Kirche

Zahl der Katholiken im Erzbistum geht nur leicht zurück

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Zahl der Katholiken im Erzbistum München und Freising geht weiterhin nur leicht zurück. Zum 31. Dezember 2018 lebten auf dem Gebiet des Erzbistums rund 1,674 Millionen Menschen (2017: 1,695 Millionen), was einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von etwa 44 Prozent (2017: 45 Prozent) entspricht. Die Zahl der Katholiken ist damit um 1,2 Prozent (2017: 1,4 Prozent) zurückgegangen. Die hohe Zahl der Kirchenaustritte wird dabei durch die Zuwanderung in das Gebiet des Erzbistums teilweise ausgeglichen. Die Zahlen der Trauungen, Taufen, Erstkommunionen und Firmungen blieben im Wesentlichen gleich. Das geht aus den „Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands 2018“ hervor, die am Freitag, 19. Juli, durch die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht wurden.

Der Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, Peter Beer, ruft dazu auf, diese Zahlen als Ansporn zu verstehen: „Wir müssen überlegen, warum wir zu so vielen Menschen den Kontakt verloren haben. Wie können wir unsere Angebote qualitativ besser machen? Wie können wir Menschen erreichen?“ Dabei gelte es, nicht nur entlang des bestehenden Angebots zu denken, sondern die aktuellen Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen. „Wir müssen spürbar machen, dass der christliche Glaube wirklich Sinn stiftet und dem Leben eine gute Richtung gibt.“ Das gelte besonders in einem so vielfältigen Umfeld, wie es das Gebiet der Erzdiözese München und Freising sei, so der Generalvikar: „Wir bewegen uns zwischen Gegenden mit einer traditionell volkskirchlichen Prägung und dem Großraum München, wo vielen Menschen vor allem Flexibilität und Dynamik wichtig sind.“ Die Botschaft der Kirche richte sich an alle Menschen, betonte Beer: „Diese Relevanz für das eigene Leben müssen wir aber an vielen Stellen neu sichtbar machen.“

Die Zahl der Kirchenaustritte stieg auf 22.580 an (2017: 17.998). 203 Menschen traten in die katholische Kirche ein (2017: 203), 704 wurden wiederaufgenommen (2017: 774). An einem durchschnittlichen Wochenende fanden im Jahr 2018 im Erzbistum 1.477 Sonntags- und Samstagsvorabendgottesdienste statt (2017: 1.518). 157.987 Menschen nahmen an einem durchschnittlichen Wochenende an den Gottesdiensten teil (2017: 167.161), das sind 9,4 Prozent der Katholiken (2017: 9,9 Prozent).

3.414 Paare wurden 2018 auf dem Gebiet der Erzdiözese getraut (2017: 3.390), 14.257 Mal wurde die Taufe gespendet (2017: 14.364). Nach wie vor empfangen fast alle katholischen Kinder die Erstkommunion und die meisten die Firmung: 2018 gingen 98,5 Prozent der katholischen Kinder in der dritten Jahrgangsstufe zur Erstkommunion (2017: 97,5 Prozent) und 76,5 Prozent der Jugendlichen zur Firmung (2017: 78,9 Prozent). Die Zahl der Beerdigungen ging mit 16.577 leicht zurück (2017: 16.805). (gob)

Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat

Foto: Hötzelsperger

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

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Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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