Kirche

Auch heuer keine Proben und kein Priener Friedhofssingen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Seit dem Jahr 1928 gibt es in der Marktgemeinde Prien an Heilig-Abend ein Weihnachtssingen. Ursprünglich fand es vor dem Kriegerdenkmal statt und galt es den Gefallenen des Ersten Weltkriegs. 1951 wurde es dann vor die Aussegnungshalle auf dem Friedhof verlegt. Bislang gab es nur kurze Unterbrechungen während des Zweiten Weltkriegs und im Vorjahr beim ersten Pandemiejahr. Heuer sollte es nach Möglichkeit wieder durchgeführt werden – doch die Proben, die am Montag, 29. November begonnen hätten, müssen kurzfristig wieder abgesagt werden. Damit entfällt auch der Auftritt im Friedhof zu Ehren der Verstorbenen.

 Sänger und Dirigent waren von Anfang an bis zum Jahr 1977 von der Liedertafel, die damals eine reine „Männer-Angelegenheit“ war. Als dann die Priener Liedertafel zum gemischten Chor mutierte, wurde das Singen auf dem Friedhof als reiner Männerchor fortgeführt. Seiher treffen sich  Sänger als lose Organisation, die sich nur aus Lust am Singen sich bereitfinden, das Weihnachtssingen mit zu gestalten. 1989 übernahm Günther Dreikorn das Weihnachtssingen. Die Proben waren jeweils an den vier Adventsmontagen. Nach dem Singen trennte man sich wieder und Jeder freute sich auf die nächsten Proben.  Im Jahre 2002 bat Chorleiter Dreikorn den Priener Verserl-Schreiber Ernst Reiter mit einem seiner Weihnachts-Gedichte den Auftritt des Chores zu bereichern. Seither ist dieser mit seinen selbstgedichteten Weihnachtsverserln ein fester Bestandteil des Friedhofsingens. 1997 drohte das Weihnachtssingen zu scheitern aus Mangel an Tenören. Stellvertretende Bürgermeisterin Renate Hof und Erster Bürgermeister Lorenz Kollmannsberger bemühten sich und es konnte doch gesungen werden. Seit dieser Zeit war Frau Hof eine Stütze für das Weihnachtssingen, denn es herrschte Raumnot für die jeweiligen Proben und sie organisierte, dass die Proben im Katholischen Pfarrheim stattfinden konnten.  Die Nachfolge von Herrn Dreikorn übernahm im Jahr 2013 der Priener Alexander Rehm, er fungiert immer noch als Chorleiter.

Interessenten, die sich für eine offenes und freies Singen nach den Corona-Einschränkungen interessieren,  können sich an Wolfgang Rasp per email wenden, wolfgang.rasp@outlook.com.

Fotos: 1. Generalprobe 2017 im Pfarrheim  /  2. Friedhofsingen  – Probe 2019

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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