Gastronomie & Wirtschaft

Wirtestammtisch im Gasthof Falkenstein – Brandschutz als heißes Thema

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein Dauerbrenner und sprichwörtlich heißes Thema ist bei den Hotel- und Gaststättenbetrieben im Landkreis und in der Stadt Rosenheim der Brandschutz und die mit ihm zusammenhängenden Vorschriften, Auflagen und letztlich auch Ausgaben. So war der Brandschutz auch Thema einer Gastronomen-Zusammenkunft für die Mitglieder des Hotel- und Gaststättenverbandes im Gasthaus Falkenstein in Flintsbach, wozu Kreis- und Bezirksvorsitzender Franz Bergmüller eine große Runde an Kolleginnen und Kollegen begrüßen konnte. „Der Brandschutz wird im Landkreis Rosenheim sehr streng  kontrolliert. Seit dem Brand in einer Schneizlreuther Unterkunft, die mit einem Hotel oder einer Gaststätte nicht vergleichbar ist, sind die Bürgermeister angehalten, die Feuerbeschau regelmäßig durchzuführen“, so Franz Bergmüller, der weiters darüber informierte, dass es die Feuerbeschau seit 20 Jahren gibt und dass zukünftig eine Projektgruppe Brandschutz in Bayern gegründet werden soll. Zudem soll eine Hotline eingerichtet werden, um einem Hotelier oder Gastwirt in akuten Fällen schnell zu helfen. Markus Schwaiger als Wirt vom Gasthof Falkenstein stellte seinen Betrieb und seine Erfahrungen mit dem Brandschutz vor und hierbei sagte er:  „Der Gasthof Falkenstein besteht schon seit mehreren hundert Jahren und steht unter Denkmalschutz. Seit 1912 ist der Gasthof im Besitz der Familie Schwaiger. Seit 1989 führe ich den Betrieb und hatte immer sehr viel Freude damit.  Aber in den letzten Jahren wurde die Freude durch immer stärkere Kontrollen und Auflagen getrübt. Seit der letzten Feuerbeschau haben wir die Freude an unserem Gasthaus verloren“. Ende August 2016 wurde Markus Schwaiger durch ein Telefonat aufgefordert, seinen Betrieb sofort zu schließen, da er die Brandschutzauflagen nicht mehr erfüllen kann.  Die Nachricht übermittelte eine Angestellte, da er nicht persönlich am Telefon war. In kürzester Zeit wurden die wichtigsten Auflagen erfüllt. Es entstanden vorerst Kosten in Höhe von  30 000 Euro für Planung, Beratung und Ausführung. Die geschätzten Gesamtkosten werden sich nach Abschluss der Maßnahmen auf ca. 80 000 Euro belaufen, wobei sich diese Kosten zur Hälfte auf Planungs- und Beratungskosten beziehen. Bei der zweiten Hälfte handelt es sich um den Einbau einiger Brandschutztüren.
Bei vielen älteren Gasthäusern gibt es keine Baupläne mehr. Franz Bergmüller empfahl, sich frühzeitig digitale Pläne für das Gebäude anfertigen zu lassen. Aus der Diskussionsrunde, in der jeder Kollege seine Erfahrungen mit dem Brandschutz machte, wurde  die Forderungen nach einer längeren Fristsetzung oder Aufschub bei der Behebung von Beanstandungen gestellt. Die Mängel sollen nicht mehr telefonisch übermittelt werden, sondern schriftlich. Kritisiert wurden die Erfahrungen mit Kompetenzproblemen bei den Angestellten im Landratsamt und bei unterschiedlichen Formen der Brandschutzauflagen. „Die Brandschutzbedingungen müssen bayernweit gleich ausgelegt werden,  Gebäudemessungen müssen übereinstimmen. Der Bestandsschutz muss bleiben und der BHG wird aufgefordert eine Servicehotline Brandschutz einzurichten“ – so die weiteren Forderungen an Franz Bergmüller, der sich bei der Dachorganisation und Politik dafür einsetzen soll.

Foto: Gasthof Falkenstein in Flintsbach, Ort des Zusammentreffens der Rosenheimer Wirte

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist und Leiter der Gäste-Information Samerberg bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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