Kirche

Wildenwart: Am Grab von Wilhelm Feichtner

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Eine überaus große Trauergemeinde erwies dem im Alter von 85 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorbenen Wilhelm Feichtner aus Prien-Siegharting auf dem letzten Erdenweg die Ehre. Die Pfarrkirche „Christkönig“ war  voll besetzt als Krankenhaus-Seelsorger Peter Bergmaier an das Leben des Verstorbenen erinnerte. „Wilhelm Feichtner kam als sechstes von insgesamt sieben Kindern seiner Eltern in Siegharting zur Welt, er besuchte die Volksschule in Wildenwart und half schon früh auf dem elterlichen Bauernhof. Mit der Hochzeit im Jahr 1959 übernahm er auch die Hof-Verantwortung“, so der Pfarrer, der weiters ausführte dass er allzu früh im Jahr 1984 seine Ehefrau Veronika verlor. Neuen Lebensmut und neues Glück fand er zwei Jahre später durch seine bis zuletzt an seiner Seite stehenden Lebensgefährtin Helga Fuchs. Viele Jahre bis zur Rente im Jahr 1991 war der als „Raschl Willi“ bekannte Bauer auch beim Sägewerk Rinser in Kaltenbach tätig. Mit der Übergabe des Hofes an seinen Sohn Wilhelm im Jahr 1991 konnte er seinen Ruhestand genießen. Dabei galt seine große Leidenschaft den Pferden sowie den heimischen Bergen. „Der treue Kirchgänger erfreute sich ganz besonders an seinen drei Kindern, an neun Enkelkindern und an vier Urenkelkindern und er war eng mit den Ortsvereinen als aktives und geselliges Mitglied verbunden“, so der Geistliche in seinem Nachruf. Dies bestätigten auf dem Friedhof am offenen Grab die Ortsvereine. Erster Vorstand Michael Schlosser vom Trachtenverein „Daxenwinkler“ Atzing würdigte das verstorbene Ehrenmitglied in seinem Nachruf mit den Worten: „Der Willi mit seiner bodenständigen Art und als Oberhaupt einer großen Trachtlerfamilie war 63 Jahre Mitglied, er wurde in dieser Zeit viermal vom Verein und einmal vom Chiemgau-Alpenverband geehrt und er hat viele Male mit seinen Pferden bei Trachtenfesten und Maibaumfahrten eingespannt“. Auch Zweiter Vorstand Hans Fischer von der Freiwilligen Feuerwehr legte einen Kranz nieder und sagte: „Mit ihm verlieren wir eines der ältesten Mitglieder, er ging bereits 1951 zur Wehr, er konnte 1976 für 25 Jahre aktiven Dienst (unter anderem als Sanitäter) ausgezeichnet werden. Bei den Feuerwehrjubiläen 1980 (75 Jahre) und 2004 (100 Jahre) unterstützte er uns stark, wir schätzten besonders seine ruhige und gesellige Art sowie seine klaren Standpunkte“. Zweiter Vorstand Sepp Furtner von der Pferdezuchtgenossenschaft Prien und Umgebung dankte dem Rosserer mit Leib und Seele für seine Mitgliedschaft seit 1998, für sein Mitwirken bei der 850-Jahr-Feier in Prien sowie für sein stetes Dabeisein bei Vereinsanlässen. „Leider konnte er vor kurzem bei unserer 100-Jahrfeier nicht mehr dabei sein, aber sein Ross-Geschirr war noch dabei“, so Sepp Furtner. Am Grab senkten sich die Fahnen des Trachtenvereins, der Feuerwehr sowie des Rauchclubs Wildenwart, die musikalische Gestaltung übernahmen in der Kirche der Kirchenchor Wildenwart und auf dem Friedhof Peter Aicher auf seiner Trompete.

Fotos: Hötzelsperger – Wilhelm Feichtner mit seinen Pferden

Sterbefoto

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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