Kirche

Am Grab von Marianne Fischer, Gröbnerin von Prien-Ernsdorf

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Alter von 78 Jahren verstarb nach kurzer schwerer Krankheit Marianne Fischer, Gröbnerin von Ernsdorf in der Gemeinde Prien. Bei der Trauerfeier in der Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“, die coronabedingt nur im engsten Familienkreis sein konnte, erinnerte Pfarrer i.R. Andreas Zehetmair an das von Familiensinn und Heimatliebe geprägte Leben der Verstorbenen, die in Antwort auf dem landwirtschaftlichen Anwesen „Beim Schönherr“ das Licht der Welt erblickte.

Marianne Fischer hatte noch drei Schwestern und einen Bruder, sie besuchte in Antwort bis zur achten Klasse die Volksschule, arbeitete hernach in einer Bad Endorfer Knopf-Fabrik und später im Haushalt des Priener Apothekers Dr. Fritz Reuther. Im Mai 1964 ehelichte sie Sebastian Fischer aus Prien-Ernsdorf, mit ihm führte sie bis 1969 die elterliche Landwirtschaft in Antwort. Ab 1969 begannen dann Stall- und Hausbau-Arbeiten beim Gröbnerhof, drei Kinder waren das Glück der Eheleute. Ein schwerer Schicksalsschlag war im Jahr 1977 der Tod des zweieinhalbjährigen Sohnes Andreas durch einen tragischen Unglücksfall auf dem Hof. Nach dem frühen Tod ihres Mannes Sebastian im Jahr 2003 galt es für Marianne Fischer ihr großes Haus allein zu versorgen und sich der größer gewordenen Familie zu widmen. Sechs Enkelkinder und zwei Ur-Enkelkinder waren bis zuletzt ihre große Freude. Eine weitere Leidenschaft galt der Trachtensache. Seit der Herkunft nach Prien gehörte sie dem Priener Trachtenverein als Röckefrau an, sie stand dabei ihrem Mann in seiner Zeit als Erster Vorstand zur Seite und sie nahm an den Festen, Ausflügen und an den Musikveranstaltungen immer gerne teil.  Besonders stolz war sie auf ihren Blumen- und Balkonschmuck und auf einen ersten Platz bei einem der örtlichen Blumenschmuckwettbewerbe. Bis die Corona-Einschränkungen es nicht mehr zuließen, traf sie sich allwöchentlich – und das seit 45 Jahren – mit ihren Freundinnen zu Strick-Abenden. Marianne Fischer war seit über 35 Jahren Mitglied beim Katholischen Frauenbund sowie lange Jahre auch beim Obst- und Gartenbauverein ein treues und gern gesehenes Mitglied. Die Trauerfeier in der Kirche wurde vom Chiemseewinkl-Dreigesang und von Organist Rainer Schütz musikalisch gestaltet, auf dem Priener Friedhof gaben sechs Bläser aus den Reihen der Priener Blaskapelle der Verstorbenen ihr letztes Geleit.

Sterbefoto: Marianne Fischer – Gröbnerin von Ernsdorf

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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