Leitartikel

Brennerzulauf: Stellungnahme von Landrat Otto Lederer

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Deutsche Bahn und Bundesverkehrsminister Scheuer haben heute Mittag die Trasse für den Brennernordzulauf durch den Landkreis Rosenheim bekannt gegeben. Sie erhalten hierzu die Stellungnahme von Landrat Otto Lederer:

Im Sommer des vergangenen Jahres forderte der Rosenheimer Kreistag in einer Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf, dass überall wo es möglich ist, die Bahnstrecke unterirdisch geplant werden muss. Ähnlich wie in Tirol, sollen auch auf bayerischer Seite mindestens 80 Prozent der Zulaufstrecke unter die Erde gebracht werden. Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung der Deutschen Bahn für den violetten Trassenvorschlag ein Schritt in die richtige Richtung. Weil die Flächen-Inanspruchnahme aller vier Varianten hier am geringsten ausfällt, kommt sie den Erwartungen der Kreisrätinnen und Kreisräte am nächsten. Dies ist in gewisser Weise auch eine Bestätigung dafür, dass sich das Engagement der Vertreterinnen und Vertreter aus den betroffenen Kommunen im Planungsraum diesbezüglich gelohnt hat. Klar ist aber auch, dass es noch erheblichen Verbesserungsbedarf gibt.

So ist es schwer zu verstehen und nicht nachvollziehbar, dass in der heutigen Zeit eine Neubaustrecke so geplant wird, dass sie bestehende Infrastruktureinrichtungen, wie zum Beispiel Bundessstraße oder Bahngleise, durch oberirdische Bauwerke kreuzt, anstatt sie zu untertunneln. Auch die Tatsache, dass derzeit nördlich und westlich von Rosenheim keine unterirdischen Streckenanteile geplant sind, ist nicht vermittelbar. Das sehen nicht nur wir – die betroffenen Kommunen und der Landkreis – so, auch die Regierung von Oberbayern kam in der landesplanerischen Beurteilung zu diesem Schluss. Auch sie fordert mehr Tunnelanteile, um die oberirdischen Streckenanteile möglichst weit zu reduzieren. Dazu gehört die Unterquerung des Inns im Norden sowie eine Verlegung der Verknüpfungsstelle „Niederaudorf-BAB“ in den Berg. Die Entscheidung des Bundesverkehrsministers, eine dazu notwendige Studie zu finanzieren, hilft uns weiter und ist daher sehr zu begrüßen. Bedanken möchte ich mich auch bei der Bayerischen Staatsregierung und dem Regionalen Planungsverband, die uns immer unterstützt haben und auch zukünftig beistehen werden, wenn es um die Forderung geht, oberirdische Strecken unterirdisch zu gestalten.

Die Bekanntgabe der Deutschen Bahn heute ist eine wichtige Markierung auf dem immer noch sehr langen Weg hin zu entscheidungs- und mehrheitsfähigen Planungen. Bundesverkehrsminister Scheuer sieht darin den Beginn eines mehrjährigen Optimierungsprozesses bezüglich der violetten Vorzugstrasse. Der Landkreis Rosenheim wird diesen Prozess gemeinsam mit den betroffenen Kommunen sowie den Bürgerinnen und Bürgern intensiv und konstruktiv kritisch begleiten.

Bericht: Landratsamt Rosenheim

Foto: Rainer Nitzsche

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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