Natur & Umwelt

Wieviel Bäume kostet der Urlaub bei der Verwandtschaft

Claus Linke
Veröffentlicht von Claus Linke

AUV startet CO2-Rechner auf www.klima.chiemseeagenda.de

Bald jeden Tag hört oder liest man über den CO2 – Ausstoß und den damit einhergehenden Klimawandel. Viele Zahlen, unter denen man sich nur schwer etwas vorstellen kann.
Deshalb war ich auf den vom Abwasser- und Umweltverband Chiemsee (AUV) angekündigten CO2-Rechner gespannt und starte auf www.klima.chiemseeagenda.de gleich mal einen „Selbsttest“. 112 Kilogramm CO2 und neun Bäume! Das ist mein Ergebnis, wenn ich eine 720 Kilometer Fahrt mit unserem Auto eingebe. Neun Bäume benötigen wir also, um die 112 Kilogramm CO2 zu binden, wenn wir im Herbst mal wieder die Verwandtschaft mit dem Auto am Bodensee besuchen. 112 Kilogramm kann ich mir jetzt vorstellen – das sind 112 Päckchen Mehl, 448 Stück Butter oder 1120 Tafeln Schokolade. Auf jeden Fall eine Menge. Und das ist ja nur eine von vielen Autofahrten, die in einem Jahr so anfallen. 9,6 Tonnen CO2 erzeugt jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr – das sind unglaubliche 768 Bäume.
Natürlich hilft der CO2 Rechner jetzt nicht direkt CO2 zu vermeiden. Aber er macht klar, wieviel CO2 pro Fahrt erzeugt wird und dass es ausschlaggebend sein kann, was das Auto verbraucht – er führt auf sehr einfachen Weg vor Augen, welche Mengen erzeugt werden und wieviel Bäume dann benötigt werden. Susanne Mühlbacher-Kreuzer, Umweltbeauftragte beim AUV und Initiatorin des CO2-Rechners erklärt ihr Ziel: „Der Rechner erzeugt ein Bild, das es einfacher machen soll, zu verstehen, warum jeder einzelne einen Beitrag leisten muss. Nur so können wir es schaffen die Obergrenze von zwei Grad Celsius Klimaerwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts nicht zu überschreiten.“
Gerade auch zur Urlaubszeit ist es spannend zu wissen, wieviel CO2 die Reise erzeugt. Nicht nur, um die Reise ganz zu vermeiden, sondern auch um den ökologischen Fußabdruck durch Pflanzen von Bäumen etwas auszugleichen. Im Augenblick verlinkt der AUV zu der anerkannten Organisation Prima Klima, wo man „Ausgleichsbäume“ auf der ganzen Welt pflanzen lassen kann. Das langfristige Ziel ist es aber, Bäume in der Region mit Unterstützung der Chiemsee-Gemeinden anzupflanzen. Dazu werden allerdings noch Flächen gesucht, die zukunftsfähig aufgeforstet werden können, so Mühlbacher-Kreuzer.
Wer außerdem noch wissen will, welche Lebensmittel am wenigsten CO2 produzieren oder wieviel CO2 gespart werden kann, wenn man mit Margarine anstatt mit Butter backt, der ist beim CO2-Quiz richtig. Mit vielen spannenden Fragen rund um das CO2 kann man hier – egal ob jung oder alt – nicht nur sein Wissen testen, sondern auch ausweiten. Eine zusätzliche Rubrik „Tipps“ geben Ratschläge rund um das Thema CO2 sparen und vermeiden.
CO2-Rechner, Quiz und Tipps sind auf www.klima.chiemseeagenda.de zu finden.

Text: Yvonne Feichtner Grafik: Chiemseeagenda

 

Über den Autor

Claus Linke

Claus Linke

1939 in Bautzen/Sachsen geboren, Maschinenschlosser-Lehre in Bautzen, 1956 Flucht aus familiären Gründen aus der DDR über Berlin nach München, Maschinenbau-Studium in München, 1969 Erwerb eines Grundstückes in Atzing und beginn mit dem Bau eines Hauses für meine Eltern und den drei Kindern, 1981 Ernennung zum Siemens-Oberingenieur, nach 36 Jahren Beschäftigung bei Siemens in den Ruhestand, 1995 Verlegung des Hauptwohnsitzes nach Prien.

Ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der Chiemseeagenda seit deren Gründung im Jahr 2002 - angesiedelt beim Abwasser- und Umweltverband Chiemsee. Das Aufgabenspektrum (mehr oder weniger involviert) umfasst die Webmeisteraktivitäten für die diversen Agendaseiten; Mitarbeit bei nahezu allen Agendathemen (wie z.B. Chiemseeringlinie, Bürgerbus Chiemsee, Vogelführungen, Chiemsee Rundweg und Chiemsee Radweg); Konzeption und Erstellung der Broschürenreihe "Natur.Erlebnis.Chiemsee"; Betreuung des online-Fotoalbums der Chiemseeagenda. Verleihung der bayerischen Ehrenamstmedaille "Für besondere Verdienste um die bayerische Gastlichkeit" im Jahr 2017.

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