Gastronomie

Brannenburg: Müllner Stüberl erlebt „Renaissance“

Gute Nachrichten für alle, die das Müllner Stüberl kennen: Nach fast zwei Jahren Pause wird es voraussichtlich ab Mai nächsten Jahres Gäste begrüßen können. Dafür setzen sich die neuen Hauseigentümer, Ursula Mache und Bastian Singer, ein, die mit viel Herzblut an der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes arbeiten.

Ich besuche sie an einem Spätnachmittag und wir setzen uns auf die Terrasse des „Noch-nicht“-Biergartens. Beide sind keine Gastronomen, aber es war für sie von vornherein klar, dass das Traditionslokal erhalten bleiben soll, auch wenn im Großteil des Hauses jetzt neue Wohnungen entstehen.

Mit dem Müllner Stüberl verbindet Bastian Singer Familienerinnerungen, sein Uropa ist oft nach Brannenburg in Urlaub gefahren, „Sommerfrische“, wie man damals gesagt hat. Für die damalige Zeit war das Müllner Stüberl weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und zog viele Gäste an.

Bastian Singer ist Zimmerergeselle und momentan verbringt er ca. 12 Stunden des Tages auf der Baustelle, kommt mit Nachbarn ins Gespräch und erfährt die ein oder andere Geschichte: An manchen Tagen war die gesamte Straße zugeparkt mit Ausflüglern, erzählen ihm die älteren Leute aus der Gegend – für den guten Kuchen im Müllnerstüberl.

Für die Renovierungsarbeiten im und um das denkmalgeschützte Anwesen werden Freunde und Familienmitglieder eingespannt: „Jeder hat so sein eigenes Projekt und kann Ideen mit einfließen lassen, sei es die Gartengestaltung oder die Beherbergung von Bienen“, sagt er.

Ursula Mache hat erst im April ihre eigene Zahnarztpraxis gegründet, womit sie sehr ausgefüllt ist, aber es bleibt immer noch genug Energie und Gestaltungsfreude für das Projekt Müllner Stüberl, weil es kein Neubau werden sollte, sondern eine Umgestaltung.

Denkmalpflegerisch gibt es Einschränkungen zu beachten, und wahrscheinlich hätten sie nicht die Hürde zur Baugenehmigung überwunden, ohne den frühzeitigen konstruktiven Austausch mit dem Denkmalamt. Als kurzes Fazit wirft Ursula Mache ein: „Jeder, der mit dem Gedanken spielt, ein dermaßen herausforderndes Projekt wie dieses anzunehmen, sollte sich im Klaren sein, dass es jeden Tag gewisse Unwägbarkeiten gibt, die selbst die sorgfältigste Planung nicht vorhersehen kann.“

Wie haben sie das Haus vorgefunden? „Halbfertig, es haben sich bereits Vorbesitzer daran versucht, im Erdgeschoss ist schon Fußbodenheizung installiert worden und dann wurde ab der Hälfte kapituliert, der Rest war Rohbau. Allein zwei Container Sperrmüll konnten wir aus dem Dach entfernen. Wie gesagt, das war aber auch der Reiz daran, der Charme, etwas Altem zu begegnen, sich gedanklich und planerisch damit auseinanderzusetzen und kontinuierlich daran zu arbeiten.“

Sind schon neue Pächter im Gespräch? „Bisher haben wir noch keine letztendliche Entscheidung getroffen, aber wir können uns eine Mischung aus bayerischer traditioneller Küche mit modernen Einflüssen oder ein Café gut vorstellen. Im Lokal selbst müsste von Seiten eines potentiellen Pächters eigentlich nichts renoviert werden, der Charakter des denkmalgeschützten Bauernhauses aus dem 18. Jahrhundert sollte schon noch irgendwo zum Vorschein kommen. Wir sind aber auch offen für neue Ideen und hoffen, im Mai nächsten Jahres den Saisonstart der neuen Pächter mitzuerleben.“

Wer elektronisch Kontakt aufnehmen möchte, kann dies unter folgender Adresse: info@muellner-stueberl.de.

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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