Kirche

Zur Pfingstpredigt von Kardinal Marx

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Kardinal Reinhard Marx hat am Pfingstfest, der als Geburtstag der Kirche gilt, die Bedeutung der Kirche als Werkzeug zur Verkündigung des Evangeliums hervorgehoben. „Es geht darum, ob die Sendung erfüllt wird“, so der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt am Pfingstsonntag im Münchner Liebfrauendom. Die Kirche müsse dazu eine lernende Institution sein. „Sie lernt natürlich aus der Tradition, aus dem Zeugnis der ganzen Geschichte der Getauften, aber sie lernt auch aus der Welt, sie lernt Neues, findet Neues und muss sich neu auf den Weg machen“, so Marx.

„Das nennen wir, wie der Papst es ausdrückt, eine synodale Kirche, die auf dem Weg ist – synodos heißt ja Weg – deswegen gehen wir in Deutschland einen solchen Weg“, hob Marx hervor und erinnerte daran, dass auch in anderen Ländern ähnliche synodale Prozesse begännen und Papst Franziskus unlängst dazu eingeladen hat, die große Weltsynode 2023 in den Ortskirchen vorzubereiten. Synode, so Marx, sei „nicht nur irgendeine rechtliche Organisation“, Synodalität bedeute: „Wir wollen lernen, indem wir uns auf den Weg machen, aber nicht indem wir die Tradition einfach hinter uns lassen, sondern indem wir neu aufnehmen, was der Geist uns jetzt sagt.“

Am Pfingstfest, an dem der Heilige Geist im Mittelpunkt steht und dessen Ausgießung gefeiert wird, hob Marx hervor: „Reform ist immer Reform auf Christus hin, auf den Geist hin.“ Er betonte: „Es geht nicht um die Institutionen.“ Er denke manchmal, sowohl manche sogenannte Konservative wie manche Progressive nähmen die Institutionen noch immer zu wichtig. „Die einen denken, wenn wir alles anders machen, eine neue Institution, dann ist die Reform da. Und die anderen meinen, wenn sich irgendetwas verändert, geht alles zu Grunde. Und das ist es nicht. Die Institutionen, das was wir als Kirche sind und sichtbar darstellen, das ist ein Instrument, ein Werkzeug, damit das Evangelium verkündet wird“, so Kardinal Marx.

Im Mittelpunkt stehe die Sendung Jesu, dass alle Menschen sich für die Kraft des Heiligen Geistes öffneten und allen Menschen die Botschaft Jesu verkündet werde. Von diesem Auftrag her müsse sich die Institution immer neu auf den Weg machen. Wenn sie „im Miteinander, im Gebet, im Suchen“ erkenne: „Das was wir mitgeschleppt haben aus der Geschichte, was wir mitgenommen haben, ist jetzt hinderlich für das, was notwendig ist, dann kann auch manches verschwinden.“ Diese Prozesse könnten schmerzhaft sein, wie auch gesellschaftliche Prozesse, Umwälzungen und Transformationen immer auch Anstrengung und Schmerz erfordern. Er sei aber österlich gestimmt: „Wer sein Leben gibt, wird es gewinnen. Das gilt auch für die Kirche. Wenn wir gemeinsam im Blick halten: Worum geht es? Nicht um uns, nicht um unsere schönen Traditionen, nicht um das, was wir gewohnt sind, nicht um unsere progressiven Ideen, sondern um die Sendung der Kirche in dieser Zeit, die uns aufgetragen ist vom österlichen Herrn“, so Marx. (glx)

Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat

Foto: Hötzelsperger

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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