Leitartikel

Am Grab des bayerischen Trachtler-Vorbildes Bartl Hollinger

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Nur wenige Wochen nach seinem 75. Geburtstag verstarb Bartholomäus Hollinger aus Prien-Elperting. Wie groß seine Wertschätzung über seine Familie hinaus war, zeigte die überwältigende Teilnahme bei der Trauerfeier in der Wallfahrtskirche von St. Salvator. Der Söllhubener Trachtler Bartl Hollinger war über seinen Heimatverein „D´Hochlandler“, über das Gebiet Simssee und über den großen Gauverband I hinaus aktiv und beliebt, er war eine bayernweite Trachtler-Persönlichkeit – das  verdeutlichten die Nachrufe. 

An der Trauerfeier in St. Salvator beteiligten sich die Kirchgänger zum übergroßen Teil im Freien. Lediglich die Fahne des Söllhubener Trachtenvereins und die Standarte des Gauverbandes I fanden Platz im Altarraum, weitere 18 Fahnen säumten das äußere Trauerbild. Krankenhaus-Seelsorger Peter Bergmaier erinnert an das Leben des Verstorbenen. Bartl Hollinger wuchs in Söllhuben mit zwei Schwestern und drei Brüdern auf, bereits im Alter von sieben Jahren verlor er seine Mutter. Der Schule in Söllhuben und der Malerlehre in Riedering folgten die eineinhalbjährige Bundeswehrzeit bei der Tragtierkompanie in Bad Reichenhall, 25 Jahre als Maler bei der Rosenheimer Firma Fischbacher sowie von 1990 bis zur Rente die Beschäftigung beim Priener Kreiskrankenhaus. Bereits früh verlor er im Jahr 1985 seine erste Frau Luise vom Wastlhof in Elperting, wo er sich für seine Familie ein Haus erbaute. Im Krankenhaus-Dienst lernte er seine zweite Frau Resi kennen und mit ihr setzte er das Familienleben mit Sohn Barthi aus erster Ehe und mit Tochter Elisabeth aus zweiter Ehe sowie mit den vier Enkeltöchtern fort. Im Mai diesen Jahres konnte er noch seine Silberne Hochzeit feiern.

Nachrufe für eine bayerische Trachtler-Persönlichkeit

Michael Hauser, neuer Gauvorstand vom Gauverband I würdigte auch namens seines Vorgängers Peter Eicher in seinem Nachruf am offenen Grab und im Beisein von Ehrenvorsitzenden Max Bertl und dessen Nachfolger Günter Frey vom Bayerischen Trachtenverband den Verstorbenen mit den Worten: „Der Bartl war 12 Jahre Leiter des Gebiets Simssee, mit seiner besonnenen und heiteren Art gewann er die Jugendlichen, mit diesen ging er auch gerne auf Reisen und so wurde er 2014 in Ruhpolding zum Ehrenmitglied unseres Gauverbandes ernannt. Für den Bayerischen Trachtenverband war er ein anpackender Mann der ersten Stunde als 2004 begonnen wurde, das Trachtenkulturzentrum in Holzhausen herzurichten. Er hat bis zuletzt ungezählte Handwerker organisiert und selbst seine Malerhand angelegt. Sein Fleiß, seine Ehrlichkeit und sein Humor werden uns fehlen“. Simon Rothmayer vom GTEV Söllhuben sprach auch namens des Veteranenvereins, der Feuerwehr, der Gebirgsschützenkompanie, des Musikfördervereins und der Böllerschützen ein „Vergelt´s Gott“ für ein Ehrenmitglied, das von 1966 bis 1996 als Erster Kassier mithalf, die „Hochlandler“ zur Vereinsblüte zu führen, wobei 1995 das Gaufest vom Gauverband I ein besonderer Höhepunkt war. „Von 1993 bis 2002 war Bartl Hollinger in seinem Heimatverein Theaterspielleiter. Außerdem war er Theaterspieler, Soufleur, aktiver Plattler, Kalendermacher und Maibaumanstreicher“ – so der Söllhubener Vorstand.

Die musikalische Gestaltung der Trauerfeier in der Kirche übernahmen der Dreiwinkl-Gesang und Hans Wiesholzer mit dem Akkordeon sowie Söllhubener Blasmusikanten beim Trauermarsch und im Friedhof.

Sterbefoto: Bartl Hollinger / das von Barti Hollinger an der Elpertinger Straße erstellte Gedenkkreuz

Fotso: Hötzelsperger – Eindrücke von der Trauerfeier bei der Kirche St. Salvator und auf dem Friedhof  / Erinnerung: Gauverband I gratulierte beim 70. Geburtstag / Erinnerungen: Bartl Hollinger beim Gauverband I und beim Kegeln im Trachtenkulturzentrum in Holzhausen

Foto: Inge Erb, Requiem mit der Fahne des GTEV Söllhuben und der Standarte des Gauverbandes I und Porträt Bartl Hollinger.

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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