Wirtschaft

Bayern: Verbraucherpreise steigen weiter

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

4,6 Prozent Inflationsrate in Bayern im Oktober – Verbraucherpreise steigen weiter  – Preise für Heizöl und Kraftstoffe steigen deutlich, Heizölpreis verdoppelt sich sogar

Die Verbraucherpreise im Freistaat steigen im Vergleich zum Oktober des Vorjahres um 4,6 Prozent. Besonders schnell klettern erneut die Preise für Heizöl (+101,9 Prozent) und Kraftstoffe (+34,2 Prozent). Selbst ohne diese Preistreiber liegt die Inflationsrate noch bei deutlichen 3,2 Prozent.

Wie das Expertenteam des Bayerischen Landesamts für Statistik weiter mitteilt, erhöhen sich die Verbraucherpreise im Oktober 2021 im direkten Vergleich zum September insgesamt gesehen nur geringfügig (+0,5 Prozent). Das trifft in der Detailbetrachtung nicht auf den Heizölpreis zu, der sich binnen Monatsfrist deutlich um 19,6 Prozent verteuert. Auch Kraftstoffe steigen im Preis mit einem Plus von 5,6 Prozent spürbar. Für Obst bezahlen Verbraucher im Oktober 0,7 Prozent mehr als im Vormonat. Gemüsepreise sinken hingegen leicht um 0,2 Prozent.

Die Inflationsrate, gemessen als prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex für Bayern gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat, liegt im Oktober 2021 bei 4,6 Prozent. Ursächlich für diese starke Zunahme sind nicht nur hohe Preissteigerungen am Energiemarkt, sondern auch die von Juli bis Dezember 2020 eingeführte Mehrwertsteuersenkung. Die sogenannte Kerninflationsrate, also der Gesamtindex ohne Nahrungsmittel und Energie, beträgt lediglich 3,1 Prozent.

Nahrungsmittel
Preise für Nahrungsmittel steigen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,7 Prozent. Auch für Fleisch und Fleischwaren (+4,8 Prozent) erhöhen sie sich spürbar. Ebenfalls nach oben entwickeln sich die Aufwendungen für Gemüse mit einem Plus von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Obst hingegen kostet nur wenig mehr als im Jahr zuvor (+0,7 Prozent).

Energie / Kraftstoffe
Zum Energiemarkt: Im Oktober 2021 sind Heizöl mit einem Anstieg von 101,9 Prozent und Kraftstoffe mit 34,2 Prozent deutlich teurer als im Vorjahr. Auch Gas wird teurer (+7,4 Prozent). Die Preise für Strom erhöhen sich vergleichsweise leicht um 2,8 Prozent.

Wohnungsmieten
Die Preisentwicklung bei Wohnungsmieten ohne Nebenkosten verläuft im Vergleich zum Gesamtindex unterdurchschnittlich. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhen sie sich im Oktober um 1,7 Prozent.

Technische Produkte
Bei technischen Produkten zeigen sich die Preisveränderungen im Vergleich zum Vorjahr uneinheitlich. Während Verbraucher insbesondere für tragbare Computer 10,3 Prozent mehr als im Oktober 2020 bezahlen, sinken die Aufwendungen für die Anschaffung von Fernsehgeräten um 5,7 Prozent deutlich.

Entwicklung Verbraucherpreise
Insgesamt steigen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat September mit 0,5 Prozent moderat. Binnen Monatsfrist steigt der Heizölpreis deutlich (+19,6 Prozent), während Kraftstoffpreise lediglich um 5,6 Prozent zulegen. Für Nahrungsmittel bezahlen Verbraucher im Oktober fast das Gleiche wie im September (+0,3 Prozent).

Im Oktober 2021 ist die Inflationsrate aufgrund der befristeten Mehrwertsteuersenkung von Juli bis Dezember 2020 höher als üblich. Das wird als Basiseffekt bezeichnet, da die Ursache in der durch die Mehrwertsteuersenkung niedrigeren Vergleichsbasis aus dem Vorjahr liegt. Die exakte Höhe dieses Basiseffekts ist schwer zu benennen, da mehrere preisbestimmende Einflussfaktoren, wie beispielsweise die CO2-Bepreisung gleichzeitig wirken.

Bericht: Bayerisches Landesamt für Statistik

Foto: Hötzelsperger – Blick zwischen Prien und Bernau

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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