Corona-Krise

Bayerische Blasmusikanten in großer Corona-Sorge

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Zahlreichen Blasmusikern in ganz Bayern fehlt in der Corona-Krise die Perspektive. Keine Auftritte, Proben – wenn überhaupt – sind nur unter Einschränkungen möglich. Vielerorts arrangieren sich die Vereine sehr gut mit der Situation, aber es gibt auch zahlreiche Vereine, die in eine existenzbedrohende Situation geraten, weil aktive Musiker ihren Abschied einreichen.

Dass es so nicht mehr sehr lange weitergehen kann, ist klar. Klar ist auch: Es geht anders. Ein Blick ins benachbarte Österreich zeigt, dass trotz Abstandsregelungen von nur 1 Meter kein Corona-Infektionsgeschehen bei den Musikvereinen auftritt. Auch im Sport, wo gänzlich ohne Abstandsregelungen trainiert werden darf, gibt es keine nennenswerten Corona-Ausbrüche.
„Hier hat uns Ministerpräsident Dr. Söder in der Pressekonferenz vom  8. September eine Steilvorlage geliefert: Sport und Kultur sollen im Gleichklang laufen. Wenn das so ist, dann müssen unsere Musikvereine auch im Vollkontakt, also mit geringeren Abständen musizieren dürfen.“, fasst BBMV-Geschäftsführer Horber die aktuelle Situation zusammen.

Mit einer Reduzierung der Abstandsregelungen wäre allen Musikvereinen geholfen, weiterhin eine Überlebenschance zu haben. Denn mit dem Herbstbeginn endet realistischerweise die Möglichkeit für Open-Air-Proben. Es wird früher dunkel und auch die Temperaturen lassen die Outdoor-Übungseinheiten nicht mehr zu. Zwei Meter Abstand zwischen den Musikern bedeuten für viele Musikvereine faktisch einen erneuten Lockdown.

Das Präsidium des Bayerischen Blasmusikverbands hat in seiner jüngsten Videokonferenz beschlossen, mit aller Kraft für eine Verringerung der Abstandsregelungen zu kämpfen. Resignierende Vereinsvorsitzende, die die Motivation ihrer Musiker künstlich hochhalten müssen und eine Musiker-Austrittswelle aus den Vereinen können die bayerische Blasmusiklandschaft und das ehrenamtliche Engagement der Vereinsverantwortlichen nachhaltig verändern und sogar dauerhaft schädigen.
Geplant ist, die bevorstehende Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion kommende Woche für Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern zu nutzen und sie für die prekären Situation der bayerischen Musikvereine zu sensibilisieren.

Die Ziele sind klar: Reduzierung der Abstände der Musiker während der Proben und bei Konzerten auf 1 Meter. Zudem soll die Publikumssituation bei Konzerten auf den Prüfstand gestellt werden. Es ist schließlich nicht nachvollziehbar, dass bei der Bemessung der Publikumsgröße die Raumverhältnisse überhaupt keine Rolle spielen.

Die politischen Präsidenten der Blasmusikverbände haben die Ärmel bereits hochgekrempelt. Es geht um viel. „Wir sind im Kampfmodus, weil ansonsten unsere Szene nachhaltig geschädigt wird“, so BBMV-Geschäftsführer Andreas Horber.

Bericht und Foto: Musikbund Ober- und Niederbayern

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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