-Paul II. die offiziellen „Geheimnisse“ durch die lichtreichen, sodass der Birkensteiner Rosenkranzweg nunmehr aus zwanzig Stationen besteht. Die einzelnen Stationen sind aus Holz und wurden in der Holzbildhauerwerkstatt Härtl in Bad Tölz geschnitzt. Weiter heißt es auf der Tafel zu den Erläuterungen des Rosenkranzweges: „Es sollte uns zu denken geben, dass der große, tiefe und kritische Theologe Romano Guardini (gestorben 1968) den Rosenkranz voll bejaht und empfohlen hat, weil er nichts anderes sei als das Verweilen in der Lebenssphäre Mariens, deren Inhalt Christus war und so im Tiefsten ein Christusgebet ist.“

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Rosenkranzweg im Wallfahrtsort Birkenstein im Leitzachtal

Weitere Informationen: www.maria-birkenstein.de

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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