Leitartikel

Zum Tod von Wolfgang Schuster aus Prien-Urschalling

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Alter von gut 80 Jahren verstarb plötzlich Wolfgang Schuster aus Prien-Urschalling.  Für viele Prienerinnen und Priener war der Verstorbene aufgrund seines hilfsbereiten Wesens und seiner vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten das „Soziale Gesicht Priens“. Als Mitglied des Posauenchors der Evangelischen Kirche Rosenheim und Prien sowie als Sänger beim Kirchen- und Friedhofschor war er auch musikalisch im Dienste der Allgemeinheit.

„Auch wenn Wolfgang lange Zeit schwere Krankheiten hatte, so kam sein Tod doch vollkommen unerwartet. Am nachmittag machten wir noch einen Spaziergang daheim, doch beim Abendessen trat eine Gehirnblutung ein. Zwei Notarzt-Teams, die für den Transport aus dem Haus auch die Priener Feuerwehr benötigten, waren zutiefst bemüht, doch im Krankenhaus Rosenheim verschied mein Mann. Den Hilfskräften gilt unser Dank für all ihre Bemühungen“ – so die Familie von Wolfgang Schuster. Viele Priener können sich an ihn ob seiner vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten im Kirchenvorstand, bei den Sammlungen für die Tansania-Hilfe, bei der Arbeiterwohlfahrt sowie beim Diakonieverein erinnern. Besonders stolz war er, dass er jahrzehntelang für den Priener Kindergarten St. Irmengard den Heiligen Martin in guter Abstimmung mit der Kindergarten-Leiterin Schwester Radolpha hoch zu Ross darstellte. „Wolfgang war unglaublich hilfsbereit, für die Hilfe Anderer ging er körperlich und finanziell an seine Grenzen, er spendete auch, was er nur konnte und er blieb für sich anspruchslos und bescheiden“ – mit diesen Charakter-Eigenschaften bleibt der Ehemann, Familienvater und Bruder in bester Erinnerung. Nachdem sein Vater sehr früh verstarb und er in armen Verhältnissen aufwuchs war beim gelernten Industriekaufmann die Sparsamkeit eine prägende Eigenschaft. „Er sparte wo es nur ging, zum Beispiel trug er mit seiner Frau die Post der Arbeiterwohlfahrt zu Fuß aus, um Porto zu sparen, aber wenn es darum ging, Jemand, der in Not geraten ist, zu helfen, dann war Wolfgang Schuster ungeheuer großzügig. Bis zuletzt nahm er an den Geschehnissen und Entwicklungen der Kirche und sozialen Dienste regen Anteil, so verfasste er vor wenigen Wochen noch den Rechnungsprüfungsbericht für den Priener Diakonieverein. Noch vor wenigen Tagen erfreute sich Wolfgang Schuster an ein Ständchen der Posaunenchor-Freunde von Rosenheim und Prien. Deren Spiel im weiten Hof des Wohnhauses in Urschalling hörte und verfolgte er vom Balkon aus mit großer Dankbarkeit.

Die Trauerfeier für Wolfgang Schuster findet am Samstag, 14. November um 10 Uhr in der Evangelischen Christuskirche statt, die Beerdigung auf dem Priener Friedhof schließt sich an. Die aktuellen Beschränkungen und Rücksichtnahmen aufgrund von Corona sind dabei zu beachten.

Foto: Berger – Wolfgang Schuster im Jahr 2008 als Heiliger Martin für den Priener Kindergarten St. Irmengard

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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