Leitartikel

50 Jahre Partnerschaft Prien-Graulhet – Freundschaftsbaum

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Taggenau vor 50 Jahren wurde die Partnerschaft zwischen der südfranzösischen Stadt Graulhet und der Marktgemeinde Prien a. Chiemsee unterzeichnet. An eben diesem 7. November gab es heuer bei strahlendem Sonnenschein eine feierlich Pflanzung eines Partnerschafts- und Freundschaftsbaumes auf dem Wendelsteinplatz unmittelbar hinter dem Denkmal, das an die Priener Partnerschaft mit Frankreich und Italien (Valdagno) erinnert. Gepflanzt wurde ein von den Priener Soroptimisten gestifteter französischer Ahornbaum.

Die Feierstunde, die via Internet live zu den Freunden nach Graulhet übertragen wurde, wurde von Partnerschaftsreferent Johannes Dreikorn vorbereitet. Wenige Wochen nach einem Besuch einer Priener Delegation mit Bürgermeistern und Partnerschafsreferent in Graulhet zur Vorbereitung des 50jährigen Jubiläums in Graulhet (im September 2022) war es Dreikorn ein Anliegen, ein weiteres Bindeglied zur Förderung der Freundschaft zu sein. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich erinnerte im Beisein der Ehrenbürgerin und vormaligen Zweiten Bürgermeisterin Renate Hof und seiner Stellvertreter Michael Anner junior und Martin Aufenanger daran, dass es in den 50 Jahren immer wieder Menschen, Vereine und Gruppierungen brauchte, damit die ursprüngliche Willensbekundung mit Leben erfüllt bleibt. Auf Priener Seite begann die Partnerschaft mit den Freunden aus Frankreich unter Bürgermeister Franz Seebauer und sie wurde fortgesetzt unter dessen Nachfolgern Lorenz Kollmannsberger, Christian Fichtl und Jürgen Seifert. „Ein großer Förderer“ – so der nunmehrige Bürgermeister Andreas Friedrich war Baron von Rothkirch, er war auch Gründer des Internationalen Freundschaftskreises. Auch die Vereine, wie zum Beispiel der Radfahrverein, der Schwimmverein oder die Liedertafel trugen im Laufe der fünf Jahrzehnte dazu bei, dass die enge Freundschaft in die nächste Generation übertragen wurde und so immer noch auf stabilen Füßen steht. „Gerade jetzt in Zeiten der Pandemie und Einschränkungen sind die freundschaftlichen und friedlichen Bande in Europa wichtiger denn je“ – so übereinstimmend der Bürgermeister und Parnterschaftsreferent.

 Priener Soroptimisten stifteten französische Ahorn als Baum der Freundschaft

Karola Prechtl als Präsidentin des Soroptimisten-Clubs Prien erinnerte als Spenderin des „Baumes der Freundschaft“ daran, dass 1921, also vor genau 100 Jahren in den USA die Soroptimisten-Bewegung begann und dass damals und dortmals die erste Aktion lautete „Rettet die Mammutbäume“.  Den Soroptimistinnen weltweit und in Prien sind Chancengleichheit und Gleichberechtigung bei den Lebensbedingungen ein wichtiges Anliegen unabhängig von Herkunft oder Religion, dazu sagte Frau Prechtl ergänzend: „Wir wollen nicht nur zurückblicken, sondern in Zeiten des notwendigen Klimaschutzes ein Zeichen für Zukunft und Nachhaltigkeit setzen. Deshalb sind wir Bürgermeister Andreas Friedrich sehr dankbar, dass er unserer Idee nach einem Baum der Freundschaft sofort und so aufgeschlossen gegenüberstand“.

Zentraler Handlungsakt der Feierstunde war das Einschaufeln von Erde an den bereits von Bauhof und Gärtnerei aufgestellten Baum, dessen Stamm mit den französischen Nationalfarben geschmückt war. Ehe jedoch die drei Bürgermeister, Karola Prechtl und der Partnerschaftsreferent den Spaten in die Hand nahmen und zur Tat schritten, legte Johannes Dreikorn eine mit der Kopie der Urkunde von 1971 und mit einer aktuellen Chiemgau-Zeitung gefüllte Zeitpkapsel in die Erde. Lautstark begleitet wurden der „Handarbeits-Einsatz“ von Weisen der Priener Blaskapelle und von einem dreifachen Salut der Priener Böllerschützen. Sichtbare Zeichen, dass die Freundschaft mit Graulhet in Prien auf breiten Füßen steht waren die anwesenden Fahnenabordnungen des Radfahrvereins, der Kolpingfamilie, des Priener Trachtenvereins und der Priener Feuerwehr. Für die Übersetzung der Ansprachen, die ja auch nach Graulhet übertragen wurden, sorgte Winfried Kober vom Priener Ludwig-Thoma-Gymnasium, er ist auch Organisator des Schüleraustausches zwischen den beiden Partnerorten. Den Abschluss der Feier bildete die gemeinsam gesungene Bayernhymne, alsdann wurde zu einer kleinen Bewirtung eingeladen, um die sich Benjamin Müller mit seinem Team kümmerte. Dabei wurden viele Erinnerungen über die bisherigen gegenseitigen Aktivitäten in den letzten 50 Jahren ausgetauscht und natürlich wurde auch die Hoffnung ausgesprochen, dass der frisch gepflanzte Baum nicht nur ein Symbol sein soll, sondern auch wachsen möge wie die herzliche Freundschaft mit Graulhet.

Foto: Hötzelsperger – Eindrücke von der Pflanzung des „Baumes der Freundschaf“ anlässlich 50 Jahre Partnerschaft Prien-Graulhet.

Weitere Informationen: www.prien.de

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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