Kirche

Heuer in kleiner Form: das Kampenwand-Gedenken

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Vor 70 Jahren wurde das Kreuz auf der Kampenwand eingeweiht, vor 45 Jahren die Kapelle „Maria, Königin des Friedens“ an der Steinling-Alm. Das Anliegen unserer Vorfahren war der Dank für die Heimkehr aus dem Krieg und vor allem auch das Gedenken an alle, die den Krieg nicht überlebt haben. Unsere Aufgabe ist es, dieses Gedenken wach zu halten und die damit verbundene Mahnung uns für den Frieden einzusetzen“, so der Diakon im Pfarrverband Selige Irmengard Josef Stürzer bei seiner Ansprache zur Kranzniederlegung an der Gedächtniskapelle. Der große Gedenkgottesdienst mit 100 Fahnenabordnungen der Veteranen- und Kriegervereine aus dem Chiemgau musste auch in diesem Jahr entfallen, aber einer langen Tradition folgend, legten die beiden Vorsitzenden der Interessengemeinschaft der Krieger-, Veteranenvereine und Soldatenkameradschaften im Landkreis Rosenheim (IG Rosenheim) Pius Graf und der Vereinigten Krieger-/Soldatenkameradschaften des Chiem- und Rupertigaus Michael Bernauer im kleinen Rahmen einen Kranz für die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen an der Gedächtniskapelle auf der Kampenwand nieder. Ausrichter der Veranstaltung wäre in diesem Jahr die Gemeinde Gstadt/ Gollenshausen in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Aschau gewesen.

„Wir müssen unseren Kindern und Enkeln erzählen, warum da oben auf der Kampenwand ein Kreuz steht und warum wir diese Kapelle gebaut haben. Das Kreuz und die Kapelle sind keine Landschaftliche Dekoration, sondern Ausdruck und Bekenntnis unseres christlichen Glaubens“, so Diakon Stürzer. „Wir hoffen alle, dass wir im nächsten Jahr die Gedenkfeier wieder im gewohnten Rahmen durchführen können“.

Die Heimkehrer aus den beiden großen Kriegen des 20.Jahrhunderts sahen bei ihrer Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft als erstes die vertrauten heimischen Berge wieder; als äußeres Zeichen des Zusammenhaltes und des Erinnerns bauten sie das Gipfelkreuz auf den Ostgipfel der Kampenwand, des markantesten Berges im Chiemgau. Am 26. August 1951 wurde es eingeweiht, seitdem ist der Gedenktag auf den letzten Sonntag im August festgelegt. Das „Chiemgaukreuz“ ist mit zwölf Metern Höhe und 54 Zentnern Gewicht das größte eiserne Gipfelkreuz in den Bayerischen Alpen. Bronzene Gedenktafeln erinnern an die Gefallenen und Vermissten von 58 Gemeinden rund um den Chiemsee aus den beiden Landkreisen Rosenheim und Traunstein.

Zum 70. Mal trafen sich die Vertreter der Veteranen- und Traditionsvereine aus dem Chiemgau zum Gedenken für die gefallenen und vermissten Soldaten der Region. Die Gedenkwallfahrt ist bisher noch niemals ausgefallen und wurde bei jedem Wetter an der Kriegerkapelle „Maria – Königin des Friedens“ durchgeführt. Die Teilnehmer erfüllten damit ihre seit sieben Jahrzehnten selbst gesetzte Kameradenpflicht gegenüber den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg

Einer langen Tradition folgend legten die beiden Vorsitzenden der Interessengemeinschaft der Krieger-, Veteranenvereine und Soldatenkameradschaften im Landkreis Rosenheim (IG Rosenheim) Pius Graf und der Vereinigten Krieger-/Soldatenkameradschaften des Chiem- und Rupertigaus Michael Bernauer im kleinen Rahmen einen Kranz für die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen an der Gedächtniskapelle auf der Kampenwand nieder.

Einer langen Tradition folgend legten die beiden Vorsitzenden der Interessengemeinschaft der Krieger-, Veteranenvereine und Soldatenkameradschaften im Landkreis Rosenheim (IG Rosenheim) Pius Graf (rechts) und der Vereinigten Krieger-/Soldatenkameradschaften des Chiem- und Rupertigaus Michael Bernauer (links) im kleinen Rahmen einen Kranz für die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen an der Gedächtniskapelle auf der Kampenwand nieder. Diakon im Pfarrverband Selige Irmengard Josef Stürzer (Mitte) hielt eine kurze Ansprache.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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